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Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/-in Vom grauen Rohbau zur Wohlfühl-Oase

Ihre Arbeit kann sich sehen lassen: Ob zuhause im Badezimmer, im U-Bahnhof oder im Schwimmbad. Fliesen-, Platten- und Mosaikleger sind Ausbau-Spezialisten, die Wänden und Böden den letzten Schliff verpassen.

Stand: 10.05.2012

Manuel Deniz blickt konzentriert auf die neue Badezimmer-Wand - eben hat er die letzte Fliese eingesetzt. Manuel hat sauber und flott gearbeitet: Zuerst den Mörtel aufgespachtelt, dann die Fliesen zurechtgeschnitten und verlegt. Jetzt ist er fertig: Er klopft die Fliese noch ein bisschen fest - und ist zufrieden. Paßt! Seit ein paar Tagen schon arbeitet Manuel mit einigen Kollegen in diesem Neubau - sie fliesen Badezimmer, verlegen große Naturstein-Platten auf dem Fußboden und setzen Fensterbänke ein. Manuel ist im zweiten Lehrjahr und packt überall mit an. Am Morgen hat er schwere Säcke mit Mörtel-Pulver, Werkzeug und Planen auf die Baustelle gebracht und große Platten an der Nassschneidemaschine zurecht geschnitten.

Dann hat er die Holzverschalung an einer Treppe entfernt. Die hatten er und seine Kollegen gestern aufbetoniert. Der Beton ist getrocknet, nun können hier Platten verlegt werden. Fliesen-, Platten- und Mosaikleger sind Allrounder: Sie bereiten den Untergrund vor, stellen Teile aus Beton, Estrich oder Trockenbau her und kümmern sich um die Schall-, Feuchtigkeits- und Wärme-Dämmung der Wände. Und dann legen sie - natürlich - auch Fliesen.

Unterschiedliche Materialien und Techniken

Alles im Lot?

Gelernt hat Manuel das im Betrieb, aber auch in Azubi-Kursen bei der Bauinnung. Immer wieder während seiner dreijährigen Ausbildung kommt er dorthin. Im ersten Jahr lernen die Azubis aller Baugewerke gemeinsam, um zu verstehen, wie das Zusammenspiel auf einer Baustelle funktioniert. Fliesen-, Platten- und Mosaikleger sind Ausbau-Experten - sie machen sich ans Werk, wenn die groben Vorarbeiten abgeschlossen sind. Im zweiten Lehrjahr beginnt dann die Fachausbildung: Dabei lernen die Fliesen-, Platten- und Mosaikleger alles über die unterschiedlichen Materialien wie Steinzeug, Feinsteinzeug, Keramik, Naturstein und üben an Probewänden die verschiedenen Verlege-Techniken. Der Vorteil: Wenn hier mal eine Fliesenreihe schief gerät, ist das kein Problem. Bei der Innung sollen die Azubis aus ihren Fehlern lernen - damit auf der Baustelle dann alle Fliesen perfekt sitzen.

Mosaik für 2.000 Euro - pro Quadratmeter

Mosaik-Fliesen

Markus Häfner hat seine Ausbildung schon hinter sich. Der 33-Jährige arbeitet bei einer Firma, die sich auf exklusive Projekte spezialisiert hat. Das sind vor allem Mosaike - manchmal nur wenige Zentimeter breite Steinchen aus Glas und Keramik, die auf Gummimatten befestigt sind. Und die haben ihren Preis: bis zu 2.000 Euro - pro Quadratmeter! Keine Frage: Markus muss äußerst vorsichtig mit dem Material umgehen. Nachdem er die Wand isoliert und grundiert hat, schleift er sie ab - es dürfen keine Unebenheiten zu sehen sein. Dann bringt er Mörtel auf und legt die erste Matte. Richtig spannend wird es, wenn er rund um den Wasseranschluss die Steinchen einzeln verlegen muss - mit sicherem Auge und geschickter Hand. Jeder Fliesen-, Platten- und Mosaikleger hat seine eigene Handschrift - und braucht für seinen Job guten Geschmack und eine Portion Kreativität. Damit verwandeln Markus und seine Kollegen in nur wenigen Tagen graue Rohbauten in farbig-funkelnde Wohlfühl-Oasen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Dreistufige Ausbildung im Betrieb, an der Berufsschule und in der überbetrieblichen Ausbildung bei der Innung.
  • Prüfung: Bei der Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer (die mit Abstand meisten Fliesenleger werden im Handwerk ausgebildet).
  • Ausbildungsorte: Handwerks- und Industriebetriebe der Bauwirtschaft.
  • Zugang: Offiziell vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss - die Unternehmen suchen aber meist Bewerber mit gutem Qualifiziertem Hauptschulabschluss.
  • Eignung: Bewerber sollten ein gutes optisches Gefühl, räumliches Vorstellungsvermögen und mathematische Kenntnisse mitbringen; außerdem sollten sie sorgfältig und genau arbeiten und körperlich belastbar sein.
  • Weiterbildung: über den Vorarbeiter und Werkpolier zum geprüften Polier, Meisterprüfung (allerdings gibt es keinen Meisterzwang mehr, man kann sich also auch als Geselle ohne Meisterprüfung und Berufserfahrung selbständig machen), Weiterbildung zum Bautechniker, FH-Studium zum Ingenieur
  • Alternativen: Im Bereich Ausbau/Hochbau: Estrichleger, Stuckateur, Maurer, Trockenbaumonteur, Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer; im Bereich Bauaustattung: z.B. Parkettleger; im Bereich Steinbearbeitung: z.B. Steinmetz, Steinbildhauer oder Naturwerksteinmechaniker; im Bereich Dach- und Fassadentechnik: Fassadenmonteur, Dachdecker, Parkettleger/Parkettlegerin, Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin, Stuckateur/Stuckateurin, Bodenleger/Bodenlegerin

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger bekommen während der Ausbildung durchschnittlich über 850 Euro brutto im Monat. Im dritten Lehrjahr gehören sie mit über 1.000 Euro zu den bestbezahlten Azubis. Nach der Ausbildung werden Fliesenleger häufig nach gelegter Fläche bezahlt: Je mehr sie in einer bestimmten Zeit legen, desto mehr verdienen sie.

Genauigkeit

Ohne Genauigkeit geht nichts in diesem Job. Schon beim Vermessen muss alles stimmen. Wird eine Reihe Fliesen schief gelegt, wird die ganze Wand nichts. Fliesenleger müssen sehr gewissenhaft arbeiten!

Kraft

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger haben einen anstrengenden Beruf. Sie müssen körperlich belastbar sein. Sie arbeiten häufig im Knien oder Hocken - ohne die richtige Schutzbekleidung wie Knieschoner geht dabei nichts.

Info

Den ganzen Tag mit Staub, Wasser und Mörtel zu hantieren, ist nicht jedermanns Sache. Die chemischen Werkstoffe wie Mörtel, Isolier-  oder Verfugungsmasse sind zwar nicht gesundheitsgefährdend - sie riechen allerdings häufig streng.


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