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Fahrdienstleiter/-in Weichen und Signale

Jeden Tag machen sich 37.000 Züge auf den Weg um Reisende und Güter zu transportieren. Ampeln sorgen wie auf unseren Straßen für Sicherheit. Bei der Eisenbahn heißen sie Signale. Diese Signale und die Weichen werden von Fahrdienstleitern bedient.

Stand: 31.08.2015

Claudia Falch ist im zweiten Lehrjahr bei der DB Netz AG, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Sie will Fahrdienstleiterin werden. Heute hat sie Dienst im Stellwerk am Münchener Hauptbahnhof. In 20 Metern Höhe arbeitet sie zusammen mit Fahrdienstleiter Alois Kastner mit Sicht auf die Gleise. Die Strecken und alle Signale und Weichen sind auf dem Stelltisch schematisch dargestellt. Das ist der Arbeitsplatz von Alois Kastner. Mit Druckknöpfen werden die Signale und Weichen von hier aus gestellt. Kein Zug darf losfahren, ehe nicht der Fahrdienstleiter den Fahrweg freigegeben hat. Heute drückt Claudia die entscheidenden Knöpfe.

"Es ist ein interessanter, verantwortungsvoller Beruf. Was für eine umfangreiche Technik man da bedient, das ist spannend. Sicher, wenn mal Störungen auftreten, da hat man dann Stress. Aber das gehört eben auch dazu."

Claudia (19), Auszubildende

Alle Gleise und Signale im Blick

Christoph Brandner, ebenfalls im zweiten Lehrjahr, sitzt bei Fahrdienstleiter Gerhard Riedl in der Betriebszentrale der deutschen Bahn in München. Nicht hoch über den Gleisen mit Blick auf Züge und Signale, sondern in einem geschlossenen Großraum. Für die Aufgaben hier braucht es keinen Sichtkontakt mehr zu den Gleisanlagen. Es ist eine Kommandozentrale mit vielen Computerbildschirmen. Von hier aus werden alle Signale und Weichen auf den freien Strecken in Bayern gestellt. Für diesen Job, der fast nur noch mit dem Telefonhörer und der Maus am PC ausgeführt wird, muss Christoph, ebenso wie Claudia, alle Vorschriften im Kopf haben. Das umfangreiche Buch, das jeder Auszubildende in und auswendig können muss, nennt der Insider die "Bibel des Fahrdienstleiters". Fehler dürfen nicht passieren.

"Die Verantwortung ist natürlich groß. Es gibt immer wieder mal Störungen und gelegentlich auch kritische Situationen, wo man alles einbringen muss - die ganze Erfahrung. Aber durch die Erfahrung und die gezielte Ausbildung kann man mit dieser Verantwortung ganz gut umgehen."

Gerhard Riedl

Computergesteuerte Weichenstellung

Gerhard Riedl hat fast 40 Jahre Berufserfahrung. Er hat noch in mechanischen Stellwerken gearbeitet, in denen die Weichen und Signale mit der Hand per Seilzug gestellt wurden. Einige wenige solcher Stellwerke an kleinen Bahnhöfen gibt es sogar noch. In Zukunft allerdings werden Fahrdienstleiter fast ausschließlich vor dem Bildschirm eines Computers sitzen. 11.000 Fahrdienstleiter sind bei der Deutschen Bahn beschäftigt beziehungsweise beim Tochterunternehmen DB Netz. Das bildet auch die neuen Fahrdienstleiter aus. Beschäftigung findet man bei einigen wenigen Werks- und Privatbahnen. Im Wesentlichen wird aber die Deutsche Bahn der Arbeitgeber sein. Der Beruf hat Zukunft.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fahrdienstleiter/ -in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre (bei guten Leistungen 2,5)
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Bahnbetrieb und Berufsschule
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Betrieb und Berufsschule
  • Zugang: Keine formale Zugangsvoraussetzung. Mindestens eine gute mittlere Reife wird in der Regel aber vorausgesetzt.
  • Eignung: Hohes Verantwortungsbewusstsein und unbedingte Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Besonnenheit, auch in hektischen Situationen.
  • Weiterbildung: Fachwirt für den Bahnbetrieb, Industriemeister, Fachrichtung Werkbahnbetrieb, verschiedene Betriebswirtausbildungen

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geld

Die Ausbildungsvergütung liegt über dem Durchschnitt. Der spätere Verdienst ist durchschnittlich, kann aber zum Beispiel über Schichtdienste verbessert werden.

Info

Ein hohes Verantwortungsbewusstsein und unbedingte Zuverlässigkeit gehören zum Beruf des Fahrdienstleiters. Außerdem sollte man belastbar sein und auch in hektischen Situationen besonnen reagieren. Der Job beinhaltet immer wieder Schichtdienste. Wenn Störungen des Bahnbetriebes oder gar Unfälle vorkommen, hat der Fahrdienstleiter Stress. Zudem ist es hauptsächlich eine sitzende Tätigkeit mit wenig Bewegung.


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