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Aufbereitungsmechaniker/-in Naturstein und Sand/Kies Jede Menge Schotter und Kies

Sand, Kies, Schotter und Kalksteinmehl - diese Rohstoffe werden auf jeder Baustelle gebraucht, egal ob Straßen- Haus- oder Gleisbau. Aufbereitungsmechaniker sorgen dafür, dass immer reichlich Nachschub kommt.

Stand: 08.04.2013

Neun tiefe Löcher in einer Reihe. Sie sind gerade einmal handbreit. Florian hat sie in den Kalkstein gebohrt. Er ist Aufbereitungsmechaniker in der Fachrichtung Naturstein. Jetzt versenkt er fast eine Tonne Sprengstoff darin. Der 23-Jährige und seine Kollegen bauen in einem Steinbruch der Firma Bergmann im oberfränkischen Azendorf Kalkstein ab. Anschließend verarbeiten sie das Gestein zu Rohstoffen für die Bauindustrie und für die Landwirtschaft.

Er hat nach seiner Lehre Weiterbildungen zum Bohrmaschinisten und Sprengmeister absolviert. Bei den Vorbereitungen zu einer Sprengung müssen die Männer sehr gewissenhaft arbeiten. Sie müssen sich aufeinander verlassen können, sonst wird es gefährlich. Sprengschnur und Zünder anbringen. Alles noch einmal kontrollieren. Dann ertönt das Warnsignal: Gleich wird gesprengt. Mit einem riesigen Knall lösen sich tonnenschwere Kalkstein-Brocken und fallen auf die Erde. Die Sprengung war erfolgreich. Doch was passiert, wenn eine Ladung Sprengstoff nicht hochgeht?

"Dann hat man ein Problem, dann müssten wir das melden und das ist eigentlich für einen Sprengberechtigten der Super-Gau, wenn einmal was nicht losgeht, es ist besser, es geht immer alles los."

Harald Bayer, Sprengmeister

Bei Wind und Wetter

Ortswechsel: Eine Kiesgrube der Firma Glück im oberbayerischen Gräfelfing. Marcus und seine Kollegen bauen hier Rohkies ab. Der 23-Jährige braucht dazu aber nicht zu sprengen. Bagger tragen das Material Schaufel für Schaufel ab. Ein Förderband bringt es von der Kiesgrube ins Kieswerk. Marcus hat die Ausbildung zum Aufbereitungsmechaniker in der Fachrichtung Sand und Kies absolviert. Oft arbeitet er im Freien.

"Es ist immer wetterabhängig im Kieswerk, aber es geht. Im Sommer ist es warm, im Winter ist es kalt, wenn es regnet wird man halt nass, aber es ist ja nicht so, dass man aus Zucker wäre, es geht schon, man muss schon körperlich robust sein."

Marcus Nippe, Geselle

Waschen, sieben, zerkleinern

Viele Arbeitsschritte sind nötig, um aus Rohkies Sand, Kies und Splitt zu machen. Ein ausgeklügeltes System an Maschinen reinigt, trennt und transportiert das Material. Im Werk ist es sehr laut.

"Man merkt's, wenn man den ganzen Tag im Lärmbereich war, dann ist man am Abend müder als wenn man draußen gearbeitet hätte oder wo's halt nicht so laut ist, aber das macht einem nach einer gewissen Zeit nicht mehr so viel aus, wenn man sich genügend schützt."

Marcus Nippe, Geselle

Marcus wartet die Maschinen und repariert sie. Immer wieder muss er auf die Schnelle ein Ersatzteil anfertigen. Metall bearbeiten - das hat er schon während der Ausbildung gelernt. Der 23-Jährige schätzt die Abwechslung in seinem Beruf. Nur am Schreibtisch zu sitzen, käme für ihn nicht in Frage. Als Aufbereitungsmechaniker kann er vollen Körpereinsatz bringen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Aufbereitungsmechaniker/-in Naturstein und Sand/Kies
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben; die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit Hauptschulabschluss oder einem mittleren Schulabschluss ein.
  • Prüfung: Die Prüfung wird an der IHK abgelegt.
  • Ausbildungsorte: Natursteingewinnungsbetriebe, Unternehmen der Sand- und Kiesgewinnung
  • Eignung: Aufbereitungsmechaniker sollten zupacken können und körperlich belastbar sein; sie arbeiten draußen bei Wind und Wetter; brauchen handwerkliches Geschick, mathematisches Verständnis.
  • Perspektiven: Spezialisierung; Meister/-in; Techniker; Weiterbildung zum Bohrmaschinisten; Studium.
  • Ausbildungsalternativen: Verfahrensmechaniker/-in

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Gefahr

Aufbereitungsmechaniker der Fachrichtung Naturstein hantieren immer wieder mit Sprengstoff. Sie müssen sorgfältig und gewissenhaft arbeiten. Teamarbeit ist gefragt.

Wetter

Wer den Beruf ergreifen möchte, sollte körperlich robust sein. Die Arbeit im Steinbruch oder im Kieswerk  ist anstrengend. Es wird bei Wind und Wetter draußen gearbeitet – bei Hitze und Kälte.

Kraft

Aufbereitungsmechaniker brauchen Kraft. Sie müssen immer wieder auch schwer heben.


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