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Chemielaborant/-in Die Lösung ist die Lösung

Chemielaboranten analysieren Stoffe, indem sie aus dem zu untersuchenden Stoff eine Probelösung herstellen. Sie dokumentieren ihre Arbeit und werten die Ergebnisse aus. Chemielaboranten arbeiten in Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionslaboratorien der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Darüber hinaus sind sie in der Farben- und Lackindustrie tätig und in der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie. Weitere Einsatzmöglichkeiten haben sie in naturwissenschaftlichen und medizinischen Instituten von Hochschulen oder bei Umweltämtern.

Stand: 08.03.2013

Vanessa Fürwitt ist im zweiten Lehrjahr. Die 20-Jährige untersucht bei der "Bayerischen Landesanstalt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit" in Erlangen, ob wir das, was wir essen und trinken, auch bedenkenlos genießen können. Heute analysiert sie einen Kloßteig auf ein darin enthaltenes Antioxidationsmittel. Dies verhindert, dass Kartoffeln beim Reiben schwarz werden. Es darf aber einen Grenzwert nicht überschreiten, sonst wäre es gesundheitsschädlich. Vanessa benutzt für die Analyse verschiedene Substanzen wie Salzsäure. Eine Spezialbrille schützt ihre Augen, ihre Hände stecken in Gummihandschuhen und über ihr sorgt eine Dunstabzugshaube dafür, dass sie keine giftigen Dämpfe abbekommt. Schon in ihrer Kindheit und Jugend hat sie sich für Chemie begeistert.

"Ich hatte tatsächlich mal einen Chemiebaukasten, und das hat mir allgemein in der Schule auch schon immer Spaß gemacht, und deswegen dachte ich mir: für den Beruf auch was mit Chemie."

Vanessa Fürwitt

Der 18-jährige Daniel Hemmeter lernt bei der Carl Schlenk AG im mittelfränkischen Roth. Die Firma stellt unter anderem Pigmente her, die bei Autolacken für metallische Effekte sorgen. Abwiegen, Lösungen dazugeben, mischen, Anteile bestimmen, prüfen - so sieht ein typischer Arbeitstag aus. Obwohl er erst im zweiten Lehrjahr ist, wird er längst in den Firmenlabors eingesetzt. Und wenn er im Lackierlabor seine neue Farbmischung auf ein Blech aufspritzt, hat er das Ergebnis seiner Arbeit gleich vor Augen - genauso wie draußen in der Freizeit.

"Natürlich erkennt man ein paar Farben und Lacke wieder, z.B. bei Autos, und natürlich macht es einen ein bisschen stolz, wenn man sieht: Ja, den kenn' ich, den Farbton kenn' ich, vielleicht habe ich sogar das Pigment mal mitentwickelt, mal gespritzt. Das ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl!"

Daniel Hemmeter

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung in der Industrie und in der Berufsschule, kann aber auf drei Jahre verkürzt werden. Wer sich für Naturwissenschaften und hier besonders Chemie interessiert und auch vor Mathematik keine Scheu hat, wer gern im Labor den Geheimnissen kleinster Mengen von Inhaltsstoffen auf die Spur kommen will, hat in dem Beruf gute Chancen auf eine Stelle. Chemielaboranten werden in vielen verschiedenen Bereichen gebraucht.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Chemielaborant/-in
  • Ausbildungsdauer: Dreieinhalb Jahre (kann verkürzt werden auf drei Jahre)
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Industriebetrieben und an der Berufsschule Prüfung: Die Prüfung wird an der IHK abgelegt.
  • Ausbildungsorte: Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionslaboratorien der chemischen und pharmazeutischen Industrie; Betriebe der Farben- und Lackindustrie sowie der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Ein mittlerer Schulabschluss wird allerdings mindestens vorausgesetzt.
  • Eignung: Chemielaboranten sollten naturwissenschaftlich und hier vor allem chemisch vorgebildet sein. Sie müssen auch gut rechnen können. Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein gehören ebenso zum Beruf wie handwerkliches Geschick.
  • Perspektiven: Nach der Ausbildung kann sich der Chemielaborant zum Chemotechniker weiterbilden. Wer möchte, kann den Meister machen oder bei dementsprechender Hochschulzugangsberechtigung auch Chemie oder Chemieingenieurwesen studieren.
  • Alternativen: chemisch-technische/-r Assistent/-in, Physiklaborant/-in; Biologielaborant/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Es geht bei der Arbeit immer um zehntel und hundertstel Gramm. Die Protokolle, z.B. bei Lebensmitteluntersuchungen, sind Dokumente. Da heißt es, unbedingt ganz genau zu arbeiten.

Geschick

Das Hantieren mit empfindlichen Apparaturen und manchmal gefährlichen Substanzen erfordert unbedingte Aufmerksamkeit, Sorgfalt und ein gewisses handwerkliches Geschick.


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