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Feinoptiker/-in Licht und Linsen

Feinoptiker stellen optische Bauelemente und Baugruppen aus Glas und anderen Materialien für Geräte mit optischen Komponenten wie Fotoapparate oder Fernrohre her. Sie arbeiten hauptsächlich in Betrieben der Industrie.

Stand: 02.11.2015

Simon Smolka ist im letzten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Feinoptiker bei der Firma Qioptiq in Regen im bayerischen Wald. Mit Meisterin Birgit Ertl steht er an einer computergesteuerten Schleifmaschine, die gleich eine Linse zurechtschleifen wird. Später wird die Linse in einem Fernrohr zum Einsatz kommen, wo sie weit entfernte Dinge nah und scharf vors Auge des Betrachters holt. Simon lernt von Birgit Ertl wie die Maschine zu programmieren ist. Auch die Berechnung des Schleifwinkels gehört zu seinen Aufgaben.

Optische Kontrolle

Optische Überprüfung

Auf der optischen Bank kontrolliert Julia Steinbauer mit Simon, ob die Vorgaben erfüllt wurden. Licht wird ganz gezielt auf die Oberfläche der Linse geworfen. Ein Computerprogramm wertet aus, ob der Schliff exakt den Vorgaben entspricht. Stimmt die Krümmung der Linse? Wie ist die Güte der Oberfläche? Dann kann das Produkt in einem Fernrohr verbaut werden. Julia steht kurz vor der Prüfung. Linsen schleifen und polieren, vergüten und vermessen, das alles ist schon fast Routine für sie geworden.

"Ich kann handwerklich vieles machen, aber es ist doch ziemlich genau. Der Schreiner arbeitet z. B. im Zentimeterbereich und wir im Zehntausendstel-Millimeterbereich - das ist schon super!"

Julia (18)

Prismen für Kameras

Dachkantprismen für Spiegelreflexkameras

Bei der Firma Zeiss in Oberkochen in Baden Württemberg legt Daniel Feirer sogenannte Dachkantprismen auf einen riesigen Schleifstein. Daniel ist im zweiten Lehrjahr. Eine Stunde lang werden die Prismen nun geschliffen. Später werden sie in Spiegelreflexkameras eingebaut. Da sorgen sie dafür, dass der Betrachter das durch den Spiegel verdrehte Bild wieder richtig herum sieht. Danach kümmert sich Daniel ums Polieren von Linsen, die später im Objektiv derselben Kamera zum Einsatz kommen.

"Ich hab' mich schon im Physikunterricht in der Schule sehr für das Thema 'Optik' interessiert. Dann habe ich mich im Internet umgeschaut, welcher Beruf Optik anbietet. Der Augenoptiker ist wohl mehr kaufmännisch orientiert. Dann habe ich weiter gesucht und bin auf den Feinoptiker gestoßen. Da habe ich gedacht: das ist es!"

Daniel (19)

Wer sich für den Beruf des Feinoptikers interessiert, hat gute Ausbildungsmöglichkeiten bei großen Firmen. Die haben in der Regel auch ein Interesse, ihre Auszubildenden später zu übernehmen. Wer dann allerdings mal wechseln will, muss eventuell umziehen. Feinoptische Unternehmen sind nicht besonders zahlreich und auch nicht in allen Regionen Deutschlands zu finden.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Feinoptiker/-in
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in industriellem Betrieb und Berufsschule
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Betrieb und Berufsschule
  • Zugang: Keine formale Zugangsvoraussetzung. Mindestens ein guter Hauptschulabschluss wird in der Regel aber vorausgesetzt.
  • Eignung: Fingerfertigkeit und handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, ein gewisses räumliches Vorstellungsvermögen,
  • Weiterbildung: Man kann seinen Meister machen, dann auch den  Industriemeister oder den Techniker in Feinwerktechnik. Mit der entsprechenden schulischen Voraussetzung ist ein Studium an der FH zum Dipl.-Ing. möglich.
  • Alternativen: Augenoptiker/-in, Glasveredler/-in, Feinmechaniker/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Die Ausbildungsvergütung liegt im Durchschnitt, genauso wie die späteren Verdienstmöglichkeiten.

Info

Technisches Verständnis, mathematische und physikalische Kenntnisse und eine gewisse Fingerfertigkeit sind gute Voraussetzungen, um den Beruf des Feinoptikers erlernen zu können. Der Job beinhaltet immer wieder Schichtdienste. Außerdem kommt man beim Schleifen und Polieren immer mal mit chemischen Substanzen in Berührung.


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