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Kaufmann/-frau Einzelhandel Spaß am Verkaufen

Einzelhandelskaufleute arbeiten im Modehaus, im Tante-Emma-Laden, beim Lebensmitteldiscounter, haben mit Technik zu tun, mit Spielwaren und mit Einrichtungsgegenständen. Sie müssen die Produkte, die sie verkaufen genau kennen, vorführen und erklären können.

Stand: 04.06.2012

Sebastian Escher schiebt eine Warenladung auf dem Hubwagen durch einen Supermarkt bei Coburg. Er lernt im dritten Lehrjahr den Beruf Einzelhandelskaufmann. Sebastian hat seine Lehre bei einem kleinen Fachgeschäft begonnen, doch dort hat es ihm nicht gefallen. Seit einem Jahr arbeitet er bei dem Lebenmittelgeschäft, hier scheint er seinen Traumjob gefunden zu haben. Heute darf er die Sonderfläche mit Saisonartikeln bestücken. Erst Weihnachtsmänner, dann Faschingware jetzt Osterhasen. Hier kann Sebastian kreativ sein, denn hier gibt es keine Vorgaben, an welcher Stelle welche Ware stehen muss. Artikel der gleichen Marke sollten nebeneinander stehen oder kleinere Produkte vorne und größere hinten. Wichtig ist dass der Kunde sich immer gut zurechtfindet.

Preise, Mengen und Zahlen

Schwerstarbeit in der Getränkeabteilung

Mit der Marktleiterin bespricht Sebastian die Details. Dann druckt er die Etiketten. Im Warenwirtschaftssystem ruft er die wichtigsten Daten ab, Preise, Produktnummer. Die meisten Daten liegen vor, denn die Osterhasen kosten in jeder Filiale gleich viel. Noch schnell die Preisschilder befestigen und die Kunden können kommen. Sebastian macht im Supermarkt Kassendienst. Die Geschäftsleitung legt großen Wert auf die Mathematiknote, schließlich geht es ständig um Preise, Mengen und Zahlen, etwa auch beim Pfandrechnen und beim Geld herausgeben. Viele Einzelhandelskaufleute arbeiten bis 20 Uhr Abends und oft auch am Samstag. Sebastian gefallen die Samstage an denen der Laden richtig voll ist. Viele finden diese Arbeitszeiten aber nicht so gut.

Führungsposition mit 25

Diana Hofmann ist erst 25 und hat es schon zur Abteilungsleiterin gebracht. Die Einzelhandelskauffrau fing nach Ihrer Ausbildung vor sieben Jahren als Verkäuferin in der Dessousabteilung in einem Bekleidungsgeschäft an und hat sich hochgearbeitet: erst zur Warengruppenverantwortlichen und dann zur Abteilungsleiterin. 70 Prozent ihrer Arbeitszeit verbringen Einzelhandelskaufleute im Modebereich auf der Fläche, wie es hier heißt - also in den Verkaufsräumen. 30 Prozent machen andere Tätigkeiten aus, etwa im Lager. Im Modehaus müssen die Mitarbeiter nicht nur schick angezogen sein, sie brauchen ein ganz besonderes Verhältnis zum Produkt, müssen sich mit Farbe und Schnitt auskennen.

Übung macht den Meister

Sebastian trägt im nur den weißen Kittel. In seiner Ausbildung hat er auch den Gabelstaplerschein bestanden. Beim Fahren macht allerdings nur die ständige Übung den Meister. Sebastian ist im Junioren-Aufstiegs-Programm und wird darauf vorbereitet nach der Ausbildung Verantwortung zu übernehmen. Er will deshalb noch den Handelsfachwirt ablegen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Einzelhandelskaufmann/-frau
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule.
  • Ausbildungsorte: Im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
  • Zugang: keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben, Hauptschüler auch ohne Quali haben Chancen, oft wird aber auch Quali oder mittlere Reife verlangt.
  • Eignung: Einzelhandelskaufleute sollten gut mit Menschen umgehen und reden können. Auch Rechen gehört zum täglichen Brot.
  • Perspektiven: Engagierte Einzelhandelkaufleute können im Betrieb weiterkommen, als Abteilungsleiter etwa oder sich selbständig machen.
  • Weiterbildung: Mit der Fortbildung zum Handelfachwirt können Einzelhandelskaufleute Karriere machen und auch in zentralen Abteilungen von Handelsketten arbeiten. Handelsfachwirt/in ist eine bundesweit geregelte berufliche Weiterbildung. Vorbereitungslehrgänge werden meist in Teilzeit durchgeführt und dauern etwa zwei Jahre. Die Weiterbildung wird auch im Fernstudium angeboten.
  • Ausbildungsalternativen: Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel, Buchhändler/Buchhändlerin, Drogist/Drogistin, Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter/Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, Automobilkaufmann/Automobilkauffrau

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Einzelhandelskaufleute verdienen meist weniger als Großhandels- oder Industriekaufleute. Oft gibt es im Einzelhandel aber Provisionen oder Leistungszulagen. Das Einkommen hängt also vom persönlichen Einsatz ab.

Genauigkeit

Produktnummern abgleichen, Lieferscheine eingeben, Preise nachsehen. Einzelhandelskaufleute müssen genau arbeiten.

Kraft

Bei Lagerarbeiten und beim Einräumen der Ware müssen Einzelhandelskaufleute richtig hinlangen, da braucht man Kraft und Ausdauer und manchmal kommt man auch ins Schwitzen.

Mathematik

Einzelhandelskaufleute sollten ganz gut in Mathematik sein, schließlich geht es immer um Preise, Mengen und Zahlen.


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