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Forstwirt/-in Sie lassen es krachen

Forstwirte ernten nicht nur Holz, sie pflanzen auch kleine Baumsetzlinge, schützen jungen Wald vor Wildverbiss, bauen Wildschutzzäune und Hochsitze für Jäger. Zum Innendienst der Forstwirte gehört die Pflege ihrer Ausrüstung.

Stand: 26.10.2015

Maria lässt’s krachen. Wenn die angehende Forstwirtin tonnenschwere Baumriesen umlegt, hallt es weit durch den Wald. Die Auszubildende fällt mit heulender Motorsäge 80 bis 100 Jahre alte Fichten und zerlegt sie in verwertbare Teile. Holzernte ist die wichtigste Tätigkeit für Forstwirte.

Immer an der frischen Luft

Maria gehört zu den wenigen weiblichen Azubis in diesem Beruf. Doch ist die Arbeit auch für kräftige junge Männer sehr anstrengend. Forstwirte können im unwegsamen Gelände leicht stürzen, sich mit der Motorsäge schwer verletzen oder von einem Ast oder Baumstamm erschlagen werden. Maria schreckt das nicht ab. Sie liebt die Arbeit im Grünen, immer an der frischen Luft.

Niemals ohne Schutz

Pflege der Kettensäge

Abwechslung bietet der Beruf auch, denn Forstwirte ernten nicht nur Holz, sie pflanzen auch kleine Baumsetzlinge, schützen jungen Wald vor Wildverbiss, bauen Wildschutzzäune und Hochsitze für Jäger. Zum Innendienst der Forstwirte gehört die Pflege ihrer Ausrüstung. Dabei geht es vor allem um die Wartung der Motorsäge. Das ist ihr wichtigstes Werkzeug. Forstwirte müssen immer, auch bei größter Hitze, Schutzkleidung samt Helm und Sicherheitsschuhen tragen. Wer den ganzen Tag im Gelände unterwegs ist, hat abends oft schwere Beine. In ihrer dreijährigen Ausbildung lernen die angehenden Forstwirte aber auch Tricks, damit die Belastung für ihren Körper nicht zu groß wird.

Möbelfurnier oder Bretter?

Forstwirte assistieren einem Harvester

Forstwirte müssen viel über Baum- und Holzarten wissen sowie über Naturschutz und Forsttechnik. Bei der Holzernte haben in den letzten Jahren Erntemaschinen, so genannte "Harvester", viele Arbeitsplätze im Wald ersetzt. Inzwischen sind die Zukunftsaussichten für diesen Beruf wieder gut, denn die Erntemaschinen können nicht alle Bäume im Wald erreichen und fällen. Forstwirte arbeiten den Maschinen zu und assistieren den Maschinenführern. Auch beim Erkennen von Baumkrankheiten und beim Ermitteln des Wertes und der späteren Verwendung von Bäumen sind Forstwirte nicht von Maschinen zu ersetzen. Wird ein Stamm zum Möbelfurnier für mehrere tausend Euro oder macht man aus ihm nur Bretter für 200 oder 300 Euro - auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Nutzwaldes hat der Forstwirt großen Einfluss.

Übung mit der Kettensäge

Die überbetriebliche Ausbildung und die Berufsschule absolvieren die Azubis blockweise an Fachschulen und übernachten dabei im Internat. Nach der dreijährigen Ausbildung können sie sich als Landschaftspfleger oder Baumpfleger spezialisieren, sie können Meister oder Techniker werden und sogar studieren.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Forstwirt/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre, kann verkürzt werden
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung bei staatlichen, kommunalen oder privaten Waldbesitzern
  • Zugang: In der Regel wird Hauptschulabschluss verlangt. Viele Bewerber haben aber inzwischen auch die Mittlere Reife. Gute Gesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit wird erwartet.
  • Abschlussprüfung: Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.  Im zweiten Lehrjahr ist eine Zwischenprüfung zu bestehen. 
  • Ausbildungsorte: staatliche, kommunale und private Waldbesitzer als anerkannte Ausbildungsbetriebe
  • Eignung: Forstwirtinnen und Forstwirte müssen körperlich belastbar sein, Interesse an der Natur haben, technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen.
  • Weiterbildung: Spezialisierung zum Natur- und Landschaftspfleger oder Baumpfleger, Meister/-in, Techniker/-in, Studium der Forstwirtschaft

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Mit geschultem Auge ermitteln Forstwirte bei jedem Baumstamm die wertvollsten Teile, sägen sie ab und lagern sie für den Verkauf. Mit Maßband und Auge müssen sie dabei genau vorgehen, es geht schließlich bei jedem Baum um mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Euro.

Kraft

Forstwirte verrichten eine körperlich sehr anstrengende Arbeit. Sie sind bei jedem Wetter in meist unwegsamem Gelände unterwegs und müssen ständig sägen, mit der Axt schlagen, schwere Äste und Stämme bewegen.

Gefahr

Bei der Holzernte verletzen sich sehr viele Menschen. Sogar Todesfälle sind keine Seltenheit.


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