ARD-alpha - Ich mach's!


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Bootsbauer/-in Schiff ahoi!

Bootsbauer sägen und hobeln Bauteile, fertigen Kajütenaufbauten oder montieren Ruderanlagen. In der Werft entstehen in Teamarbeit die unterschiedlichsten Segelboote. Auch Wartung und Reparatur gehören zum Aufgabengebiet der Bootsbauer.

Stand: 21.04.2015

Jannis liebt das Meer, zudem wollte er immer etwas Handwerkliches machen. Und zupacken musste er in der Ausbildung von Anfang an: Bootsbauer sägen und hobeln Bauteile, fertigen Kajütenaufbauten oder montieren Ruderanlagen. In der Werft entstehen in Teamarbeit die unterschiedlichsten Segelboote. Auch Wartung und Reparatur gehören zum Aufgabengebiet der Bootsbauer. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung. Schrittweise wird Jannis von erfahrenen Kollegen an seine Aufgaben herangeführt. In der Sirius Werft erlebt er die Planung von neuen Booten. Abgestimmt auf die Kundenwünsche werden die Pläne dann umgesetzt. Mehrere 100.000 Euro kostet ein Boot, je nach Größe sogar über eine Millionen Euro.

Bootsbau ist Teamarbeit

Schleifarbeiten

Es gibt viele Aufgaben zu erledigen. Der Rumpf wird hergestellt, dabei sind Kleber und Lösungsmittel im Einsatz. Um Verletzungen vorzubeugen, tragen die Auszubildenden Schutzbrillen und Handschuhe, auch Sicherheitsschuhe und Gehörschutz sind in der Werkstatt ständige Begleiter. Bei allen Arbeiten ist ein hohes Maß an Konzentration nötig, nur so können Unfälle vermieden und Arbeitsaufträge zufriedenstellend ausgeführt werden. Jannis fasziniert, wie langsam aus einem Rumpf ein Boot heranwächst. Schotten und Ruderanlage werden eingebaut. Dabei geht es im Bauch des Bootes oft sehr eng zu. Anfangs hatte Jannis ganz schön Muskelkater und am Feierabend wollte er nur noch ins Bett. Inzwischen hat er sich an die Anstrengung gut gewöhnt, zudem gibt es viele Hilfsmittel die die Arbeit erleichtern. Vieles ist aber auch nur im Team zu schaffen.

Fünf Ausbildungsplätze - 100 Bewerber

Berufsschule der Handwerkskammer in Lübeck

Mehr als 100 Bewerbungen bekommt Jannis Chef für seine fünf Ausbildungsplätze. Er achtet auf die Noten in Mathematik und Zeichnen. Generell hat man mit dem Hauptschulabschluss auch Chancen auf einen Ausbildungsplatz, die meisten Auszubildenden kommen von der Realschule. Regelmäßig besuchen die Auszubildenden die Berufsschule. Fast alle Bootsbauer in Deutschland kommen zum Unterricht nach Lübeck, in die Berufsschule der Handwerkskammer. Der Unterricht wird wochenweise abgehalten, in dieser Zeit wohnen die Auszubildenden im Internat. Jannis hat sich mit Freunden auch schon eine Ferienwohnung gemietet, manche schlafen im Wohnwagen. Da kleinere Betriebe oft nicht alle geforderten Ausbildungsinhalte vermitteln können, werden fehlende Qualifikationen durch überbetriebliche Ausbildungsabschnitte in Lübeck abgedeckt.

"Wir sondieren die natürlich mal vor. Kucken ein bisschen nach schulischen Leistungen, ob was von Faulheit zu sehen ist, oder Mathe, Zeichnen oder so was, das sind wichtige Zensuren. Und dann laden wir die Bewerber nachher zum Praktikum ein, wo die bei uns dann zwei Wochen lang durch alle Abteilungen geschleust werden und von Mitarbeitern dann bewertet werden. Aber selber eben auch kucken können, ob dass wirklich das richtige ist, was sie sich vorgestellt haben."

Torsten Schmidt, Geschäftsführer Sirius Werft

Nach dreieinhalb Jahren kommt die Abschlussprüfung. Jannis möchte als Geselle ins Ausland, am liebsten nach Kanada und dort Boote bauen.

Ausbildungsneuordnung seit 2011

Ausbildung  erfolgt in einer der folgenden Fachrichtungen: Bootsbauer/Bootsbauerin Fachrichtung Neu-, Aus- und Umbau

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Bootsbauer/-in
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule.
  • Ausbildungsorte: Reparaturwerkstätten, Bootswerften sowie in Zulieferbetrieben für Bootsteile aus Kunststoff oder Holz. Darüber hinaus sind sie im Bootsverleih mit Werkstattbetrieb beschäftigt.
  • Prüfung: Handwerkskammer - Die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung wird in zwei zeitlich auseinanderfallenden Teilen durchgeführt.
  • Zugang: Keine formalen Voraussetzungen. Die Hälfte der Azubis hat Realschulabschluss.
  • Eignung: Handwerkliches Geschick, Ausdauer und Kraft, Kreativität, Sorgfalt, Flexibilität.
  • Perspektiven: Gesellen haben mit ihren umfangreichen handwerklichen Fähigkeiten auch Chancen in anderen Branchen. Im Ausland können Bootsbauer zudem arbeiten. Mit Berufserfahrung können sich die Gesellen weiterqualifizieren, z.B. als Bootsbaumeister.
  • Alternativen: Holzmechaniker/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kraft

Von Anfang an muss man in der Ausbildung mit anpacken. Wer sich nicht gerne die Hände schmutzig macht ist hier fehl am Platz. Manche Arbeiten, wie das Abschleifen alter Lacke, sind sehr monoton. Insgesamt ist das Aufgabenfeld jedoch sehr abwechslungsreich.

Team

Mehrere Hundert Arbeitstunden stecken in einem Neubau. Alleine ist dies nicht zu schaffen, zudem gibt es immer wieder schwere Teile zu heben. Bootsbau ist Teamarbeit.

Mathematik

Mathematik und technisches Zeichnen - auf diese Schulnoten achten viele Chefs bei der Auswahl der Auszubildenden. Denn im Bootsbau wird viel gerechnet und bevor die Arbeiten in der Werkstatt beginnen, entsteht das Boot am Zeichenbrett.

Geschick

Alte, wie moderne Handwerkstechniken erfordert dieser Beruf. Wer gerne sägt, bohrt und hobelt ist in diesem Beruf richtig. Bootsbauer arbeiten mit vielen Materialien, wie Holz, Kunststoff, Metall, Harz und Lack.


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