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Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel Regional und weltweit verkaufen

Der Groß- und Außenhandelskaufmann zählt zu den beliebtesten Ausbildungsberufen in Deutschland. Auf einen Ausbildungsplatz kommen viele Bewerber, die Firmen können sich daher die besten und für ihren Betrieb geeigneten Kandidaten heraussuchen.

Stand: 17.01.2013

Aylin ist im Büro der Nürnberger Niederlassung eine Stahlproduzenten nicht zu übersehen: Sie hat ein sicheres und gepflegtes Auftreten, sie kann sich klar und gewandt ausdrücken und sie verliert auch in stressigen Momenten nicht die Ruhe. Ständig klingelt das Telefon. Kunden rufen an und wollen bei der Großhandelskauffrau eine derzeit begehrte Ware bestellen. Stahl boomt auf dem Weltmarkt. Und die Metallverarbeiter in der Region rund um Nürnberg müssen immer höhere Preise für die Ware zahlen. Stammkunden macht Aylin trotzdem einen guten Preis. Oft gilt ihr Angebot aber nur einige Stunden. Die meiste Arbeitszeit verbringt die 20-Jährige an ihrem Schreibtisch im Großraumbüro.

Kalkulieren, bestellen und liefern

Dort beantwortet sie meist Kundenanfragen, kalkuliert die Preise, überprüft die Bestände, gibt Angebote ab, bearbeitet Reklamationen und konzentriert sich auf ihre Haupttätigkeit: Das verkaufen. Doch hin und wieder geht sie hinüber in das riesige Lager, wo täglich rund 500 Tonnen Stahlumgesetzt werden. Mit einem Helm geschützt vor den enormen Gewichten, die da mit Kränen über ihrem Kopf hin und her bewegt werden, sucht sie den Dienst habenden Lageristen auf, um mit ihm 100 Prozent sicher zu gehen, dass ein Produkt auch tatsächlich im Lager ist. Denn die Kunden erwarten termingerechte Lieferung. Es gehört zu den Aufgaben der Groß- und Außenhandelskaufleute, die Verkaufszahlen zu kalkulieren, abzuklären wie lange die Bestände noch reichen und rechtzeitig neue Ware zu bestellen.

Beratung für den Kunden vor Ort

Service und Beratung für den Kunden

Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet: der Service und die Beratung für den Kunden. Da macht sich Aylin öfters mit dem Dienstfahrzeug auf den Weg, um ihren Kunden persönlich zu treffen. Dabei darf sie nicht auf die Uhr sehen, Überstunden und ungewöhnliche Arbeitszeiten sind da keine Seltenheit. Die Kunden geben in ihren Firmen die anfallenden Probleme direkt an sie weiter - da ist Sachkenntnis und Kompetenz gefragt. Hier muss sie die verschiedenen Stahlsorten und die möglichen Bearbeitungsarten gut kennen und gegebenenfalls Alternativen anbieten. Der Kunde ist König und wie wichtig Kundenzufriedenheit und Kundenbindung für ein erfolgreiches Geschäft sind, das lernen die Auszubildenden schon im ersten Lehrjahr.

Viele Aufstiegsmöglichkeiten

Karriere mit Fremdsprachenkenntnissen

Eine Verkaufskanone macht in diesem Beruf auch schnell Karriere - kommt noch besondere Flexibilität und Teamfähigkeit dazu wird ein Großkaufmann auch schnell Verkaufsleiter oder gar Niederlassungsleiter. Viele reizt auch die Selbstständigkeit als Handelsvertreter. Nahezu identisch ist die Ausbildung der Fachrichtung Außenhandelskaufmann/-frau. Hier werden zusätzlich Fremdsprachenkenntnisse erwartet und ein spezielles Eingehen auf Kunden aus anderen Kulturen. Nur so lassen sich hier erfolgreich Geschäfte durchführen. Denn jeder will natürlich auch sein Gesicht bewahren. Und natürlich müssen auch die Zollbestimmungen beachtet werden. Aylin hat noch viele Möglichkeiten für eine erfolgreiche Karriere vor sich. Doch schon hat sie das, was sie schon als Schülerin an der Realschule immer wollte: den Kontakt zu Kunden und natürlich Verkaufen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel in der Fachrichtung  Großhandel, Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel in der Fachrichtung Außenhandel
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Prüfung: Industrie- und Handelkammer
  • Ausbildungsorte: Hauptsächlich Betrieb, im Büro und Lager, Berufsschule, Kurse und Praxisphasen in Zweigstellen der jeweiligen Betriebe möglich
  • Zugang: Keine formale Zugangsvoraussetzung, Betriebe verlangen aber oft mindestens Mittlere Reife
  • Eignung: Sich klar und gewandt ausdrücken, sicheres und gepflegtes Auftreten, Kontaktfreude, ein gutes Gefühl für Zahlen, Fremdsprachenkenntnisse, und gerne im Team arbeiten.
  • Perspektiven: Groß- und Außenhandelskaufleute können in nahezu allen Wirtschafts-Zweigen arbeiten: z.B.: Chemie, Pharmazie, Kunststoff, Elektro, Fahrzeugbau, Glas, Holz, Möbel, Metall, Optik, Nahrungsherstellung, Textil, Bekleidung, Leder. Mit entsprechender Berufserfahrung können sie sich als Sachbearbeiter spezialisieren, zum Verkaufs- oder Niederlassungsleiter aufsteigen. Weitere Möglichkeiten sind Fortbildung zum Fachwirt oder Betriebswirt, oder die Selbständigkeit als Handelsvertreter.
  • Alternativen: Im Bereich Handel: Automobilkaufmann/-frau, im Bereich Verkehrswirtschaft: Schifffahrtskaufmann/-frau, im Bereich Bürowirtschaft: Fachangestellter für Bürokommunikation, Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel (Fachrichtung Außenhandel), Außenhandelsassistent/Außenhandelsassistentin, Industriekaufmann/Industriekauffrau, Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Teamarbeit

Das Gespräch mit Kollegen im Büro und im Lager ist wichtige Voraussetzung für den Geschäftserfolg. Oft muss geklärt werden, ob Bestände noch reichen und neue Ware bestellt werden muss. Die Kunden erwarten fristgerechte Lieferungen.

Mathematik

Der angehende Groß- und Außenhandelskaufmann sollte schon in der Schule gut im Rechnen sein, den zur Ausbildung gehört, wie man Angebote berechnet und Kosten erfasst.


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