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Bergbautechnologe/-in Fünf Kilometer in die Tiefe

Bergbautechnologen der Fachrichtung Tiefbohrtechnik stellen Bohrlöcher her und kontrollieren sie. Dabei arbeiten sie hauptsächlich in Betrieben der Tiefbohrtechnik, in Tiefbaubetrieben im Bereich Brunnenbau oder in Unternehmen der Energie- oder Rohstoffgewinnung.

Stand: 10.12.2012

Jannik Landau hat gerade seine dreijährige Ausbildung abgeschlossen und arbeitet jetzt als Geselle bei der Firma H. Angers Söhne in Hessisch-Lichtenau. Aber das ist für seinen wirklichen Arbeitsplatz nur zweitrangig, denn der 20-Jährige ist immer auf Bohranlagen im Einsatz, die in ganz Deutschland, ja sogar in ganz Europa sein können. Auch ein Einsatz auf einer Bohrinsel, auf der nach Öl oder Gas gebohrt wird oder schon gefördert wird, ist denkbar.

2.500 Euro am Haken

Steuerung mit Joystick

Augenblicklich ist er in Traunreut im Chiemgau im Einsatz. Dort bohren die Männer viereinhalb Kilometer tief bis hinab zu einem Thermalwasservorkommen, dessen heißes Wasser später zur Stromerzeugung dienen soll. Dabei sitzt Jannik gelegentlich zwanzig Meter über dem Erdboden in einer Kabine an einem Joystick wie an einer Spielekonsole. Damit dirigiert er einen stählernen Riesenarm, der zweieinhalbtausend Euro teure Rohre nach oben reicht.

"Das ist schon ein reizvoller Job. Das macht auch Spaß, diese Maschinen zu bedienen. Man muss halt sehr aufpassen, weil da ja auch Menschenleben dranhängen. Man muss immer aufpassen, dass keine Leute im Gefahrenbereich stehen. Jede Bedienung muss überlegt sein. Hier geht’s ja wirklich um viel Geld."

Jannik Landau (20)

Trennung mit dem Rüttelsieb

Bohrköpfe

Ins Bohrloch wird ständig eine sogenannte Spülung gepumpt. Die fördert die vom Bohrkopf, dem Meißel, zermahlenen Gesteinsreste aus dem Bohrloch nach oben - das Bohrklein. Über Rüttelsieben wird die Spülungsflüssigkeit vom Bohrklein getrennt. Wenn diese Siebe gewechselt werden müssen, wird es richtig schmutzig. Auch dann muss Jannik ran wie überhaupt auf der gesamten Anlage. Gleich nach dem Wechseln der Siebe hilft er beim Aufladen von tonnenschweren Rohren auf den Lkw zum Abtransport. Die Rohre werden auf einer anderen Anlage gebraucht.

Sein Chef, der "Tool-Pusher" oder Bohrmeister, kontrolliert derweil an Computerbildschirmen im Container den Fortgang der Bohrung. Uwe Lako ist schon jahrzehntelang in diesem Job unterwegs und war an vielen Orten auf der ganzen Welt im Einsatz. Für den Nachwuchs findet er klare Worte:

"Man muss einfach wetterfest sein. Man sollte keine Berührungsängste haben, auch nachts arbeiten zu wollen. Ja, auch auswärts arbeiten zu wollen, weil, die Bohrtürme stehen leider nicht auf den Marktplätzen zu Hause. Das ist einfach so!"

Uwe Lako (Bohrmeister)

Zwölf Stunden - zwei Wochen lang

Gesteinsbestimmung in der Berufsschule

Und man muss bereit sein, lange von zu Hause fort zu sein. Tiefbohrer sind Montagearbeiter. Sie arbeiten in Zwölf-Stunden-Schichten, zwei Wochen lang. Dann haben sie zwei Wochen frei. Durch die vielen langen Abwesenheiten leidet das Privatleben. Die Ausbildung findet im Betrieb statt und in der einzigen Berufsschule in Haldensleben - sechs Mal im Jahr Blockunterricht für jeweils zwei Wochen. Die Ausbildungsvergütung ist überdurchschnittlich hoch, weil auch noch Schicht- , Nachtschicht- und Sonntagszulagen dazukommen. Auch später als Geselle verdient man gutes Geld.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Bergbautechnologe/-in
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Prüfung: Die Prüfung wird an der IHK abgelegt.
  • Ausbildungsorte: Betriebe / Berufsschule in Haldensleben
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Ein mittlerer Schulabschluss wird allerdings mindestens vorausgesetzt.
  • Eignung: Bergbautechnologen mit der Fachrichtung Tiefbohrtechnik sollten mathematisch-physikalische Kenntnisse haben und sorgfältig arbeiten. Außerdem müssen sie teamfähig und verantwortungsbewusst sein.
  • Perspektiven: Nach der Ausbildung kann sich der Tiefbohrer zum Driller weiter qualifizieren oder seinen Meister machen. Bei dementsprechender Schulbildung ist auch ein Studium möglich, z.B. zum Diplom-Ingenieur.
  • Ausbildungsalternativen: Bergbautechnologe/-in, (Tiefbautechnik), Aufbereitungsmechaniker/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Arbeitszeit

Gearbeitet wird in der Regel auf den Bohranlagen in 12-Stunden-Schichten, zwei Wochen lang. Dann hat man zwei Wochen frei.

Kraft

Der Stiefbohrer muss an einem langen Arbeitstag oft richtig anpacken und das immer wieder.

Mathematik

Beim Messen von Gesteinsschichten oder z.B. beim Einrichten und Programmieren von computergesteuerten Abbau- und Fördermaschinen sind Mathe- und Physikkenntnisse Grundvoraussetzung für fehlerfreies Arbeiten.


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