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Fachkraft für Lebensmitteltechnik Wir machen satt

Limonade, Konfitüre und Tiefkühlpizza - Fachkräfte für Lebensmitteltechnik stellen Lebensmittel in großen Mengen her. Ein verantwortungsvoller Job, in dem Sauberkeit und Hygiene eine große Rolle spielen.

Stand: 06.06.2016

Kurz vor fünf Uhr morgens klingelt der Wecker von Maurice. Dabei wohnt er in der Nähe seines Ausbildungsbetriebes in Haßfurt am Main. Doch bereits um sechs steht der 19-Jährige in einer Marmeladenfabrik, trägt Schutzanzug und auf dem Kopf ein weißes Häubchen. Es riecht nach Himbeere und Aprikose in den großen Hallen. Ein Tagesplan legt die Arbeitsschritte fest, so weiß Maurice genau, wann er welche Marmeladen an diesem Tag herstellen muss.

Regelmäßige Kontrolle

Kontrolle im Labor

Das Marmeladekochen funktioniert wie bei Oma daheim, nur dass die Töpfe um ein vielfaches größer sind. Zentnerweise mischt Maurice Früchte und Zucker zusammen. Hilfsmittel, wie eine Hebebühne, erleichtern ihm die Arbeit, trotzdem muss Maurice kräftig anpacken. Die ersten Wochen waren ganz schön anstrengend. Aufmerksam beobachtet Maurice viele Anzeigen an den Maschinen. Bei Abweichungen oder Störungen muss er sofort eingreifen. Außerdem kontrolliert er regelmäßig die Qualität der Marmeladen.

"Die Schattenseiten sind beispielsweise, man muss ziemlich viel schwer heben können. Man muss schon körperlich belastbar sein, nicht hier irgendwie ein bisschen zimperlich sein. Man muss schon kräftig mit anpacken."

Maurice Herteux (19), 2. Lehrjahr

Zusammensetzung und Herstellung von Lebensmitteln

Neue Rezepturen

Zur Ausbildung gehört der Besuch der Berufsschule. Maurice besucht diese wochenweise in Kulmbach. Die Schüler lernen dort viel über Hygiene, Zusammensetzung von Lebensmitteln und Herstellung von Produkten. Wer gut in Mathe, Physik und Chemie ist, hat es wesentlich leichter. Nach drei Jahren kommt die Abschlussprüfung. Maurice will als Geselle erst einmal Geld verdienen und sich später zum Techniker weiterqualifizieren. Auch das geht in Kulmbach mit den Schwerpunkten Fleisch- oder Lebensmitteltechnik. Wer wie Maurice gerne zupackt und technische Anlagen nicht scheut, der kann bei einem Praktikum prüfen, ob er der anstrengenden und verantwortungsvollen Tätigkeit als Fachkraft für Lebensmitteltechnik gewachsen ist.

"Grundsätzlich kann jeder diesen Beruf lernen. Hauptschüler tun sich erfahrungsgemäß schwerer. In der Lebensmittelindustrie ist sehr viel technisiert ist. Die meisten Auszubildenden haben die Mittlere Reife. Technische Begabung und gute Noten in Mathematik sind wichtig."

Michael Bamberger, Fachlehrer

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

Offizielle Berufsbezeichnung: Fachkraft für Lebensmitteltechnik
Ausbildungsdauer: drei Jahre
Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule. In Bayern gehen die Auszubildenden an die Berufsschule nach Kulmbach oder Starnberg.
Prüfung: Industrie- und Handelskammer
Ausbildungsorte: vor allem Industriebetriebe, überall dort wo Lebensmittel in großen Mengen hergestellt werden, zum Beispiel in der Getränkeindustrie.
Zugang: offiziell vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss - die meisten Azubis haben die Mittlere Reife.
Eignung: Bewerber brauchen gute technische Fähigkeiten, handwerkliches Geschick, Kenntnisse in Mathematik, Biologie und Chemie. Zudem müssen sie belastbar sein, in vielen Betrieben laufen die Anlagen rund um die Uhr, entsprechend wird in Schichten gearbeitet. 
Perspektiven: Industriemeister oder Techniker, Spezialisierung auf Qualitätskontrolle
Ausbildungsalternativen: Fleischer/Fleischerin; Konditor/Konditorin, Fachkraft für Süßwarentechnik, Milchtechnologe/Milchtechnologin

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geld

Je nach Einsatzgebiet ist die Vergütung nach der Ausbildung recht unterschiedlich. Grundsätzlich zahlt die Lebensmittelindustrie im Vergleich zu anderen Berufen überdurchschnittlich.

Geschick

Die Fachkraft für Lebensmitteltechnik braucht technisches Geschick. Es gilt große Maschinen am Laufen zu halten und zu warten. Bei einem Ausfall muss schnell reagiert werden, denn sonst wird es teuer für den Betrieb.

Info

Ohne Begeisterung für Technik läuft in dem Beruf absolut nichts. Elektrotechnik ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Viele Chefs achten darauf, dass sich das Interesse für Technik oder Musik bei Bewerbern im Lebenslauf widerspiegelt. Kein Job mit Büroarbeitszeiten. Gearbeitet wird in Schichten und oft auch dann, wenn andere feiern: am Wochenende, am Abend, auch nachts. Dafür kann man morgens mal ausschlafen. Schon die Azubis sind viel unterwegs.


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