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Augenarzthelfer/-in Für Durchblick sorgen

Einfühlungsvermögen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die angehende Augenarzthelferinnen mitbringen müssen. Denn zu ihren Aufgaben gehört es, Patienten die Angst vor der Untersuchung nehmen.

Stand: 21.10.2015

Diese und andere Fragen beantwortet Marina Knopp immer wieder geduldig. Die 19-Jährige macht in Würzburg eine Ausbildung zur Augenarzthelferin. "Der Beruf bietet sehr viel Abwechslung", sagt Marina. Zu ihren Aufgaben gehört es unter anderem, Patienten zu empfangen und zu betreuen, Voruntersuchungen an verschiedenen Geräten durchzuführen, Termine zu vergeben und Abrechnungen zu schreiben.

Praxis in der Praxis

Messung der Leitfähigkeit des Sehnervs

Die Ausbildung zur Augenarzthelferin ist kein eigener Lehrberuf. Wer in diesem Bereich arbeiten möchte, macht eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, bis 2006 unter dem Begriff Arzthelferin bekannt. Das bedeutet, Marina hat in der Berufsschule dieselben Fächer wie ihre Klassenkameraden, die ihre Ausbildung beispielsweise bei einem Allgemeinarzt machen. Alles rund ums Thema Augenheilkunde und wie sie die verschiedenen Geräte bedient, lernt sie in der Arztpraxis. Die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten ist vor allem bei Frauen beliebt: 2007 waren 99,3 Prozent der Auszubildenden weiblich. Eine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung müssen die Bewerber nicht haben. Erfahrungsgemäß stellen die Ärzte jedoch überwiegend Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss ein.

Dokumentation für den Arzt

Untersuchung bei Patienten

"Bitte nehmen Sie Platz und legen das Kinn hier auf. Ich ermittle jetzt Ihre ungefähre Sehstärke", erklärt Marina einer jungen Frau, die zum ersten Mal in der Praxis ist. Dann geht die Auszubildende um das Gerät herum und steuert über den Bildschirm die Iris der Patientin an. Per Knopfdruck speichert sie die Werte. Dann fragt sie bei der Patientin die wichtigsten Daten ab. "Leiden Sie unter Allergien? Tragen Sie eine Brille? Haben Sie Beschwerden?" Schließlich macht Marina mit der Patientin einen Sehtest. Alle Ergebnisse dokumentiert sie auf einer Karteikarte. "Anamnese" nennen das die Mediziner- Krankheitsvorgeschichte. Sie ist für den Arzt sehr wichtig, "denn sie liefert ihm einen schnellen Überblick", sagt Marina. "So kennt er die ungefähre Sehstärke des Patienten und sieht, welche Untersuchungen noch gemacht werden müssen."

Geduld ist gefragt

Sorgfalt und Hygiene spielen in Marinas Beruf eine große Rolle. "Vor jeder Untersuchung reinige und desinfiziere ich die Geräte", erklärt sie. "Nur so können die Patienten sicher vor Infektionen geschützt werden." Auch das äußere Erscheinungsbild der Augenarzthelferin ist wichtig. Refraktometer, VEP, Stablampe, Netzhautfotografie, Gesichtsfeldmessung - all diese Geräte kann Marina bedienen. Und nicht nur das: Sie erklärt den Patienten auch in einfachen Worten, wie sie funktionieren und welche Informationen sie liefern. Manchmal ist dabei Geduld gefragt: Vor allem ältere Patienten verstehen den Sinn der Untersuchungen nicht auf Anhieb.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Medizinische/r Fachangestellte/r
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule.
  • Zugang: Grundsätzlich wird keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben, die Schulpflicht muss jedoch erfüllt sein. Die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss ein.
  • Prüfung: Die Abschlussprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Abgelegt wird die Prüfung bei einem Ausschuss der zuständigen Landesärztekammer.
  • Eignung: Kommunikationsfähigkeit, Kundenorientierung, Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt, Hygienebewusstsein, Teamfähigkeit, Verschwiegenheit, psychische und emotionale Stabilität, medizinisches Interesse, Spaß am Umgang mit Menschen, Büro- und Verwaltungsaufgaben, Planungs- und Organisationstalent, Einfühlungsvermögen.
  • Perspektiven: Als Medizinische/r Fachangestellte/r haben Augenarzthelfer/innen eine gute Ausgangsbasis, sich in verschiedene Richtungen zu spezialisieren oder fortzubilden. In Frage kommen beispielsweise Weiterbildungen zur OP-Schwester oder zum/zur Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung, Orthoptist/in oder Praxismanager/in.
  • Mögliche Einsatzorte: Nach Abschluss ihrer Ausbildung können Augenarzthelfer/innen in Arztpraxen aller Fachrichtungen, Medizinischen Versorgungszentren, Krankenhäusern, Organisationen des Gesundheitswesens und anderen Institutionen arbeiten.
  • Ausbildungsalternativen: Medizinischer Dokumentar/Medizinische Dokumentarin, Kaufmann/Kauffrau im Gesundheitswesen, Tiermedizinischer Fachangestellter/Tiermedizinische Fachangestellte

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Angehende Augenarzthelfer/ -innen erhalten laut Tarifvertrag zwischen 480 und 565 Euro.

Info

Für Augenarzthelfer/ -innen gibt es keine eigene Ausbildung. Wer den Beruf erlernen möchte, muss deshalb eine Ausbildung zum / zur Medizinischen Fachangestellten (bis 2006: Arzthelfer/ -in) machen. Die medizinischen Grundlagen bekommen die Auszubildenden in der Berufsschule vermittelt, auf die Fachrichtung Augenarzthelfer/ -in spezialisieren sie sich in der Praxis.


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