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Fachinformatiker/-in Zwischen Quellcode und Platinen

Textverarbeitung und Tabellenkalkulation kann jedermann von der Stange kaufen. Spezielle Branchen- und Kundensoftware muss hingegen gezielt konzipiert und geschrieben werden. Genau das übernehmen Fachinformatiker, die sich auf Anwendungsentwicklung spezialisiert haben.

Stand: 28.09.2011

Fachinformatiker können auch den Schwerpunkt Systemintegration wählen. Dann vernetzen sie Computer, planen und warten Serveranlagen. Zwischen diesen beiden Richtungen ist die Schnittmenge gering. Fachinformatiker arbeiten mit komplexen Programmiersprachen. Dahinter steckt keine Hexerei, sondern stets eine Portion Logik. Deshalb sind diese Fähigkeiten gefragt: Logisches Denken, mathematisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und Merkfähigkeit. Teamfähigkeit gehört bei den Fachinformatikern ebenfalls zur Grundvoraussetzung. Programmiert wird allein - doch kreative Ideen finden die Softwareentwickler meist gemeinsam. Alle paar Jahre müssen sich die Programmierer auf neue Programmiersprachen einstellen. Sie müssen gleichzeitig ein Gespür für Trends mitbringen. Gestalterisch ebenso wie technisch. Ausruhen kann sich niemand in dem Job.

Fachhochschulreife oder Abitur bevorzugt

Formal steht die Ausbildung zum Fachinformatiker jedem offen. Das Berufsbildungsgesetz schreibt keinen bestimmten Schulabschluss vor. Die Praxis sieht anders aus: Die meisten Betriebe bevorzugen Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Während der Ausbildung lernen die Azubis: Programmieren, die Grundlagen der Informationstechnik, Strategien zur Anwenderberatung und Systemverwaltung. Anders als Fachinformatiker mit Schwerpunkt "Systemintegration" beschäftigen sich Fachinformatiker der Fachrichtung "Anwendungsentwicklung" nur am Rande mit Server- und Netzwerktechnik.

"Also generell muss man sagen, dass bei diesen Berufen das lernen niemals aufhört. Das liegt so in der Natur der Technik, das diese ziemlich schnell veraltet und etwas Neues erfunden wird. Lebenslanges lernen und weiterbilden muss einfach sein. Unsere Auszubildenden haben Fachabitur oder Abitur - viele fangen auch ein Studium hinterher an. Wer das nicht kann, weil er eben kein Abitur hat, kann sich auch auf der Abendschule parallel zum Job weiterbilden. Es ist zwar mit ein bisschen Aufwand verbunden, den man dafür betreiben muss, aber ich denke, es zahlt sich hinterher bei der Karriere aus, wenn man einfach nicht still steht."

Uwe Ritthammer IT-Ausbilder, DATEV

Flexibel und kreativ

Wer in einem mittelständischen oder einem kleinen Softwareunternehmen arbeitet, muss sich auf unregelmäßige Arbeitszeiten einstellen. Gerade kurz vor dem Ende eines Projektes, gehören Überstunden dazu. Gleichzeitig lässt der Beruf viele Freiheiten zu. Das ist typisch für die Branche. Programmieren ist ein kreativer Beruf. Und Kreativität lässt sich nicht in starre Arbeitszeiten von fünf mal acht Stunden pro Woche pressen. Programmieren am Rechner daheim? Programmieren am Sonntag - dafür am Montag frei? Alles möglich! Die Softwareentwickler müssen eng mit ihren Auftraggebern zusammenarbeiten. Denn bei Ihnen trifft die Computerwelt mit der Arbeitswelt des Kunden zusammen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachinformatiker/-in - Anwendungsentwicklung
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Fachinformatiker/-in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Diese bundesweit geregelte 3-jährige Ausbildung wird im Ausbildungsbereich Industrie und Handel sowie im Handwerk angeboten. Auch eine schulische Ausbildung ist möglich.
  • Ausbildungsorte: Während einer dualen Ausbildung werden Fachinformatiker/-innen der Fachrichtung Anwendungsentwicklung im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule ausgebildet. Überwiegend absolvieren Auszubildende ihre Ausbildung in Unternehmen der Informatikbranche und anderen Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen der Informations- und Kommunikationstechnik anbieten. Meist sind sie in Büroräumen mit Bildschirmarbeitsplätzen, aber auch beim Kunden tätig. Der Berufsschulunterricht findet zum Teil in Blockform in Fachklassen statt.
  • Prüfung: In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres wird eine schriftliche Zwischenprüfung durchgeführt. Die Abschlussprüfung besteht aus einem praktischen Teil A und einem schriftlichen Teil B. Der praktische Teil besteht aus einer betrieblichen Projektarbeit und deren Präsentation sowie dem Führen eines Fachgesprächs. Die Projektarbeit soll in höchstens 70 Stunden durchgeführt werden, die Präsentation und das Fachgespräch in höchstens 30 Minuten.
  • Zugang: Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Jedoch stellen die Betriebe überwiegend angehende Fachinformatiker/ -innen der Fachrichtung Anwendungsentwicklung mit Hochschulreife ein. Etwa ein Fünftel aller Ausbildungsanfänger/ -innen hatten eine Berufsfachschule besucht.
  • Eignung: Fachinformatiker/ -innen brauchen Interesse an Datenverarbeitung und Informatik, Neigung zu analysierenden und systematischen Denken. Sie sollten kommunikativ sein.
  • Perspektiven: Die rasante Entwicklung der Informationstechnologie eröffnet Fachinformatikern und Fachinformatikerinnen ein großes Tätigkeitsfeld. Experten bewerten die Berufsaussichten für engagierte Fachinformatiker/ -innen positiv.
  • Alternativen: Job- und Besetzungsalternativen (Auswahl): Fachinformatiker/ -in - Systemintegration, Systeminformatiker/ -in, Informatikkaufmann/ -frau, Industrietechnologe/ -technologin

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Teamarbeit

Teamfähigkeit gehört bei den Fachinformatiker/-innen Grundvoraussetzungen im Job. Programmiert wird allein - doch kreative Ideen finden die Softwareentwickler meist gemeinsam.

Mathematik

Zahlen. Algorithmen. Funktionen. Für Fachinformatiker/-innen gehört die Lust an Mathematik und Logik zwingend zum Handwerkszeug.

Info

Wer in einem mittelständischen oder in einem kleinen Softwareunternehmen arbeitet, muss sich als Fachinformatiker/-in auf unregelmäßige Arbeitszeiten einstellen. Gerade kurz vor den Ende eines Projektes, gehören Überstunden dazu.


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