ARD-alpha - Ich mach's!


17

Hauswirtschafter/-in Von wegen - kann doch jeder

Zehn Mohnzöpfe backen, 250 Portionen Hackfleisch mit Kartoffeln vorbereiten, 20 Bleche Pizza belegen, ach ja, und dann noch schnell 200 Schälchen Apfelgrütze mit Zimtsahne dekorieren von wegen "Kochen kann doch jeder".

Stand: 22.09.2014

Um 7.30 Uhr morgens schlüpfen Dajana, Lisa, Jasmin und Marina in ihre Arbeitskleidung - ein gestärkter Kittel, Häubchen, rutschfeste Sicherheitsschuhe und dann schnell ab in die Großküche. Schnell noch die morgendliche Besprechung mit der Küchenchefin - was steht an, wie viele Personen kommen zum Essen, wer will nur vegetarische Kost? - und dann fängt die Arbeit an. Die vier Azubis werden in der "Burg Feuerstein" in Ebermannstadt ausgebildet - eine Jugendbegegnungsstätte der Erzdiözese Bamberg. Schulklassen und Jugendgruppen kommen hierher und wohnen auch hier in Mehrbettzimmern. Die Hauswirtschaft ist dafür zuständig, daß alle zu essen bekommen, die Zimmer und Flure blitzsauber sind und die Versorgung der Gäste rundum klappt.

Großeinsatz in der Küche

Nachschub für das Frühstück

Lisa muß gleich raus in den Speisesaal - eine Jugendgruppe ist da und will Frühstück, 130 Leute kommen auf einmal rein - Lisa passt aufs Buffet auf, füllt Konfitüre nach, holt Wurst und Brötchen. Die anderen Azubis helfen in der Küche: Teig rollen, Fleischküchle rollen, Gemüse putzen - kaum ist das Mittagessen fertig, wird auch schon das Abendessen vorbereitet. Zu den Aufgaben der Azubis gehört auch: die Arbeitsflächen sauberzuhalten - Hygiene ist sehr wichtig; mal in der Vorratskammer nachschauen, ob genug Konserven und Frischware da ist; Lieferanten empfangen und die Ware entgegennehmen und den Müll trennen. Auch für die Wäsche sind die Azubis zuständig - Waschmaschine füllen und die Wäsche bügeln. Wer für die Hausreinigung eingeteilt ist, hat auch zu tun: Die Zimmer müssen geputzt, die Betten bezogen, WC und Dusche gereinigt werden.

Ausbildung in sozialen Betrieben

Abspülen per Hand

Nicht nur in Jugendherbergen und Jugendhäusern arbeiten Hauswirtschafterinnen. Auch andere soziale Betriebe wie Altenheime, Behinderteneinrichtungen, Krankenhäuser und Jugendheime bilden aus, auch in Großkantinen und Privathaushalten arbeiten Hauswirtschafterinnen. Auch auf dem Land sind sie gesucht: Auf Bauernhöfen gehen sie den Landwirten im Haushalt zur Hand, helfen aber auch im Stall und Garten mit, betreuen die Kinder. Ist ein Hofladen zu betreuen oder Feriengäste zu bedienen, gehört auch das zu ihren Aufgaben.

Viele Wege stehen offen

Anstellen der Waschmaschine

Hauswirtschafterin ist ein abwechslungsreicher und vielseitiger Beruf. Es gibt jede Menge Kurse, Seminare oder Lehrgänge, um sich zu spezialisieren und fortzubilden, zum Beispiel als Dorfhelfer/ -in, als Haus- und Familienpflegerin, als Meister/-in der Hauswirtschaft, Fachlehrerin werden oder hauswirtschaftliche Betriebsleiterin. Man kann sich auch mit einem eigenen Betrieb selbständig machen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Staatliche geprüfte/r Hauswirtschafter/in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre (Verlängerung und Verkürzung möglich)
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule oder Ausbildung in einer hauswirtschaftlichen Schule mit praktischen Elementen.
  • Prüfung: Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach 3 Jahren mit einer Abschlußprüfung.
  • Ausbildungsorte: Soziale Einrichtungen (Altenheime, Jugendherbergen, Bildungshäuser, Krankenhäuser), Kantinen, Haushalte in der Landwirtschaft, Privathaushalte.
  • Zugang: Keine formale Zugangsvoraussetzung, die meisten Azubis haben aber den Hauptschulabschluß, einige haben auch die Mittlere Reife (Fachoberschulreife).
  • Eignung: Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Flexibilität, Organisationstalent, Spaß an der Arbeit im Haushalt
  • Perspektiven: Hauswirtschaft ist ein vielseitiger Beruf. Nach der Ausbildung gibt es zahlreiche Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten. Fortbildungen durch Seminare, Lehrgänge zum Beispiel in Fachakademien sind möglich.
  • Alternativen: Meister/in der Hauswirtschaft, Geprüfte/r Fachhauswirtschafter/in, Hauswirtschaftliche/r Betriebsleiter/in, Staatl. Geprüfte/r Dorfhelfer/in, Familienpfleger/in, Dipl.-Ökotrophologe/-in, Dipl.-Haushalts- und Ernährungswissenschaftler/in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kraft

Wer nicht richtig anpacken kann, ist für den Job nicht wirklich geeignet. Hauswirtschafterinnen müssen bügeln, putzen, spülen, kochen, waschen, schwere Vorräte tragen- das alles gehört zum Tagesablauf.

Teamarbeit

Hauswirtschafterinnen arbeiten nie für sich alleine, sondern sind im Großhaushalt Teil eines Teams. Sie arbeiten mit Küchenhilfen, Servicekräften, Hausmeistern, etc. Hand in Hand

Info

Die negative Seite am Job: Hauswirtschafter sind viel in Bewegung und den ganzen Tag auf den Beinen. Sie müssen auch oft schwer tragen - seien es Wäschekörbe oder Vorräte. Auch beim Kochen, Bügeln und Waschen können sie ins Schwitzen kommen. Die Arbeitszeit hängt vom jeweiligen (Groß-)Haushalt ab. Oft gibt es Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit; auch arbeiten bis spät in den Abend oder früh morgens ist üblich.


17