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Kaufmann/-frau für Verkehrsservice Der direkte Draht zum Kunden

Kaufmann/-frau für Verkehrsservice - klingt nach Bürojob. Weit gefehlt! Denn neben der Arbeit am Computer haben Kaufleute für Verkehrsservice vor allem mit Menschen zu tun. In Bahn- oder Busunternehmen beraten sie Kunden, verkaufen Tickets und kontrollieren Fahrkarten.

Stand: 10.04.2013

Japaner, Brasilianer, Engländer - Kevin Schuffenhauer trifft an der Bushaltestelle gegenüber des Münchener Hauptbahnhofs Menschen aus aller Welt. Direkt am Bus verkauft er die Fahrkarten für Stadtrundfahrten und kontrolliert die Tickets der Touristen, die Tagesausflüge zu den bayerischen Königsschlössern gebucht haben. Der 22-Jährige hatte zwar schon eine Ausbildung als Informatikassistent abgeschlossen, doch die Arbeit am Computer war ihm zu einseitig. Als angehender Kaufmann für Verkehrsservice kommt er in einem abwechslungsreichen Job jetzt mit vielen Menschen in Kontakt.

"Vor allem die Arbeit mit Kunden macht Spaß. Besonders spannend ist es, verschiedene Menschen kennen zu lernen."

Kevin Schuffenhauer (22), 2. Lehrjahr

Selbstständiges Arbeiten

"Was kostet eine Streifenkarte? Wie komme ich zum Olympiazentrum? Wann fährt die nächste U-Bahn?" Fragen über Fragen, auf die Pauline Stallwanger in der Münchner U-Bahn-Haltestelle Sendlinger Tor eine Antwort geben kann. Die 18-Jährige managt den Infoschalter während ihrer Schicht ganz allein. Hier, am so genannten "Junior-Kundencenter" lernen die Auszubildenden selbstständiges Arbeiten. Pauline muss sich gut mit den Haltestellen im Münchner U-Bahn-Netz und mit den Fahrpreisen auskennen, denn ihre Kunden erwarten, dass sie ihnen die schnellsten und günstigsten Verbindungen sagen kann.

"Man muss auch lernen, aufgebrachte Kunden runterzubringen. Das funktioniert ganz gut, wenn man verständnisvoll reagiert."

Pauline Stallwanger (18), 2. Lehrjahr

Voraussetzung: Flexibilität

Jenny Gossert erklärt der Auszubildenden Ulrike Jungwirth die Arbeit im Reisezentrum der Bahn.

Nicht immer angenehm sind die Arbeitszeiten der angehenden Kauffrau für Verkehrsservice Ulrike Jungwirth. Bei ihrer Tätigkeit als Zugbegleiterin beginnt der Arbeitstag schon mal samstags um 6 Uhr morgens. Die Auszubildenden müssen vor allem flexibel sein, denn Bahn und Bus fahren auch spät abends und am Wochenende. Außerdem organisieren die Verkehrsbetriebe regelmäßig Sonderprojekte, bei denen die Kaufleute für Verkehrsservice auch mal an Sonn- und Feiertagen arbeiten müssen.

Unterschiedliche Einsatzbereiche

Kevin Schuffenhauer und sein Kollege Martin Holzer bei der Abrechnung. Auch Büroarbeit gehört zur Ausbildung.

Die Tätigkeitsbereiche sind ganz unterschiedlich. Während die Kaufleute für Verkehrsservice bei der Bahn nach einer Zusatzausbildung häufig als Zugbegleiter im Einsatz sind, arbeiten sie auch an Infoschaltern, im Ticketverkauf oder im Marketing und Vertrieb bei Verkehrsunternehmen. Auszubildende Kaufleute für Verkehrsservice müssen offen und freundlich sein und vor allem gut Englisch sprechen. Sie sollten außerdem gute geographische Kenntnisse von Deutschland und Europa mitbringen. Durch den direkten Kontakt zu den Fahrgästen sind Kaufleute für Verkehrsservice auch Ansprechpartner bei Beschwerden und müssen in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren.

"Die Azubis müssen sich auch mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt gut auskennen, weil sie viel mit Touristen zu tun haben, die immer wieder mal Fragen dazu stellen."

Sylvia Fräßle, Berufsschullehrerin

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Kaufmann/-frau für Verkehrsservice
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre. Bewerber mit mittlerer Reife können auf 2,5 Jahre verkürzen
  • Prüfung: IHK
  • Ausbildungsorte: In Verkehrsbetrieben (Bahn, U-Bahn, Busunternehmen) und in der Berufsschule
  • Zugang: Die meisten Ausbildungsbetriebe erwarten die mittlere Reife als Bildungsabschluss, mindestens ein guter qualifizierender Hauptschulabschluss ist Voraussetzung.
  • Eignung: Kaufleute für Verkehrsservice müssen offen sein und gerne kommunizieren. Sie sollten kein Problem damit haben, auf Fremde zuzugehen. Da sie Ansprechpartner für Touristen und Pendler sind, sind gute Englisch- und Deutschkenntnisse Voraussetzung. Kaufleute für Verkehrsservice sollten Spaß an Organisation und selbstständigem Arbeiten haben und gute geographische Kenntnisse von Deutschland und Europa mitbringen. Die Auszubildenden müssen auch in schwierigen Situationen und bei Konflikten mit Kunden "cool" bleiben.
  • Perspektiven: Kaufleute für Verkehrsservice arbeiten oft im Service (z.B. am Schalter oder im Ticketverkauf). Die Bahn beschäftigt sie nach einer Zusatzausbildung häufig als Zugbegleiter weiter. Außerdem können sie in Bürojobs, wie z.B. im Marketing oder Vertrieb bei Verkehrsbetrieben Fuß fassen.
  • Weiterbildung: Fachwirt / Fachwirtin für den Bahnbetrieb, Geprüfte/r Verkehrsfachwirt / Verkehrsfachwirtin, Betriebswirt / Betriebswirtin für Verkehr oder für Touristik/Reiseverkehr, innerbetriebliche Aufstiegsmöglichkeiten

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kommunikation

Kaufleute für Verkehrsservice haben viel mit Menschen zu tun. Sie beraten Kunden und sind Ansprechpartner bei Beschwerden. Da sie viel Kontakt zu Touristen haben, sollten sie gute Englischkenntnisse mitbringen.

Genauigkeit

Kaufleute für Verkehrsservice arbeiten in Bus- und Bahnunternehmen. Sie müssen die Fahrgäste richtig beraten und Abfahrtszeiten genau einhalten.

Team

Kaufleute für Verkehrsservice arbeiten nicht nur nah am Kunden, sondern auch eng mit Kollegen zusammen. Sie müssen sich mit den Reiseleitern, Busfahrern oder Lokführern abstimmen und im Team Projekte erarbeiten.


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