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Ergotherapeut/-in Ganz nah am Patienten

Ergotherapeuten helfen Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen, damit sie wieder möglichst selbstständig ihren Alltag bewältigen können. Ergotherapeuten arbeiten nah am Menschen, sie müssen einfühlsam sein und brauchen ein breites medizinisches Wissen bei ihrer Arbeit.

Stand: 25.02.2013

Victoria steht dicht bei ihrem älteren Patienten und leitet ihn an, wie er nach einer Schulteroperation seine Arme wieder möglichst weit heben kann. Ein Holzstab wird vom Patienten an einem Trainings-Gestell in Fünf-Zentimeter-Stufen langsam auf- und dann wieder abwärts bewegt, abgelegt, wieder angefasst, wieder bewegt. Victoria unterstützt den Patienten im Waldkrankenhaus Erlangen während eines Praktikums in ihrer dreijährigen Ausbildung. Er soll nach der Rückkehr in seiner Wohnung möglichst alleine zurechtkommen. Die Gesellschaft altert, der Bedarf an Ergotherapeuten wächst langfristig.  Immer mehr Kinder brauchen Unterstützung wegen Konzentrations- und Bewegungsstörungen, berufstätige Menschen erleiden einen Unfall und wollen nach Bewegungseinschränkungen wieder selbstständig werden, andere fallen in eine psychische Krise und brauchen Hilfe auf dem Weg zur Alltagsbewältigung.

Viel Abwechslung

Victoria hat mit 26 Jahren schon eine kaufmännische Ausbildung hinter sich und sucht in der Arbeit mit kranken Menschen neue berufliche Herausforderungen. Sie muss viel lernen, sich ein breites Wissen über sehr viele Krankheiten aneignen. Gleichzeitig ist handwerkliche und künstlerische Kreativität gefragt. Ergotherapeuten bearbeiten zusammen mit ihren Patienten Holz, Ton, Filz und andere Materialien und brauchen dafür auch handwerkliches Geschick. Für jedes Krankheitsbild, für jeden Patienten mit seinen jeweiligen körperlichen und geistigen Eigenarten müssen Ergotherapeuten Lösungen finden. Das macht den Beruf psychisch belastend, auf der anderen Seite aber auch abwechslungsreich. Anders als Physiotherapeuten, also Krankengymnasten, arbeiten Ergotherapeuten viel mit Sprache, Mimik und Gestik. Die Vielfalt an Methoden und Hilfsmitteln in der Therapie ist enorm. Das Spektrum reicht vom Gymnastikball über den Geschicklichkeits-Parcours bis zur Spielkonsole am Computer.

Viel Einsatz, viel Anerkennung

Wenn ein frisch operierter Patient wieder seine Beweglichkeit gewinnt, wenn ein Kind durch Konzentrationsübungen wieder mehr Freude am Lernen und an der Schule hat, all solche Erlebnisse motivieren Ergotherapeuten. Sie bekommen von ihren Patienten und von deren Angehörigen auch viel zurück in Form von Dank und Anerkennung. Nach der Ausbildung arbeiten staatlich geprüfte Ergotherapeuten als Angestellte in Praxen oder Kliniken. Viele Ergotherapeuten machen sich selbstständig und gründen eine eigene Praxis. Dabei setzen sie sich aber einem zunehmenden Wettbewerb aus und bekommen Einsparungen im Gesundheitswesen zu spüren. Nach dem Motto "Nichts muss bleiben wie es ist" bringen Ergotherapeuten Menschen mit den unterschiedlichsten Krankheiten jeden Tag einen Schritt voran - zu mehr Handlungsfähigkeit und Selbstständigkeit.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Staatlich geprüfte(r) Ergotherapeut/-in
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Ausbildung findet an Berufsfachschulen statt. Die meisten sind in privater Trägerschaft und kosten ein monatliches Schulgeld von etwa 200 bis 500 Euro. Neben theoretischem und praktischem Unterricht sind Praktika in Kliniken und Praxen zu absolvieren.
  • Ausbildungsorte: Berufsfachschulen (private u. öffentliche) und Praktika in Kliniken und Praxen.
  • Zugang: Mittlerer Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss mit mindestens zweijähriger abgeschlossener Berufsausbildung.
  • Eignung: Einfühlungsvermögen, Kontaktfreudigkeit, eigenverantwortliches Arbeiten, Geduld.
  • Prüfung: Vor Prüfungsausschuss an der Berufsfachschule.
  • Alternative: Physiotherapeut/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:


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