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Bauten- und Objektbeschichter/-in Sie bringen Farbe ins Leben

Bauten- und Objektbeschichter schützen und gestalten Flächen, ob im Haus oder an der Außenfassade. Dafür reparieren sie Risse mit Spachtelmasse, ziehen einen Putz auf, tapezieren, streichen und lackieren Wände. Auch Trockenbau gehört zu ihren Aufgaben.

Stand: 10.07.2017

Der Arbeitstag von Maximilian Mosch beginnt mit einer kleinen Fitnesseinheit. Gemeinsam mit seinen Kollegen zieht der Auszubildende ein Gerüst an einem Mehrfamilienhaus hoch. Insgesamt vier Ebenen, und auf der obersten beginnt der 17-Jährige auch gleich mit der Arbeit: Mit Pinsel und Farbrolle trägt er den Fassadenanstrich auf. Maximilian ist im ersten Lehrjahr. Als angehender Bauten- und Objektbeschichter muss er schwindelfrei sein und ein gutes Gefühl für Farben haben. Welche harmonieren miteinander, in welchem Mischungsverhältnis muss man sie anrühren, welche Putzarten gibt es, wie tapeziert man Wände? All das lernt er während der zweijährigen Ausbildung.

"In diesem Beruf kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Mit Farben herumexperimentieren, Putzarten ausprobieren - das gefällt mir!"

Maximilian Mosch, 1. Lehrjahr (17 Jahre)

Bei Wind und Wetter

Bauten- und Objektbeschichter müssen bei fast jedem Wetter im Freien arbeiten - ob im Winter bei minus zehn Grad oder in den Sommermonaten bei plus 32 Grad im Schatten. Beide Extreme hat Maximilian bereits erlebt. "Nur im strömenden Regen arbeiten wir nicht an Außenfassaden", erzählt er.

Alexandru Wetrov kommt aus Rumänien und lebt seit fünfeinhalb Jahren in Deutschland. Seine Ausbildungsstelle hat er mit Hilfe der Gesellschaft zur beruflichen Förderung (GbF) Aschaffenburg gefunden, einer Tochter der Handwerkskammer. Sie arbeitet eng mit der Bundesagentur für Arbeit zusammen und ist eine Anlaufstelle für benachteiligte Jugendliche, die beispielsweise einen Migrationshintergrund oder ihre Ausbildung abgebrochen haben. Die GbF unterstützt Alexandru, indem sie ihm Stütz- und Förderunterricht ermöglicht und ihm einen Sozialpädagogen zur Seite stellt.

"Ich mag die Abwechslung. Heute an dieser Baustelle, morgen an der nächsten. Heute tapezieren, morgen streichen, übermorgen Trockenbau. Das macht Spaß!"

Alexandru Wetrov, 1. Lehrjahr (24 Jahre)

Mauern ohne Beton

Auch Trockenbau gehört zu ihren Aufgaben

Bauten- und Objektbeschichter arbeiten fast jeden Tag auf einer anderen Baustelle. Heute wird Alexandru im Feuerwehrhaus gebraucht. Dort stehen Trockenbauarbeiten an, das heißt der 24-Jährige und seine Kollegen ziehen Mauern ohne Beton und Putz hoch. "Stattdessen verwenden wir Metall-Ständer, dazwischen Dämmwolle und außen Gipskartonplatten, die später verspachtelt und gestrichen werden", erklärt der Azubi.

Handwerkliches Geschick

Bauten- und Objektbeschichter müssen handwerkliches Geschick mitbringen und präzise arbeiten. "Beim Tapezieren zum Beispiel kommt es auf den Bruchteil eines Millimeters an", so Alexandru. "Zwischen den Kanten zweier Tapetenbahnen darf keine Lücke sein. Sie dürfen aber auch nicht überlappen, sondern müssen exakt aneinander stoßen."

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Bauten- und Objektbeschichter/-in
  • Ausbildungsdauer: 2 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule, wo der Unterricht überwiegend in Blockform stattfindet. Weitere praktische Fähigkeiten bekommen die Azubis in der überbetrieblichen Ausbildung vermittelt.
  • Zugang: Grundsätzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit Qualifizierendem Hauptschulabschluss ein.
  • Eignung: Bauten- und Objektbeschichter dürfen auf keinen Fall farbenblind sein. Sie müssen ein Gefühl für Formen und Farben haben und handwerkliches Geschick mitbringen. Da sie oft auf Hebebühnen oder Gerüsten arbeiten, sollten sie schwindelfrei sein. Ebenfalls wichtig: Sauberkeit. Das Werkzeug muss nach der Arbeit gereinigt, die Baustelle sauber verlassen werden.
  • Wichtige Schulfächer: Wer Spaß in den Fächern Werken/Technik hat, bringt gute Voraussetzungen mit. Außerdem von Vorteil: gute Kenntnisse in Mathematik und Chemie.
  • Perspektiven: Nach bestandener Gesellenprüfung können Bauten- und Objektbeschichter ihre Lehre fortsetzen und sich zum/zur Maler/-in und Lackierer/-in ausbilden lassen. In diesem Fall steigen sie ins dritte Lehrjahr ein. Diese Ausbildung dauert ein weiteres Jahr. Danach können sie beispielsweise die Meisterprüfung ablegen und sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kraft

Gerüste aufbauen, Farbeimer tragen, Dämmmaterialien transportieren: Bauten- und Objektbeschichter müssen körperlich fit sein. Oft arbeiten sie im Stehen oder in gebückter Haltung. Das kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein.Genauigkeit

Genauigkeit

Bauten- und Objektbeschichter/-innen wird präzises Arbeiten verlangt, ob sie Hausfassaden streichen oder Wände tapezieren. Jeder Pinselstrich muss sitzen, Fehler können nur selten korrigiert werden.

Gefahr

Ohne Mathematikkenntnisse geht in diesem Beruf nichts. Bauten- und Objektbeschichter berechnen Flächen, Volumina, Gewichte und den Bedarf an Farben- und Lösungsmitteln.


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