ARD-alpha - Ich mach's!


26

Elektroniker/-in Energie- und Gebäudetechnik Einer für alles

Ohne Strom läuft nichts. Ohne Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik auch nicht. Vom schweren Zuleitungskabel bis zur Photovoltaikanlage, von der Steckdose bis zum komplexen Netzwerk - sie kennen sich überall aus, wo Elektrizität fließt.

Stand: 28.02.2013

Florian Schönigen ist konzentriert: Er installiert eine Antennendose - aber wohin kommt dieses Kabel? Florian macht eine Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik und hat gerade praktischen Unterricht bei der Elektroninnung München. Die Aufgabe: Er soll eine Satelliten-Antenne installieren. Elektroniker müssen sich mit vielen unterschiedlichen Systemen auskennen. Da Florian nicht alles in seinem Ausbildungs-Betrieb lernen kann, gibt es immer wieder solche Kurse bei der Innung.

Unmögliches möglich machen

Die Praxis erlebt Florian bei einer kleinen Firma in Neufahrn. Mit den Kollegen ist er den ganzen Tag unterwegs - von Kunde zu Kunde. Sie müssen sich immer wieder auf neue Wünsche einstellen, auch Unmögliches möglich machen. Florian braucht technisches Verständnis und gute Kenntnisse in Physik und Mathematik. Heute bringt er die Steuerungstechnik einer neuen Heizung zum Laufen, hilft bei der Installation eines Computer-Netzwerks und schließt eine Satelliten-Schüssel an. Anschließend erklärt er dem Kunden, wie das System funktioniert - auch das gehört zu den Aufgaben eines Elektronikers.

Unter Strom

Andreas Abeltshauser sieht seine Kunden normalerweise nicht. Er arbeitet bei einer großen Münchner Elektrofirma und ist seit drei Monaten auf einer enormen Baustelle eingesetzt: die Sanierung eines Schulzentrums. 150 Bauarbeiter von vielen verschiedenen Firmen wuseln durch die Gegend. Es ist laut, staubig und im Winter auch kalt. Der Tag beginnt im Keller - dort stehen grobe Arbeiten an. Andreas und seine Kollegen packen gemeinsam an und rollen schwere Hauptstromkabel aus. Die werden das gesamte Stockwerk mal mit Strom versorgen. Elektroniker brauchen Kraft, aber auch geschickte Finger für filigrane Basteleien. So wie zwei Stockwerke weiter oben - dort läuft bereits die Fertigmontage. Andreas installiert Steckdosen, Lampen und verklemmt Kabel eines "Bus-Systems". Das wird mal Klimaanlage, Heizung, Jalousien vollautomatisch steuern - je nach Sonneneinstrahlung und Temperatur.

Start freigegeben

Wenn Maximilian Schröder gerufen wird, dann drängt die Zeit. Er arbeitet am Flughafen Nürnberg und sorgt mit seinen Kollegen dafür, dass die elektrischen Anlagen fehlerfrei laufen: Rolltreppen, Bildschirme, Stromaggregate, Gepäckbänder. Gibt's irgendwo ein Problem, muss Maximilian ran - so wie heute: Per Anruf wird er zu einer Fluggastbrücke gerufen. Das Tor geht nicht auf. In wenigen Minuten landet eine Maschine, die an diesem Gate parken soll. Maximilian muss sich beeilen. Er untersucht das System und findet rechtzeitig den Fehler. Das Tor geht auf, der Flieger kann andocken. Und dann geht's weiter: zu einer klemmenden Schiebetür, einem defekten Transformator, der Signalbefeuerung an der Startbahn...

Florian, Andreas, Maximilian - drei Elektroniker, drei verschiedene Einsatzgebiete. Mit dieser Ausbildung hat man viele Chancen. Denn der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik ist einer für alles.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Elektroniker/-in Energie- und Gebäudetechnik
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: Ausbildung im Betrieb, an der Berufsschule und in überbetrieblichen Lehrgängen (ÜbL) bei den Elektro-Innungen
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: In der Regel Betriebe des Elektrohandwerks
  • Zugang: es gibt keine schulische Zugangsvoraussetzung - die meisten Elektroniker haben die mittlere Reife oder einen Hauptschulabschluss.
  • Eignung: Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik, technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, körperliche Fitness
  • Perspektiven: Spezialisierung auf bestimmte Einsatzgebiete und Produktgruppen; Aufstieg im Unternehmen; Meisterprüfung - berechtigt zum Führen eines eigenen Betriebs; Studium zum Diplom-Ingenieur.
  • Alternativen: Von der Ausbildung am ähnlichsten sind der Elektroniker für Automatisierungstechnik und der Elektroniker Informations- und Telekommunikationstechnik. Weitere verwandte Ausbildungsgänge gibt es sowohl im Handwerk (z.B. Systemelektroniker; Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik; Informationselektroniker Schwerpunkt Bürosystemtechnik oder Schwerpunkt Geräte- und Systemtechnik) als auch in der Industrie (z.B. Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme oder Elektroniker für Betriebstechnik)

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik gehören zu den schlechter bezahlten Azubis: Während der Ausbildung bekommen sie durchschnittlich 520 Euro brutto im Monat. Nach der Lehre liegt der Lohn meist zwischen 2.200 und 2.800 Euro.

Genauigkeit

Genaues Arbeiten ist sehr wichtig: Jedes Kabel muss richtig angeschlossen werden, jede Schraube sitzen. Sonst sendet die Satelliten-Schüssel nur ein flimmerndes Bild, das Netzwerk funktioniert nicht oder die Steckdose produziert einen Kurzschluss.

Kraft

Elektroniker  für Energie- und Gebäudetechnik müssen anpacken können, schwere Lasten heben und mit Werkzeug umgehen. Dazu brauchen sie Kraft. Außerdem sind sie den ganzen Tag auf den Beinen und sollten fit sein.

Gefahr

Der Umgang mit Strom ist nicht ungefährlich. Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik müssen deshalb immer auf der Hut sein. Sie arbeiten viel auf Leitern und Dächern, müssen  schwindelfrei sein und die Sicherheitsbestimmungen beachten.

Info

Die meisten Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik sind Männer. Gute weibliche Azubis werden gesucht - nicht allen gefällt aber der "Männeralltag" auf der Baustelle und die körperliche Belastung.


26