ARD-alpha - Ich mach's!


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Erzieher/-in Mit Geduld und Spucke

Ein Wickelkind füttern, Tränen trocknen, den Streit zwischen zwei Dreijährigen schlichten: Erzieher und Erzieherinnen sind rundum gefordert. Am besten, sie haben die Ruhe weg! Sie arbeiten in Kinderkrippen, Horten, Kindergärten und Jugendeinrichtungen.

Stand: 25.06.2013

Erzieher haben die Augen überall. Sie gehen bei ernsten Konflikten dazwischen und entschärfen gefährliche Situationen. Manche Kinder bewegen sich viel zu wenig: Also regen die Erzieher sie an zum Ballspielen, Seilspringen oder Rollerfahren. Sie fördern auch die geistige Entwicklung, durch musikalische und künstlerische Aktionen. Geduld muss man für diesen Beruf mitbringen, und starke Nerven. Der Lärmpegel in den Einrichtungen ist hoch.

Selbständigkeit durch Erziehung

Im Kindergarten hat sich der Erzieher/ die Erzieherin auch um Vorschulerziehung zu kümmern, im Hort um die Hausaufgaben. Klare Absprachen im Team sind Voraussetzung! In der Kinderkrippe werden die Kinder gewickelt. Manche der Kleinen müssen erst lernen, allein zu essen oder sich anzuziehen. Dazu Hygienemaßnahmen: Immer die Hände waschen vor dem Essen! Die Kleinen sollen Selbständigkeit trainieren. Für die angehenden Erzieher und Erzieherinnen ist es eine Freude, die Kleinen aufwachsen zu sehen und sie bei ihren Fortschritten zu begleiten.

Vorbild für die "Kleinen"

Erzieher müssen einen klaren Tagesablauf vorgeben. Sie sollen Regeln aufstellen und durchsetzen. Auf jedes Kind individuell eingehen und die Entwicklung der Kleinen im Auge behalten! In Beobachtungsbögen dokumentieren die Erzieher, ob der Schützling im sozialen Verhalten auffällt, wie er sich ausdrücken kann und wie groß sein Wortschatz ist. Über diese Beobachtungen informiert der Erzieher die Eltern. Er muss sich also getrauen, auf Mütter und Väter zuzugehen. Solche Elterngespräche werden an der Fachakademie geübt.

Bei Frauen beliebt

Die Erzieherausbildung dauert insgesamt fünf Jahre. Zwei Jahre Vorpraktikum, dann zwei Jahre Studium an einer Fachakademie für Sozialpädagogik. Nach dem fünften Ausbildungsjahr im Berufspraktikum machen sie den Abschluss "staatlich geprüfter Erzieher". Voraussetzung für die Ausbildung ist meist die mittlere Reife. Vor allem Frauen wählen diesen Beruf: Die Statistik verzeichnet 96 Prozent weibliche Beschäftigte.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Erzieher/-in
  • Ausbildungsdauer: Die Aus- bzw. Weiterbildung dauert 2 bis 4 Jahre. Dabei kann ggf. die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife erworben werden.
  • Ausbildungsorte: In den Einrichtungen und an der Fachakademie
  • Ausbildungsform: Zwei Jahre Vorpraktikum ("SPS"), zwei Studienjahre, ein Jahr Berufspraktikum
  • Zugang: In der Regel mittlerer Schulabschluss.
  • Eignung: Ein Erzieher oder eine Erzieherin sollte gern mit Menschen umgehen, Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringen und belastbar sein.
  • Weiterbildung: Nach dem Berufsabschluss zum staatlich anerkannten Erzieher oder der staatlich anerkannten Erzieherin kann man eine Einrichtungsleitung anstreben, kann sich weiter spezialisieren oder (mit der Fachhochschulreife) Sozialwesen studieren.
  • Statistik: Vor allem Frauen drängen in diesen Beruf.

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