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Gesundheits- und Krankenpfleger/-in Helfen und pflegen

Krankenschwestern und -pfleger begleiten Patienten während ihres Klinikaufenthaltes oder versorgen Pflegebedürftige zu Hause. Offen auf Menschen zugehen, mit ihnen sprechen das gehört neben dem medizinischen Wissen zum Beruf dazu.

Stand: 13.01.2016

Michaela trifft um 6 Uhr 30 bei ihrem ersten Patienten ein. Sie arbeitet beim ambulanten Pflegedienst. Ein fröhliches "Guten Morgen" und schon beginnt die Auszubildende mit ihrer Arbeit - und hat immer ein nettes Wort für ihren Patienten, obwohl die Zeit knapp ist. Ganze 25 Minuten darf sie für alles brauchen. Aus dem Bett helfen, Urinbeutel wechseln, Gesicht und den ganzen restlichen Körper waschen - Berührungsängste kennt Michaela nicht mehr. Während der Ausbildung lernt sie viele Klinikstationen kennen und eben auch den ambulanten Pflegedienst. Die Theorie absolviert sie an der Staatlichen Berufsfachschule in Erlangen. Die Bewerberzahl ging hier übrigens in den vergangen Jahren stetig zurück, auf einen Ausbildungsplatz kamen jetzt vier Bewerber.

Versorgung rund um die Uhr

Michaela fährt zur nächsten Patientin. Die Arbeitszeiten sind gewöhnungsbedürftig - Schichtdienst, das heißt, früh morgens, tagsüber und nachts zu arbeiten. Die Patienten müssen eben rund um die Uhr versorgt sein. Schmerzsalbe auftragen, Frühstück zubereiten, frisieren - die über 90jährige Patientin ist dankbar, dass Michaela jeden Morgen pünktlich vor der Tür steht und ihr den Tagesablauf etwas erleichtert.

Tabletten

Ortswechsel. Klinikum Ingolstadt, Intensivstation. Mario Ragusas Hände arbeiten zügig und sicher, wenn er seine Patientin von der rechten auf die linke Seite dreht. Hier auf dieser Station können die meisten Kranken nur wenig mithelfen, viele sind zu schwach oder dösen nach der Operation - noch unter Narkosewirkung - vor sich hin. Viele stehen zwischen Leben und Tod.

"Das Schicksal, was der Patient hat darf ich mir nicht zur Belastung machen und auch wenn ich oft jemanden sterben sehe, ist es auch oft so, dass man Fortschritte sieht, wo man sagt, das ist doch auch positiv."

Mario Ragusa, Krankenpfleger

Kontrollmonitor

Das Pflegepersonal ist hier intensiv gefordert: Mario Ragusa behält alles im Blick, die Monitore, Infusionsflaschen, Beatmung. Und er muss sich in die Patienten einfühlen, denn sie können ihre Wünsche oft nicht aussprechen, der Pfleger muss spüren, ob ihre Schmerzen mehr werden, denn dann muss er Medikamente verabreichen. Ein verantwortungsvoller Beruf, der auch seelisch sehr belastend sein kann, etwa wenn Patienten sterben. Doch oft sieht Mario Ragusa Menschen gesund werden - und das ist das Schönste an diesem Beruf.

Änderungen bei der Gestaltung der Pflegeausbildung geplant

Pflegeberufe sollen attraktiver gestaltet werden, um den steigenden Bedarf an Fachkräften in der Alten- und Krankenpflege decken zu können. Zudem soll den gestiegenen Anforderungen an die Qualität der Pflege Rechnung getragen werden. Daher sollen die Pflegeausbildungen modernisiert und zu einer Ausbildung zusammengeführt werden. Deshalb wurden von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe "Weiterentwicklung der Pflegeberufe" Eckpunkte vereinbart, die der Vorbereitung des Entwurfs für ein neues Pflegeberufsgesetz dienen. (01.04.2013)

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Gesundheits- und Krankenpfleger/-in
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Ausbildung findet an Berufsfachschulen statt, Theorie- und Praxisblöcke wechseln sich in etwa zu gleichen Teilen ab
  • Prüfung: Vor Prüfungsausschuss an der Schule
  • Ausbildungsorte: Berufsfachschulen, Krankenhäuser
  • Zugang: Mindestens Mittlere Reife oder Hauptschulabschluss plus abgeschlossene Berufsausbildung
  • Eignung: Guter und respektvoller Umgang mit Menschen, körperliche Fitness, psychisch belastbar, sorgfältig arbeiten, teamfähig
  • Spezialisierungen: Nephrologie, Onkologie, Hygiene
  • Alternativen: Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in, Altenpfleger/-in, Hebamme/Entbindungspfleger

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Die Auszubildenden erhalten ein Ausbildungsentgelt. Wenn es sich nach den tariflichen Vereinbarungen des öffentlichen Dienstes richtet, verdient man im 1. Jahr € 807, im 2. € 867 und im 3. € 966.

Genauigkeit

Wer schlampig arbeitet, setzt Leben aufs Spiel. Krankenschwestern und -pfleger müssen genau und sorgfältig arbeiten, sie tragen große Verantwortung.

Info

Schichtdienst gehört in diesem Beruf dazu. Früh-, Spät- und Nachtschichten im Wechsel, das kann ganz schön anstrengend sein. Mit den Patienten sprechen, erklären, welche Untersuchungen auf sie zukommen, ihnen zuhören und einfühlen - das A und O in diesem Beruf.


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