ARD-alpha - Ich mach's!


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Florist/-in Beliebt vor allem bei Frauen

Einen Frühlingsstrauß binden, eine Blumenschale bepflanzen oder ein Gesteck dekorieren: Beim Gestalten von floristischen Werkstücken kennt die Kreativität keine Grenzen. Ob für Geburtstag, Jubiläum, für Hochzeit oder Todesfall: Der Florist ist zuständig für alle Wechselfälle des Lebens.

Stand: 29.09.2014

Einen Trauerkranz muss er binden können, einen Brautstrauß gestalten oder Tafelschmuck zusammenstellen! Er muss die Pflanzen im Laden pflegen und versorgen - dazu muss er ihre Eigenheiten kennen wie Lichtansprüche und Temperatur. Der Auszubildende soll lernen, kontaktfreudig auf die Kundschaft zugehen und geduldig zu beraten. Der Käufer hat oft eine Preisvorstellung, die nicht überschritten werden soll.

Nicht nur grüne Daumen

Neun von zehn Beschäftigten in diesem Beruf sind weiblich. Die Floristinnen arbeiten mit Schere und Messer - sie müssen dabei Vorsicht walten lassen, so ein Messer rutscht an der feuchten Pflanze leicht ab. Hin und wieder sind schwere Blumenkästen, Pflanzschalen oder Vasen zu heben. Der Beruf verlangt Körperpflege: Meist werden die Fingernägel schwarz und die Hände rissig. Jeden Abend muss also die Nagelbürste ran und die Handcreme oft sogar zweimal am Tag. Im Binderaum herrschen oft kühle Temperaturen: Denn die Blumen mögen es nicht so warm.

"Mir geht's einfach gut, wenn ich jetzt ein Werkstück gemacht hab, stell es zum Verkaufen hin und nach einer halben Stunde oder Stunde kommt dann jemand und kauft das dann!"

Anna

Spitzenmonat Mai

Kaufmännisches Denken soll der Floristin nicht fremd sein. Denn die Ware ist saisongebunden und nur begrenzt haltbar. Blumen dürfen nicht lange lagern, der Bedarf ist daher genau zu kalkulieren. Wichtig auch die Präsentation der Ware: Ein ansprechend gestalteter Verkaufsraum ist das A und O im Fachgeschäft. Der Beruf bietet ständig was Neues. Immer wieder hat der Florist auch außer Haus zu dekorieren, bei Feiern im Nebenzimmer eines Restaurants, in Privat- oder Geschäftsräumen, in Schaufenstern. Hier geht es darum, den Raum zu erfassen und die Blumen wesensgerecht und dem Anlass entsprechend einzusetzen. Die Floristenazubis arbeiten 39 Stunden pro Woche, oft auch samstags. Dafür haben sie dann unter der Woche einen Tag frei. In diesem Job gibt es Stoßzeiten: Am Muttertag und am Valentinstag geht es hoch her. Der Wonnemonat Mai bedeutet für die Floristen Hochsaison: Neben dem Muttertag gibt's viele Hochzeiten, und auch die Pflanzzeit für Balkonblumen fällt in diesen Monat.

"Stresszeit ist natürlich Muttertag, zumal Muttertag ist und Mai: im Mai sind auch wahnsinnig viele Hochzeiten. Das ist dann totaler Stress. Hochzeiten muss man vorbereiten, für Muttertag muss man vorbereiten. Dann ist gerade die Pflanzzeit für Balkonblumen, das kommt auch noch dazu. Der Mai ist eigentlich ein ziemlicher Stressmonat, kann man sagen."

Ingrid

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Florist/ Floristin
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsorte: Die Floristen lernen im Ausbildungsbetrieb - im Laden und im Binderaum - und haben Unterricht in der Berufsschule.
  • Zugang: Voraussetzung ist der Hauptschulabschluss.
  • Eignung: Ein Florist/ eine Floristin soll ein gutes Farb- und Formempfinden mitbringen, handwerkliches Geschick und kaufmännisches Verständnis. Darüberhinaus soll der Auszubildende kontaktfreudig sein und freundlich auf die Kundschaft zugehen.
  • Ausbildungsplätze: Die Zahl der Ausbildungsplätze hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht (in Bayern derzeit 1200 Ausbildungsverträge für Floristen). Dennoch gibt es mehr Bewerber als Stellen - also frühzeitig bewerben!
  • Perspektiven: Nach der Gesellenprüfung kann ein Florist im Fachgeschäft mitarbeiten und teilnehmen an Berufswettbewerben. Nach drei Jahren Berufspraxis kann er die Meisterprüfung zum Floristen absolvieren oder den Abschluß "staatlich geprüfter Florist" an der Fachschule für Blumenkunst in Weihenstephan machen. Später kann er Gestalter bei internationalen Messen und Gartenschauen werden.
  • Alternativen: Gärtner/Gärtnerin Fachrichtung Friedhofsgärtnerei, Gärtner/Gärtnerin Fachrichtung Zierpflanzenbau, Gärtner/Gärtnerin Fachrichtung Staudengärtnerei

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Im ersten Lehrjahr bekommt der oder die Auszubildende nach Floristentarif 331 Euro, im zweiten Lehrjahr 443 Euro, im dritten dann 499 Euro. Wer jedoch die Floristenausbildung in einem Gartencenter macht, wird nach dem Einzelhandelstarif bezahlt: Er beginnt mit 603 Euro, im zweiten Lehrjahr bekommt er 667 Euro und im dritten Lehrjahr dann 767 Euro.

Geschicklichkeit

Eine gute Feinmotorik und handwerkliches Geschick soll ein Florist mitbringen. Ein raffinierter Brautstrauß aus Blütenblättern braucht Geduld! Vorsicht mit dem Werkzeug: Floristen arbeiten mit Schere und Messer.

Kreativität

Ein gutes Gefühl für Farben und Formen ist bei den Floristen Voraussetzung. Immer wieder sind neue Kombinationen gefragt und pfiffige Ideen. Die Ware ist saisongebunden, je nach Jahreszeit stehen andere Blumen zur Verfügung.

Kraft

Ein Florist muss auch manchmal schwer heben: Eine bepflanzteTerrakottaschale oder eine fertig dekorierte, mit Wasser gefüllte Vase.


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