ARD-alpha - Ich mach's!


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Buchbinder/-in Falzen, heften, kleben

Bücher, Kataloge, Prospekte und Broschüren - wo immer Papier zusammenhalten muss, ist der Buchbinder gefragt. Was der leistet, merkt der Leser im schlimmsten Fall, wenn ihm die Seiten entgegen fallen.

Stand: 04.06.2013

"Papier lebt!" jeder Buchbinder aus Leidenschaft weiß, dass sein Produkt etwas Besonderes ist. Eine Frage der Ästhetik. Die perfekte Form für den Inhalt. Reines, ungetrübtes Lesevergnügen. Das bieten Hochglanzformate. Und es gibt eine ganze Flut von Zeitschriften und Katalogen - Massenprodukte - und auch die müssen sauber verarbeitet zum Kunden kommen. Claus Meyer ist im dritten Ausbildungsjahr zum Buchbinder in der Fachrichtung Buchfertigung / Serie.

Überwachung der Anlage

Sein Betrieb in Wemding stellt zum Großteil Hardcover-Ausgaben her. Die Produktion läuft weitgehend automatisiert. Claus muss lernen die modernen Anlagen einzurichten, zu überwachen und die einzelnen Arbeitsschritte zu kontrollieren. Eine vielseitige Herausforderung.

"Mir macht es besonders viel Spaß, dass der Berufsalltag so abwechslungsreich ist. Man ist an sehr viel verschiedenen Maschinen. Man arbeitet manchmal alleine oder an der Buchfertigungslinie mit vielen zusammen im Team."

Claus Meyer

Unikate in Handarbeit

Die Herstellung eines Unikats ist Handarbeit

Luise Bär steht vor ganz anderen Aufgaben. Für die Archivierung soll sie eine lose Blattsammlung von Fachzeitschriften zu einem Buch machen. Sie schneidet, klammert, klebt und presst. Die Herstellung eines Unikats ist Handarbeit. Luise lernt in der Fachrichtung Einzel- und Sonderfertigung in einem kleinen Handwerksbetrieb in Forchheim. Diese Art der Buchbinderei führt nur noch eine Nischenexistenz, aber Luise gibt nicht auf.

Stillstand ist teuer

Alexander Horn bestückt gerade einen Sammelhefter. Die riesige Maschine klammert Verkaufsprospekte zusammen. Mit enormer Geschwindigkeit rattern die Papierbögen hinein und kommen hinten über endlose Transportbänder wieder heraus. Allein diese Maschine schafft bis zu 30.000 Exemplare in der Stunde - Stillstand kostet Geld. Alexander muss die Anlage am Laufen halten. Alexander lernt Buchbinder in der Fachrichtung Druckweiterverarbeitung. Sein Betrieb gehört zum größten Tiefdruckkonzern Europas. Also hat Alexander hier auch eine internationale Perspektive. Und trotz Internet und e-books - solange wir noch gemütlich blättern und schmökern wollen, werden Buchbinder gebraucht.

Neuordnung

Aus dem bisherigen Ausbildungsberuf Buchbinder/in mit drei Fachrichtungen entstanden der neu geordnete Beruf Buchbinder/in (Produktionsbereich Handwerk) und der neue Beruf Medientechnologe/-technologin Druckverarbeitung (Produktionsbereich Industrie). Die strukturelle Verwandtschaft der beiden Berufe ermöglicht in weiten Teilen der Ausbildung eine gemeinsame Beschulung der Auszubildenden. Die Spezialisierung erfolgt mittels Wahlqualifikationen. Angehende Buchbinder/innen haben die Wahl zwischen "Einzel- und Sonderfertigung" und "Maschinelle Fertigung". Passend dazu werden zwei weitere vertiefende Wahlqualifikationen gewählt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Buchbinder/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsorte: Ausbildungsplätze zum Buchbinder gibt es in Buchbindereien, die Druckereien oder Verlagen angeschlossen sind. Ausbildungsplätze in kleinen selbstständigen Handwerksbetrieben gibt es, aber nicht sehr viele.
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Zugang: Grundsätzlich braucht man für die Ausbildung zum Buchbinder keine bestimmte schulische oder berufliche Voraussetzung. Im Allgemeinen bevorzugen die Betriebe jedoch Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss oder qualifiziertem Hauptschulabschluss.
  • Eignung: Buchbinder brauchen Augenmaß und müssen genau arbeiten. Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sind Grundvoraussetzungen. Gute Kenntnisse in Mathematik, Deutsch und Englisch
  • Prüfung: Die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Die Praxis besteht aus zwei Prüfungsstücken und zwei Arbeitsproben
  • Weiterbildung: Meister/-in, Studium, Restaurierung, Gestalter/-in im Handwerk
  • Fachrichtungen: Buchfertigung / Serie, Einzel- und Sonderfertigung, Druckweiterverarbeitung / Serie
  • Ausbildungsalternativen: Mediengestalter/Mediengestalterin Flexografie, Staatlich geprüfter Foto- und medientechnischer Assistent/Staatlich geprüfte Foto- und medientechnische Assistentin, Medientechnologe/Medientechnologin Druckverarbeitung

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Auf den Bruchteil eines Millimeters genau müssen die Maschinen in der Fertigung arbeiten. Der Buchbinder muss die Formate penibel und genau kontrollieren.

Geschick

Sowohl für die handwerkliche als auch für die industrielle Herstellung von Büchern und Broschüren brauchen Buchbinder eine große Fingerfertigkeit und viel Geschick.


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