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Kaufmann/-frau Dialogmarketing Der Kunde ist König

Jeans, Handy oder Sofa - Kaufleute für Dialogmarketing nehmen Bestellungen und Reklamationen entgegen, verkaufen Zeitungsabos und beraten Kunden - und das alles am Telefon oder online.

Stand: 24.02.2015

Nichts als Stimmengewirr. Im Call-Center eines Nürnberger Versicherungsunternehmens herrscht Hochbetrieb, alle telefonieren. Die Kunden, also die Versicherten, rufen hier an, wenn sie fragen zu neuen Angeboten haben, wenn sie eine Adressänderung durchgeben oder einen Schaden melden wollen. Danielle Fischer lässt sich von dem Stimmengewirr in dem Großraumbüro nicht mehr ablenken. Die 19-Jährige macht die Ausbildung zur Kauffrau für Dialogmarketing. In stressigen Phasen telefoniert sie innerhalb einer Stunde mit 30 verschiedenen Kunden, die alle ein anderes Anliegen haben. Danielle kann entweder sofort selbst weiterhelfen oder wenn es zu sehr ins Detail geht, verbindet sie in die zuständige Fachabteilung. Trotz der Hektik muss sie immer freundlich bleiben, denn der Kunde ist König. Ihn zu verärgern könnte Folgen haben.

Monitoring - Herzstück eines Callcenters

Callcenter in einem Großraumbüro

Danielle durchläuft während ihrer Ausbildung aber auch viele andere Abteilungen, die nicht direkt etwas mit telefonieren zu haben: die Personalplanung und das Controlling zum Beispiel. Im Monitoring schaut sie ihrer Teamleiterin Ayse Yildirim über die Schulter. Vier Bildschirme gleichzeitig im Blick behalten - ganz schön anstrengend. Denn hier im Herzstück des Call-Centers werden Anrufer und Mitarbeiter koordiniert: je nachdem wo es brennt, also wo es lange Wartezeiten für den Kunden gibt, werden neue Mitarbeiter eingesetzt. Das muss schnell gehen.

Kunden finden - Kunden binden

Besprechung

Katharina Geikler beugt sich über einen Berg von Zeitschriften. Focus, Bunte, Playboy liegen vor ihr auf dem Tisch. Eine bunte Palette von über 200 Zeitschriften verlegt der Medienriese Burda in Offenburg. Katharina ist im 3. Lehrjahr und macht Station in der Marketingabteilung. Key account Manager David Lämmel erklärt ihr, wie der Verlag neue Leser hinzu gewinnen will. Dafür gibt es verschiedene Strategien. Wann welche am besten funktioniert, muss er von Fall zu Fall oder besser gesagt abhängig von der Zielgruppe entscheiden. Print-, online- und Telefonaktionen kombinieren, oder mit Prämien neue Leser locken?

"Wenn man was verkauft ist es natürlich abwechslungsreicher, wenn man aber nur in der Bestellannahme ist, dann kann's schon ein bisschen langweiliger werden, wenn man acht Stunden am Tag nur Bestellungen annimmt."

Katharina Geikler, Azubi

Immer recht freundlich

Kunden anrufen

Katharina telefoniert als angehende Kauffrau für Dialogmarketing natürlich auch. "Outbound" heißt das Zauberwort, das bedeutet, die 22-Jährige ruft die Leser direkt zu Hause an. Da kann es schon passieren, dass sie den einen oder anderen Kunden auf dem falschen Fuß erwischt und der ziemlich genervt reagiert. Mit Feingefühl muss Katharina solche Situationen meistern - und beim nächsten Kunden trotzdem wieder freundlich sein.

"Der Auszubildende oder der Kaufmann für Dialogmarketing der Zukunft wird weniger am Telefon sein, er wird in der e-mail-Bearbeitung sein, er wird chatten, er wird bloggen, denn es wird immer wichtiger über social communities wie Facebook Kunden ans Unternehmen zu binden."

Hans Amann, Bereichsleiter

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Kaufmann / Kauffrau für Dialogmarketing
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Hauptsächlich (Großraum-) Büros, Kabinen oder Besprechungsräume
  • Zugang: Keine formalen Zugangsvoraussetzungen, jedoch besitzt fast jeder zweite Auszubildende einen mittleren Bildungsabschluss.
  • Eignung: Kommunikationsfähigkeit, Kontaktstärke, Teamfähigkeit, Kundenorientierung, Flexibilität, kaufmännisches Denken, Spaß am Umgang mit Menschen, Planungs- und Organisationstalent, Interesse an Beratung und Verwaltung
  • Perspektiven: Kaufleute für Dialogmarketing arbeiten in Call-Centern, die für unterschiedliche Auftraggeber tätig sind, und in Service- und Kunden-Centern von Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen unterschiedlicher Wirtschaftszweige. Nach der Ausbildung können sie sich auf einen Bereich wie Projektmanagement, Warenbestellung oder Hotline-Beratung spezialisieren. Nach der Ausbildung können sich Kaufleute für Dialogmarketing zum Fachwirt oder Betriebswirt weiterbilden oder sich beispielsweise mit einem eigenen Call-Center selbstständig machen.
  • Alternativen: Handel, Bürowirtschaft, kaufmännische Assistenz, Werbung, Marktforschung, Gaststättengewerbe, Logistik, Touristik, Verkehrswirtschaft

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

In Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen bekommen Auszubildende zu Kaufleuten für Dialogmarketing eine Ausbildungsvergütung. Nach der Ausbildung können sie je nach Tätigkeit und Arbeitgeber im Monat zwischen 2.100 und 2.700 Euro brutto verdienen.

Teamarbeit

Während Projekten und Kampagnen ist Teamwork angesagt.

Mathematik

Um Gewinne und Verluste zu berechnen und Budget zu planen müssen Dialogkaufleute fit in Mathe sein.


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