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Gerüstbauer/-in Im Team hoch hinaus

Gerüstbauer sind eine recht sportliche Handwerker-Truppe. Sie bauen Gerüste aus Metall und Holz bis in schwindelnde Höhen. Ob am Kirchturm, in der Flussschleuse oder auf der Bühne bei einem Open-Air-Rockkonzert.

Stand: 18.05.2015

Gerüstbauer nehmen an einem Arbeitstag bis zu 20 Tonnen Gerüstbauteile in die Hand, tragen und stemmen sie - ein körperlich anstrengender Beruf. Mit Helm und Klettergeschirr sehen Gerüstbauer nicht nur aus wie Bergsteiger, sie arbeiten auch ähnlich: Zielstrebig, ohne Hektik, ohne Risiko für Leib und Leben, ein Handgriff nach dem anderen. Tollkühne Draufgänger sind nicht gefragt. Auf sicheres Arbeiten und Genauigkeit kommt es an. Schlechtes Wetter schreckt sie nicht.

Gerüstbau ist Teamarbeit

Gerüstbau

Gerüstbauer arbeiten stets im Team: Das Team heißt in diesem Beruf "Kolonne" und besteht meist aus drei Männern. Es gibt zwar Gerüstbauerinnen und sogar Gerüstbaumeisterinnen, allerdings ist ihre Zahl sehr gering. Gerüstbauer müssen gut zusammenarbeiten und sich aufeinander verlassen können. So mindern sie das Verletzungsrisiko für sich und für andere Menschen auf der Baustelle. Wer sich um einen Ausbildungsplatz bewirbt, sollte wirklich anpacken können. Dafür verdient der gelernte Gerüstbauer im Vergleich zu anderen Handwerksberufen auch gut und hat insgesamt sehr gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Gerüstbau-Unternehmer suchen Bewerber mit guten Schulnoten, besonderes in Mathematik. Schließlich müssen die Azubis in der Berufsschule und für die Gesellenprüfung die Stabilität eines Gerüstes berechnen können. Eine bestimmte schulische Vorbildung ist allerdings nicht vorgeschrieben. Hier bekommen auch junge Leute ohne Schulabschluss eine Chance.

"Gerüstbauer ist eigentlich schon ein harter Beruf. Man muss auch sehr flexibel sein. Man muss auch höhensicher sein, darf auf jeden Fall keine Höhenangst haben, das ist klar. Aber sonst ist es eigentlich ein ganz guter Beruf."

Angelo Kerner, Azubi

Die Arbeitstage beginnen meist mit dem Lesen von Plänen, auf dem der neue Auftrag aufgezeichnet ist. Dann laden die Gerüstbauer alle erforderlichen Teile auf einen Lastwagen, verstauen alles sicher und fahren los. Die meisten Baustellen liegen weit weg vom Firmensitz. Gerüstbauer arbeiten oft unter Termindruck. Meist müssen sie eine Fassade an einem bestimmten Tag fertig einrüsten, damit am nächsten Tag andere Handwerker auf dem Gerüst arbeiten können.

Berufsschule und überbetriebliche Ausbildung

Besprechung im Team

Während ihrer dreijährigen Ausbildung absolvieren Gerüstbauer 39 Wochen in einer Berufsschule und 25 Wochen in überbetrieblichen Ausbildungszentren in Bernau, Dortmund und Weiterstadt. Die Gerüstbauer müssen unterschiedliche Gerüst-Typen kennen. Sie lernen Sicherheitsbestimmungen und rechtliche Bestimmungen. Mit Schlagbohrmaschine und anderem Werkzeug können sie umgehen. Holz, Beton, Ziegelmauerwerk - der Gerüstbauer kennt jeden Untergrund und kann dort sein Gerüst sicher verankern und befestigen.

"Auf die jungen Leute kommt erst mal eine harte körperliche Arbeit zu, die man besonnen und vernünftig ausführen soll, um am Feierabend wieder gesund nach Hause zu kommen. Dann empfehle ich jedem, eine Woche Praktikum zu machen in einem Gerüstbaubetrieb in seiner Nähe, damit er sieht, was der Tagesablauf ist. Und: Warnen möchte ich auch vor der Berufsschule, die ja im Block beschult wird und da ist der junge Kerl dann drei Wochen am Stück auswärts und das ist auch nicht jedem seine Sache."

Lars Feig, Gerüstbauunternehmer

Wer in diesem Beruf Karriere machen möchte, kann den Meister machen und dann vielleicht eine eigene Firma gründen. Auch den Abschluss als "Techniker, Fachrichtung Bautechnik" können junge Männer nach der Gesellenprüfung anstreben, ein Studium ist ebenfalls möglich.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Gerüstbauer/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: im Ausbildungsbetrieb und an der Berufsschule, plus überbetriebliches Ausbildungszentrum
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: Gerüstbauunternehmen
  • Vergütung: Tarifvertrag gekündigt, üblich sind rund 600 Euro im 1. Lehrjahr
  • Eignung: körperlich belastbar, schwindelfrei, teamfähig
  • Perspektiven: Meisterprüfung, Existenzgründung, Fortbildung zum/r Techniker/-in Fachrichtung Bautechnik. Gerüstbauer können bei anderen Handwerksbetrieben als Spezialisten einsteigen, etwa bei Zelt- und Bühnenbau oder Reinigungsunternehmen.

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kraft

Gerüstbauer müssen sich körperlich sehr anstrengen. Sie nehmen an einem Arbeitstag bis zu 20 Tonnen Metall und Holz in die Hand, heben und bewegen die bis zu 20 Kilo schweren Bauteile bis in schwindelnde Höhen.

Genauigkeit

Gerüstbauer müssen vom ersten Bauteil am Fundament des Gerüstes an mit Wasserwaage und Metermaß genau arbeiten, weil sonst das Gerüst einstürzen kann. Ungenaues Arbeiten kann Menschenleben kosten.


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