ARD-alpha - Ich mach's!


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Drahtwarenmacher/-in Für den Kunden immer auf Draht

Montieren, schweißen, lochen, abtrennen und zusammenfügen: Drahtwarenmacherazubis arbeiten meist in mittelständischen Betrieben. Draht wird hier nicht geflochten wie früher, sondern weiterverarbeitet - aus Fertigteilen bauen die Drahtwarenmacher Zäune, Gitter und Torfüllungen zusammen.

Stand: 21.11.2012

Morgens um sieben Drahtrollen und Stahlmatten aufladen. Dann geht's los auf Montage. Jan Cassens und Andrej Schwez in Hannover lernen beide im zweiten Ausbildungsjahr den Beruf des Drahtwarenmachers. Nur noch wenige Betriebe in Deutschland bilden aus, vor allem Zaunbaufirmen. Dabei haben diese Unternehmen volle Auftragsbücher und für den Nachwuchs genug zu tun.

Gittermattenzäune sind der Renner

Pfostensetzen

Die beiden sind oft unterwegs, quer durch Niedersachsen. Zuerst Löcher graben für die Zaunpfosten. Dann die Pfosten setzen, ganz exakt in der Flucht und im Lot. Sonst lassen sich später die genormten Zaunfelder nicht einhängen. Wenn die Maße genau passen, geht alles fix: Blenden davorsetzen, die Klemmkappen oben drauf fest verschrauben. Vorgefertigte beschichtete Gittermattenzäune sind bei der Kundschaft seit Jahren der Renner.

"Beim Pfostensetzen geht’s um Genauigkeit. Weil, wenn man die Pfosten nicht genau setzt, dann könnten die Gitter am Ende nicht passen und dann muss man alles wieder von vorne machen."

Jan Cassens (19), 2. Ausbildungsjahr

Fest in Männerhand

Zaunmontage

An einem Sportplatz den ausgedienten Maschendrahtzaun erneuern, das ist dann richtig Handarbeit. Jan Cassens fädelt auf den Knien den Führungsdraht durch die unteren Maschen. Andrej Schwez vernäht mit einer Riesenspindel hoch auf der Leiter die Maschendraht-Oberkante mit dem Spanndraht. Das geht in die Oberarme.

Jan Cassens und Andrej Schwez haben beide Realschulabschluss. Andere Firmenchefs geben sich mit dem Hauptschulabschluss zufrieden, wenn ein Berufsvorbereitungsjahr Metall dazwischengeschoben wurde. Drahtwarenmacher haben eine Fünf-Tage-Woche, am Freitag ist früher Feierabend. Der Beruf ist fest in Männerhand. Die Ausbildungsvergütung für die Lehrlinge liegt im Mittelfeld, die Ausbildung dauert zwei Jahre.

"In meinem Berufsvorbereitungsjahr Metall wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass hier in der Firma eine Ausbildungsstelle frei ist. Ich hab dann ein einwöchiges Praktikum gemacht, was mir wirklich sehr gefallen hat."

Christopher Kling (17), 1. Ausbildungsjahr

Gehörschutz, Brille und Sicherheitsschuhe

Stahlrahmen wird mit Maschendraht bezogen

In Hameln lernen Pascal Meier und Christopher Kling bei einem Zaunhersteller. Pascal schweißt eine Stabgittermatte in einen Stahlrahmen, genau nach Maß. Also erst mal ausmessen, anzeichnen und die Matte zuschneiden, zuerst mit der Flex und beim genauen Einpassen dann mit dem Bolzenschneider. Sicherheit ist in diesem Job das A und O: Gehörschutz, Brille und Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe. Zum Schweißen trägt Pascal eine Schutzmaske. Christopher bezieht einen Stahlrahmen mit Maschendraht. Den störrischen Bindedraht durch die Welldrahtlitze fädeln und strammziehen - das spürt er bald in den Fingern. Am Abend weiß er, was er gemacht hat.

Drahtwarenmacher lernen im Betrieb und in der Berufsschule. Einmal pro Woche fünf Stunden Theorie - wie etwa die Herstellung von Blechbauteilen. Und weil der Beruf so selten vorkommt, drücken die wenigen Azubis gemeinsam mit den Metallbauern die Schulbank. Der Lehrstoff der ersten beiden Jahre ist weitgehend identisch. Drahtwarenmacher, ein Beruf mit guter Auftragslage! Zäune, Gitter und Toranlagen sind immer gefragt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Drahtwarenmacher/-in
  • Ausbildungsdauer: Zwei Jahre
  • Zugang: kein bestimmter Schulabschluss gefordert
  • Ausbildungsform: dual (Betrieb und Berufsschule)
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer (Facharbeiterbrief)
  • Eignung: Technisches Geschick, Freude am Umgang mit Metall, körperliche Belastbarkeit
  • Ausbildungsvergütung: Im 1. Ausbildungsjahr 520 Euro, im 2. Ausbildungsjahr 550 Euro (Firmenbeispiel)
  • Perspektiven: Spezialisierung, Meister-/Technikerausbildung, evtl. Studium Maschinenbau

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kraft

Sie müssen schwere Stahlgitter und Drahtrollen tragen. Beim Durchtrennen von Stahlmatten mit dem Bolzenschneider brauchen die Auszubildenden Kraft.

Teamarbeit

Drahtwarenmacher arbeiten oft zu zweit. Sie brauchen Hilfestellung beim Schweißen, beim Spannen von Maschendraht oder beim Biegen von Stahlmatten.

Geschick

Sie sollen technisches Verständnis mitbringen und Geschick beim Umgang mit Maschinen.

Gefahr

Drahtwarenmacher tragen Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe gegen herabfallende Teile. Oft setzen sie Schutzbrille und Gehörschutz auf, zum Beispiel beim Flexen mit dem Winkelschleifer. Und beim Schweißen tragen sie eine Maske.

Genauigkeit

Drahtwarenmacher müssen beim Zaunaufstellen darauf achten, dass die Zaunelemente im Lot sind und in der Flucht gerade stehen.


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