ARD-alpha - Ich mach's!


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Automobilkaufmann/-frau Pferdestärke und Bilanzen

Wie viel PS hat dieses Auto? Wie teuer kommt die Leasingrate? Für Automobilkaufleute sind die Antworten auf diese Fragen ein Kinderspiel. Obwohl es Automobile schon seit über 100 Jahren gibt, existiert der Beruf des Automobilkaufmannes gerade erst seit gut zehn Jahren.

Stand: 19.01.2015

Dominik ist 20 Jahre alt und steht am Beginn der dreijährigen Ausbildung. "Ich mache hier mein Hobby zum Beruf", erzählt der Abiturient. Für den Automobilkaufmann ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben und so sind Hauptschüler nicht chancenlos. Jedoch besitzt der Großteil der Auszubildenden die mittlere Reife. In den ersten Tagen wurde Dominik von seinen Kollegen eingewiesen, hat vieles im Umgang mit Kunden erfahren und die Abläufe in dem Autohaus kennengelernt.

Anzug, Krawatte und Blaumann

Radwechsel in der Werkstatt

Vom Trucker bis zur Cabriofahrerin - viele Menschen kommen an die Kundenannahme. Jeder hat unterschiedliche Wünsche und erwartet, dass diese möglichst rasch erfüllt werden. Dominik muss einen klaren Kopf bewahren und immer freundlich sein. Er nimmt Aufträge an, vergibt Kundennummern, plant Werkstatttermine und übergibt am Ende Fahrzeug, Schlüssel und Rechnung. In der Kundenannahme arbeitet Dominik von 8.00 bis 16.00 Uhr, trägt Anzug und Krawatte. Doch auch der Blaumann gehört zu seiner Ausstattung. Während der Ausbildung steht auch ein Einsatz in der Werkstatt an. Automobilkaufleute planen mitunter Werkstatteinsätze und müssen daher die Abläufe gut kennen. Zudem ist es für die Kundenberatung auch wichtig, technisch fit zu sein.

"Hier ist auf jeden Fall Leben drin, man weiß nie was auf einen zukommt, welcher Kunde reinkommt, welches Problem als nächstes kommt. Es ist ein sehr lebendiger Job und man hat hier mit vielen tollen Leuten zu tun."

Dominik Kettner, Auszubildender

Anlaufstelle für alles

Arbeiten im Großraumbüro

In der Buchhaltung sitzt Franziska. In wenigen Wochen macht sie ihre Abschlussprüfung als Automobilkauffrau. Inzwischen ist der Großteil der Auszubildenden weiblich. Ein Großraumbüro mit vielen Aktenordnern - auf den ersten Blick wirkt dieser Arbeitsplatz sehr fade, doch Franziska findet es hier spannend: "Die Abwicklung nach Unfällen mit den Versicherungen, Bestellungen, Zahlungseingänge abwickeln, Außenstände anmahnen - in der Buchhaltung laufen alle Fäden zusammen. Hier ist man die Anlaufstelle für alles", erklärt Franziska. Dabei ist es wichtig mit Stress klar zu kommen. Ständig klingelt das Telefon und die Anfragen sind sehr unterschiedlich.

"Die Buchhaltung ist eigentlich viel abwechslungsreicher als man denkt. Man ist als Auszubildender hauptsächlich mit der Unfallabwicklung beschäftigt. Und ist in Kommunikation mit den Versicherungen, die Reparaturfreigaben erteilen, auch Obligoanfragen, also wenn ein LKW-Fahrer eine Panne hat und kein Bargeld zur Bezahlung dabei hat, müssen eben Obligos also Zahlungsübernahmen angefragt werden bei anderen Niederlassungen und Vertragspartnern. Dann telefoniert man sehr viel mit Kunden, z.B. die ihren Zahlungen nicht nachkommen. Ja, es ist im Großen und Ganzen sehr abwechslungsreich."

Franziska Schertzer, Auszubildende

Arbeiten mit Traumautos

Franziska und Dominik besuchen regelmäßig die Berufsschule. Rechnungswesen, Statistik oder Wirtschaftslehre stehen auf ihrem Stundenplan. Nach drei Jahren und erfolgreicher Abschlussprüfung haben sie gute Chancen in der Automobilbranche unterzukommen. Während es Franziska in die Buchhaltung zieht, will Dominik Verkäufer werden. Der Verdienst ist ein Anreiz für ihn. Verkäufer bekommen meist Provisionen, sprich je mehr Fahrzeuge sie verkaufen, desto besser verdienen sie. Zudem arbeitet Dominik unmittelbar an seinen Traumautos.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Automobilkaufmann/-frau
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Zugang: Nach dem Berufsbildungsgesetz ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, viele Betriebe verlangen aber die Mittlere Reife.
  • Eignung: Sicheres und gepflegtes Auftreten, Kontaktfreude, gutes Gefühl für Zahlen, Belastbarkeit und Flexibilität
  • Ausbildungsorte: KFZ-Betriebe, Automobilhersteller
  • Alternativen: Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Kraftfahrzeugmechatroniker/-in

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Die Ausbildungsvergütung variiert stark - je nach Bundesland. Auch die spätere Bezahlung der ausgebildeten Automobilkaufleute variiert ähnlich. Aktuelle Zahlen gibt es auf den Webseiten der Arbeitsagentur.

Info

Überall dort, wo Automobilkaufleute mit Kunden zu tun haben, wird großer Wert auf ordentliche Kleidung gelegt, in manchen Autohäusern sind Anzug und Krawatte oder ein fesches Kostüm erwünscht. Während der Ausbildung erfolgt ein Einsatz in der Werkstatt, im Blaumann natürlich.


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