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Baugeräteführer/-in Mehr als Baggerfahren

Baugeräteführer sind für Maschinen auf Baustellen zuständig. Sie nehmen Baugeräte in Betrieb, überprüfen sie auf ihre Sicherheit, warten die Maschinen und müssen Störungen beseitigen können.

Stand: 24.08.2015

Auf der Tunnel-Großbaustelle am Luise-Kieselbach-Platz in München. Hier wird eine der größten Kreuzungen Europas unter die Erde verlegt. Das Problem: der lockere Kiesboden. Stephan Henze, Azubi im dritten Lehrjahr, bekommt eine Einweisung in das Tiefbau-Bohrgerät. Bevor er das zehn Meter hohe Monstrum selbst fahren und bedienen kann, muss er erst noch ein paar Jahre Erfahrung sammeln. Mit Spezialtiefbaugeräten werden hier bis zu 30 Meter tiefe Löcher in den Kies gebohrt. Stephan lernt die Abläufe auf der Baustelle kennen. Der Radladerfahrer muss genau zum richtigen Zeitpunkt die Erde aus dem Bohrgerät aufnehmen. Da ist Teamarbeit gefragt. Sind die Löcher gebohrt, werden sie mit Beton verfüllt. So entsteht ein unterirdisches Säulensystem, das später einmal die Tunnelwand bildet.

Mit dem Bagger auf dem Übungsplatz

Mit dem Bagger auf dem Übungsplatz

Auf dem Übungsgelände der Bayerischen Bauakademie in Feuchtwangen bereitet sich eine Klasse auf die Abschlussprüfung vor. Drei Jahre lang lernen die Baugeräteführer. Im letzten Jahr müssen sie mit Radlader, Schaufel-, Löffel- und Minibagger umgehen können. Hier fahren die Azubis und müssen Prüfungsaufgaben üben: Böschungen ziehen, Baugruben ausheben, Gelände nivellieren.

"Man muss schon drei, vier Jahre daneben stehen - die Abläufe kennenlernen, wie man sich bei bestimmten Bodenarten zu verhalten hat und was passiert wenn irgendwelche Zwischenfälle passieren, wie man sich verhalten muss.  Es dauert schon einige Zeit bis man auf das große teure Gerät kann."

Stephan Henze, Auszubildender

Büffeln für die Bodendichte

Kontrolle der Bodenbeschaffenheit

Zur Bodenbeschaffenheit und der Dichte des Bodens erklärt Ausbildungsmeister Wilhelm Schmidt verschiedene Berechnungsmethoden. Das ist wichtig um die Massen ermitteln zu können, die tatsächlich ausgehoben werden. Nur so kann der Lagerplatz für den Aushub richtig gewählt werden. Im theoretischen Teil verbringen die angehenden Baugeräteführer viel Zeit im Klassenzimmer. Am Anfang steht eine umfangreiche Metallgrundausbildung mit Schweißen, Feilen, Drehen und Bohren. Insgesamt geht es darum, dass die Baugeräteführer Schäden an den wertvollen Maschinen möglichst früh erkennen und so teure Folgeschäden und Ausfallzeiten vermeiden.

"Man lernt als Einstiegsberuf den Beruf des Baugeräteführers und kann dann nach abgeschlossener Lehre als Geselle tätig sein, als Vorarbeiter tätig sein, man kann Polier werden, man kann ein Gerät fahren, man kann die Technikerschule besuchen und dort weiter machen. Es stehen einem alle Tore offen."

Matthias Bäßler, Fachbauleiter

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Baugeräteführer/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Ausbildungsorte: Betriebe aus dem Bauhandwerk und der Bauindustrie
  • Zugang: Es ist keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Meist wird aber ein qualifizierender Hauptschulabschluss verlangt.
  • Eignung: Baugeräteführer müssen anpacken können und technisches Verständnis mitbringen. Im Team zu arbeiten ist auf Baustellen selbstverständlich. Baugeräteführer sollten auch gut rechnen können.
  • Perspektiven: Baugeräteführer haben gute Berufsaussichten und sind gesucht, auch auf Baustellen im Ausland. Sie verdienen oft über dem Durchschnitt der Bauberufe.
  • Weiterbildung: Baugeräteführer können sich weiterbilden zum Meister oder Techniker. Auch Vorarbeiter und Poliertätigkeiten sind häufig.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geld

Baugeräteführer verdienen meist über dem Durchschnitt der Bauberufe. Sie haben auch gute Chancen im Ausland.

Team

Auf Baustellen muss alles Hand in Hand gehen. Nur gemeinsam kommt ein optimales Ergebnis heraus.

Mathematik

Baugeräteführer müssen Massen berechnen, damit zum Beispiel für den Abtransports des Aushubs auf der Baustelle genügend LKW bestellt werden.

Info

Auf Baustellen wird oft lange gearbeitet, durchaus 11 Stunden am Tag. Dafür gibt es Überstunden zum Abfeiern und für die Schlechtwetterzeit im Winter.


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