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Fachangestellte/r für Bäderbetriebe Arbeiten, wo andere planschen gehen

Im Freibad ist die Hölle los: kreischende Teenies, schubsende Jungs, dutzende Schüler drängeln sich oben auf dem 10-Meter-Turm: Fachangestellte für Bäderbetriebe sind verantwortlich dafür, dass den Badegästen nichts passiert und sind Ansprechpartner für alle Fragen.

Stand: 13.07.2015

Sarah und Madeline sind bei den Hofer Stadtwerken angestellt und im Hallen- und Freibad im Einsatz. Das "Hofbad" ist ein Familienbad mit gemischtem Publikum. Die beiden Azubis arbeiten in Schichten: Die Frühschicht beginnt um sechs Uhr - die Spätschicht um 14 Uhr. Zu ihren Aufgaben gehört die Kontrolle der Bädertechnik - das Reinigen von Pumpen und Filteranlagen - sowie dreimal täglich Wasseranalysen. Die Wasserqualität muss stimmen, ph-Wert und Chlorgehalt müssen im Normbereich liegen. Auch Events organisieren die beiden Auszubildenden, wie Kindergeburtstage oder Motto-Tage im Bad. In der Werkstatt der Stadtwerke lernen sie sogar, kleinere Reparaturen im Bad selbst durchzuführen. Ihre Hauptaufgabe ist aber die Beckenaufsicht: Sie sind verantwortlich dafür, dass den Badegästen nichts passiert und sind Ansprechpartner für alle Fragen. Im Notfall können sie Erste Hilfe leisten.

Solebäder für die Gesundheit

Wassergymnastik

Julian Lindner ist 20 Jahre alt und im 1. Lehrjahr. Er lernt in der Therme Bad Windsheim den Beruf des "Fachangestellten für Bäderbetriebe". In das Bad mit seiner hochprozentigen Sole kommen vor allem ältere Badegäste, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Julian hat schon im Zivildienst gelernt, mit älteren Menschen umzugehen, immer geduldig und freundlich zu bleiben. Je nach Schicht bereitet er morgens das Bad für den Betrieb vor, oder ist der letzte, der um 23 Uhr nach Hause geht, wenn alle Becken gereinigt, die Außenbecken abgedeckt und alle Fliesen gesäubert sind.

Nicht nur am Beckenrand

Wasseranalyse

Der Beruf des Fachangestellten ist wenig bekannt und hat ein eher schlechtes Image: Viele glauben, ein "Bademeister" stehe halt nur am Beckenrand rum. Gute Schulnoten in Mathematik, Chemie, Biologie und Physik sind wichtig. Auch körperliche Fitness und Spaß am Schwimmen brauchen Bewerber. Die Abschlussprüfungen dauern mehrere Tage und sind nicht einfach - viele Klausuren und praktische Schwimm-Prüfungen gehören dazu. Die Berufsaussichten sind derzeit sehr gut: Fachangestellte für Bäderbetriebe sind gesucht. Sie arbeiten meist in städtischen oder privaten Hallen- und Freibädern, aber auch in Kur- und Wellness-Betrieben. Das Einstiegsgehalt für Berufsanfänger liegt - nach Tarifvertrag - um die 1.900 Euro brutto. Auch berufliche Einsätze im Ausland - als Schwimmlehrer oder Animateur - sind mit der Ausbildung möglich. Zu den negativen Seiten des Jobs gehören die Schichtarbeit und die häufigen Einsätze am Wochenende. Auch das feucht-warme Klima in den Bädern und der Lärmpegel liegen nicht jedem.

"Ja, das ist schon sehr stressig, weil bei so warmem Wetter sind alle draußen und alle drehen durch sozusagen. Da muss man viel durchgreifen und Hausverbote erteilen. Viele sehen das aber nicht ein, weil sie Eintritt gezahlt haben."

Sarah Biedermann (17), 2. Lehrjahr

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachangestellte/r für Bäderbetriebe
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Ausbildungsort: Private und städtische Frei- und Hallenbäder, Strandbäder, Naturbäder, Wellnessbetriebe
  • Prüfung: Die Prüfung wird - je nach Bundesland - an unterschiedlichen Stellen abgelegt. In Bayern ist dies zum Beispiel die "Bayerische Verwaltungsschule" in München, in Schleswig-Holstein die Verwaltungsakademie Bordesholm. In anderen Bundesländern sind die Prüfungen bei der Industrie- und Handelskammer oder bei der Landesregierung angesiedelt.
  • Zugang: Keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Hälfte der Azubis hat einen mittleren Bildungsabschluss.
  • Eignung: Bewerber sollten gute Noten in Biologie, Chemie und Physik mitbringen. Kundenorientierung, körperliche Fitness und Spaß am Schwimmen sind Voraussetzungen für den Beruf.
  • Perspektiven: Fachangestellte für Bäderbetriebe sind gesucht; die Berufsaussichten sind gut. Viele neue Freizeitbäder, aber auch Saunen und Kurbetriebe suchen Fachkräfte, die gut ausgebildet und flexibel sind.
  • Alternativen: Alternativen zur Tätigkeit im Schwimmbad gibt es auch. Fachangestellte für Bäderbetriebe können sich auch als Surf- oder Sporttauchlehrer, Rettungsassistent und Sportlehrer ihr Geld verdienen.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Zu den täglichen Aufgaben gehört es, die Wasserqualität mehrmals zu überprüfen. Dabei müssen die Azubis genau mit Prüfflüssigkeiten arbeiten und die Ergebnisse ins Betriebstagebuch eintragen.

Gefahr

In der Bädertechnik haben die Fachangestellten und Azubis oft mit Chemikalien zu tun. Schutzkleidung - Handschuhe und Brille - sind bei diesen Arbeiten Pflicht.

Info

Fachangestellte für Bäderbetriebe arbeiten Schicht, auch schon als Azubis. Auch an Wochenenden und Feiertagen ist Dienst. Dafür hat man unter der Woche mal frei.


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