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Kaufmann/-frau Bürokommunikation Organisationstalente am Schreibtisch

Kaufleute für Bürokommunikation haben vielfältige und anspruchsvolle Aufgabengebiete. Neben Sekretariats- und Assistenzaufgaben übernehmen sie auch kaufmännisch-verwaltende Tätigkeiten.

Stand: 13.01.2015

13.01.2015Kerstin Weigand bearbeitet den Posteingang und sortiert die Zeitungen, Päckchen und Briefe nach Empfänger. Dafür muss sie wissen, welcher Kollege wofür zuständig ist. Jedes Dokument bekommt einen Posteingangsstempel. So lässt sich später nachvollziehen, an welchem Tag der Brief im Haus angekommen ist. Die 21-Jährige macht ihre Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation bei einem Möbelhaus in Würzburg. "Besonders gut gefällt mir an meinem Beruf, dass er so abwechslungsreich ist", sagt sie. "Man hat klar typische Azubiaufgaben wie den Postdienst, der ist immer gleich. Aber ansonsten verläuft jeder Tag anders."

Eigenständiges Arbeiten

Kaufleute für Bürokommunikation erledigen ihre Aufgaben meist eigenständig. Bereits während der Ausbildung bekommen sie Verantwortung übertragen. So ist Kerstin für den monatlichen Newsletter zuständig, der die Kunden über Angebote und Aktionen informiert. "Dafür suche ich aus dem aktuellen Prospekt acht Artikel heraus, die ich als besonders interessant erachte." Produktnamen, Preis und Platzierung gibt Kerstin an eine Agentur weiter, die daraus den Newsletter erstellt.

Mehr als Schulenglisch

Arbeitsplatz Schreibtisch

Kaufleute für Bürokommunikation müssen gut formulieren und organisieren können. International tätige Unternehmen erwarten außerdem gute Englisch-Kenntnisse. "Mit dem Schulenglisch ist das kaum zu vergleichen", weiß Anna Hetterich. "Trotzdem kann ich mich ganz gut verständigen. Außerdem bekommen wir hier regelmäßig Fremdsprachenkurse angeboten."

Briefe, Diktate und Präsentationen

Die 18-Jährige ist im dritten Lehrjahr. Alle zwei Monate wechselt sie die Abteilung und lernt so ständig etwas Neues. Zurzeit ist sie in der Personalabteilung. Seminare vorbereiten gehört hier ebenso zu ihren Aufgaben wie Briefe schreiben nach Diktat. Außerdem muss sie am Computer Präsentationen erstellen, E-Mails verschicken und Tabellenkalkulationen durchführen können.

Neuordnung der Ausbildung

Zum Ausbildungsjahr 2014/2015 soll die Ausbildung in den Büroberufen neu geordnet werden. Die Abschluss- bzw. Berufsbezeichnung soll künftig Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement lauten. Die neugeordnete Ausbildung wird Wahlqualifikationen umfassen und soll in den Ausbildungsbereichen Industrie und Handel, Handwerk und öffentlicher Dienst erfolgen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Kaufmann/-frau für Bürokommunikation
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Zugang: Grundsätzlich wird keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben, die Schulpflicht muss jedoch erfüllt sein. Die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss ein.
  • Eignung: Bei Kaufleuten für Bürokommunikation achten die Unternehmen auch auf die Persönlichkeit der Bewerber. Sie sollten sympathisch und freundlich sein und offen auf andere zugehen können. Oft müssen sie viele unterschiedliche Aufgaben fast gleichzeitig bewältigen. Dafür brauchen sie Organisationstalent. Daneben sollten sie sich gut ausdrücken können, fit am PC sein und sorgfältig arbeiten.
  • Prüfung: In der schriftlichen Prüfung werden die Fächer Bürowirtschaft, Betriebslehre sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft. In der praktischen Prüfung muss eine Aufgabe im Fach Informationsverarbeitung sowie im Fach Sekretariats- und Fachaufgaben bearbeitet werden.
  • Wichtige Schulfächer: Wer in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch fit ist, bringt gute Voraussetzungen mit für eine erfolgreiche Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Bürokommunikation.
  • Perspektiven: Nach ihrer Ausbildung müssen sich die Kaufleute für Bürokommunikation meist entscheiden, welche Einsatzgebiete für sie in Frage kommen und worauf sie sich spezialisieren möchten. Das Spektrum reicht von Sekretariatsaufgaben bis hin zum Finanz- und Rechnungswesen.
  • Mögliche Einsatzorte: Nach Abschluss ihrer Ausbildung können Kaufleute für Bürokommunikation in Betrieben der Industrie, des Handels und des Handwerks arbeiten.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Angehende Kaufleute für Bürokommunikation verdienen im Schnitt zwischen 600 und 800 Euro brutto im Monat.

Info

Bei der Auswahl der Azubis achten Betriebe neben den Noten vor allem auch darauf, dass die Bewerber sich gut ausdrücken können. Schließlich müssen sie regelmäßig Gespräche mit Kollegen und Kunden führen sowie Briefe verfassen.

Arbeitszeit

Kaufleute für Bürokommunikation arbeiten von Montag bis Freitag zu den üblichen Bürozeiten.


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