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Investmentfondskaufmann/-frau Die Märkte fest im Blick

Investmentfondskaufleute müssen sich für Zahlen interessieren, müssen schwierige wirtschaftliche Zusammenhänge, aber auch weltpolitische Abhängigkeiten schnell erfassen und einschätzen. Sie leben in einer Welt von Zahlen, Daten und Fakten.

Stand: 28.02.2012

Den tollen Ausblick auf die Hochhäuser von Frankfurt genießen, dafür bleibt Alexander Eickhoff keine Zeit. Seinen Tagesablauf bestimmen Recherchen über die Rohstoffmärkte der Welt, der Blick ist fest auf den Computer gerichtet. Wohin bewegt sich der Ölpreis? Heute, nächste Woche und in ein paar Monaten. Das versucht Alexander Eickhoff einzuschätzen. Dafür braucht er Fakten. Den ganzen Tag schlägt er sich durch den Dschungel von Informationen. Wie ist die Wirtschaftslage? Im Boom brauchen die Unternehmen viel Energie, das heißt der Ölpreis steigt. Wie ist das Wetter? In einem milden Winter heizen die Verbraucher wenig, das heißt der Ölpreis sinkt. Gibt es andere Faktoren? Wenn etwa ein Hurrikan die Raffinerien in den USA bedroht, dann steigt der Preis für Energie. All das versucht Alexander unter einen Hut zu bekommen und vorherzusagen, wie sich der Preis tatsächlich entwickeln wird. Viele Banker und Anleger nutzen auch die Charttechnik. Sie legen Linien in die Kursverläufe und interpretieren diese Linien.

Informationen weltweit

Alexanders Arbeitstag beginnt um acht Uhr morgens und dauert oft bis achtzehn oder neunzehn Uhr. Früh schaut er sich erstmal am Computer an, wie sich die Märkte in Übersee und Asien entwickelt haben und bei einem Kaffee beginnt später das Zeitungsstudium. Welche Neuigkeiten gibt's vom internationalen Rohstoffmarkt. Wie sind die Ernteerträge, welche Auswirkungen haben Kriege oder Wetterkapriolen auf große  Mais oder Zuckerproduzenten. Führen Biokraftstoffe zu Engpässen bei der Welternährung. Alexander muss mathematisches Verständnis mitbringen und gute Kenntnisse in Business-Englisch. Viele Informationsquellen gibt es nur in englischer Sprache.

Milliarden per Mausclick

Die Märkte im Blick

Die Börse in Frankfurt am Main. Investmentfondkaufleute arbeiten in Frankfurt oder in anderen großen deutschen Börsenstädten, wie München oder Stuttgart. Die meisten Geschäfte werden heutzutage zwar online getätigt, trotzdem sitzen noch einige Händler auf dem Parkett, genau wie früher, als hier noch der Preis für die Aktien ermittelt wurde. Heute wechseln Milliardenwerte per Mausclick die Besitzer.

Das Ziel: Fondsmanager

Skyline von Frankfurt

Alexander Eickhoff macht sich auf den Weg in die Uni. Von Montag bis Mittwoch arbeitet er als Trainee bei der Dekabank, von Donnerstag bis Samstag studiert er an der Frankfurt School of Finance and Management. Viele Investmentfondskaufleute bilden sich, wie er, nach der Lehre weiter. Bei jedem zweiten steht ein Studium auf dem Plan. Rund 5000 Euro kostet die private Uni pro Semester, die Hälfte davon bezahlt sein Arbeitgeber. Am Ende hat er einen Bachelor of Science in der Tasche. Das ist ein wichtiger Schritt auf Alexanders Weg zu seinem großen Ziel: Fondsmanager. Die private Uni in Frankfurt hat sich darauf spezialisiert Führungskräfte für die Bankenbranche aus- und fortzubilden. Doch das Studium ist anstrengend, wenn andere frei haben, sitzt Alexander in der Uni oder er büffelt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Investmentfondskaufmann/-frau
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule.
  • Ausbildungsorte: Im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule
  • Zugang: keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben, Betriebe stellen meist nur Azubis mit Hochschulreife ein. Auch einige sehr gute Realschüler schaffen den Sprung in den Job
  • Eignung: Verständnis für Zahlen und wirtschaftliche Zusammenhänge. Gute Kenntnisse in Mathematik und Englisch. Bereitschaft den ganzen Arbeitstag vor dem Computerbildschirm zu verbringen.
  • Perspektiven: Beschäftigung bei Banken und Investmentgesellschaften. Meist gibt es Ausbildungs- und Berufschancen nur an Börsenstandorten, bevorzugt in Frankfurt am Main.
  • Weiterbildung: Fortbildung zum Investmentfachwirt, Bachelor-Studium zum Sparkassenfachwirt, Bachelor-Studium zum Betriebswirt
  • Ausbildungsalternativen: Bankkaufmann/Bankkauffrau, Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen, Immobilienkaufmann/Immobilienkauffrau

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Investmentfondskaufleute verdienen schon als Auszubildende überdurchschnittlich. Später hängen Anteile des Einkommens oft vom Erfolg des gesamten Unternehmens ab. Das heißt das Einkommen kann stark schwanken.

Kreativität

Investmentfondskaufleute müssen kreativ sein, sich neue Ansätze im Marketing überlegen, denn sie entwickeln nicht nur Fonds und verwalten diese, die Fonds müssen sich auch verkaufen lassen.

Info

Investmentfondkaufleute sehen jeden Tag aus, wie frisch aus dem Ei gepellt. Für Männer sind Anzug und Krawatte Pflicht, Frauen tragen Kostüm oder Hosenanzug.


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