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Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in Maßarbeit an schweren Brummern

Als schlichtes Skelett mit Führerhaus, Grundrahmen und Rädern kommen Lastwagen aus der Fabrik. Erst der Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker macht aus dem LKW-Rohling einen vollwertigen Laster.

Stand: 18.07.2016

Der 19-jährige Matthias Löhlein aus Nürnberg interessiert sich für Lastwagen und ist stolz, wenn nach einer Woche Arbeit ein fertiger Speziallaster die Werkstatt seines Ausbildungsbetriebes in Wendelstein verlässt. Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker stellen Karosserien und Teile davon her und halten sie instand. Matthias hat sich nach einem Praktikum für die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker entschieden. Es gefällt ihm, aus vielen Einzelteilen und unterschiedlichen Materialien ein LKW-Chassis so umzubauen und zu gestalten, dass ein "richtiger" Laster daraus wird. Wenn ein Chassis für rund 100.000 Euro in die Werkstatt seines Ausbildungsbetriebes kommt, rollt in der Regel ein doppelt so teuerer LKW wieder vom Hof. Die individuell handwerklich gefertigten Aufbauten der Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker machen rund die Hälfte des Wertes eines Lastwagens aus.

Wenn die Funken fliegen

Arbeiten mit der Flex

Matthias muss Konstruktionspläne lesen können und sie dann exakt umsetzen. Eine große Verantwortung - schließlich transportieren die LKW tonnenschwere und teils gefährliche Lasten im öffentlichen Straßenverkehr. Für die Lastwagenaufbauten gibt es Sicherheitsvorschriften, die vor der Auslieferung an den Kunden auch vom TÜV abgenommen werden. Die Azubis lernen in diesen Beruf die Ver- und Bearbeitung verschiedenster Materialien wie Stahl, Eisen, Aluminium, Holz, Kunststoff, Glas bis hin zu Kohlefasern. Sie kennen viele Bauteile und beherrschen Werkzeuge, die etwa beim Schweißen oder Flexen auch gefährlich werden können. Der Umgang mit dem Schweißgerät gehört zum Alltag eines Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikers. In der Werkstatt geht es laut zu. Wer nicht kräftig zupacken kann oder mag, ist in diesem Beruf nicht gut aufgehoben. Viele Bauteile und Werkzeuge wie etwa Schraubzwingen und Druckluftschrauber sind schwer und fordern körperlichen Einsatz. Beim Kontakt mit Schmierstoffen und Öl lassen sich schmutzige Hände nicht vermeiden.

"Man braucht ein gutes Stück Durchhaltevermögen. Es muss einem zumindest ein bisschen Spaß machen, mit den LKW zu arbeiten und sich auch dafür zu interessieren, was die dann im fertigen Zustand machen."

Matthias Löhlein, 18, 3. Lehrjahr

Der Beruf ist stark im Wandel

Anschluss der Hydraulik

Die Fahrzeuge sind mit immer komplexeren elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch gesteuerten Bauteilen ausgestattet. Schon ein Azubi lernt, sie einzubauen und zu bedienen. Immer mehr gewinnt auch anspruchsvolles Design bei der Außen- und Innengestaltung der Fahrzeuge an Bedeutung. Oft stehen die Werkstätten unter Termindruck, müssen Lieferfristen einhalten. Entsprechend straff ist die Produktion jedes Auftrags geplant. Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker müssen ihre Arbeitsabläufe also auch gut organisieren und im Team zusammenarbeiten können. Neben der Arbeit an neuen Fahrzeugen gehört zur Ausbildung auch die Instandsetzung älterer Fahrzeuge.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in
  • Ausbildungsdauer: dreieinhalb Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Ausbildungsorte: Im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule
  • Zugang: rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben; die Betriebe bevorzugen Bewerber mit Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife.
  • Eignung: handwerkliches Geschick, Sorgfalt, körperliche Fitness, Interesse an Fahrzeugen
  • Perspektiven: Beschäftigung bei Herstellern von Spezial-Nutzfahrzeugen aller Art vom Kranlastwagen über Kühltransporter bis zum Feuerwehrauto
  • Weiterbildung: Zum Meister/-in, Selbstständigkeit, Techniker, Studium Maschinenbau (Fachrichtung Fahrzeugbau)

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur.

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Jede Schweißnaht muss tonnenschwere Lasten im öffentlichen Verkehr aushalten. Montagefehler können Menschenleben gefährden.

Kraft

Schraubzwingen, Druckluftschrauber und Metallbauteile sind meist schwer und erfordern viel Kraft.

Gefahr

Schweißen und Flexen. Wer etwa längere Zeit zu nah am Funkenflug der Flex steht, brennt sich schnell einmal ein Loch in die Arbeitsjacke.


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