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Anlagenmechaniker/-in Schweißen und Montieren

Anlagenmechaniker fertigen Bauteile und montieren sie zu Baugruppen und Apparaten, zu Rohrleitungssystemen und Anlagen. Zudem sind sie für die Instandhaltung verantwortlich.

Stand: 28.03.2012

Patrick Fuchs' Berufskleidung besteht oft aus einem Helm mit sehr dunklem Sichtschutz und Lederhandschuhen. Der 19-jährige Azubi schweißt täglich an Metallteilen herum, die dann zu einem Braukessel oder -tank zusammenmontiert werden. Er lernt bei der Bamberger Brauereimaschinenfabrik Kaspar Schulz in Bamberg. Dort muss er sich auch mit computergesteuerten Fräs- und Drehmaschinen auskennen. Wenn er die richtig programmiert, liefern die CNC-Automaten passgenaue Sterngriffe, z.B. für die Einstiegsluke zu einem Tank. Patrick ist im letzten Jahr seiner dreieinhalbjährigen Ausbildung.

"Der Reiz in diesem Job ist besonders das Schweißen, finde ich. Insgesamt macht der Beruf sehr viel Spaß, weil er sehr vielseitig ist. Drehen, Bohren, all das gehört dazu, und das ist sehr spannend."

Patrick Fuchs, 4. Lehrjahr (19)

Julia Ruprecht arbeitet an einem Straßenbahn-Drehgestell

Julia Ruprechts Schwerpunkt liegt ganz woanders. Die 22-Jährige steht auch kurz vor dem Abschluss und arbeitet bei den Stadtwerken Nürnberg, wo sie in riesigen Werkstatthallen die Straßenbahnen in Stand hält.  An ihrem Arbeitsplatz liegen die Drehgestelle der Bahnen bloß. Hunderte Kilo schwere Achsen und Räder, die repariert und gewartet werden müssen. Wenn eine Radführung nicht genau passt, und das Rad auch nur geringfügig wackelt, leidet der Fahrkomfort und die Schienen werden überstrapaziert. In der Drehgestellmontage wechselt Julia solche Räder aus. Dafür nutzt sie ein Spezialinstrument, das Luft in die Achse pumpt. Bei einem Druck von  3.000 Bar springt das Rad ab. Ein schmutziger Job, denn trotz aller technischen Hilfsmittel muss Julia auch immer wieder kräftig hinlangen.

"Klar, Mathematik hilft einem bei manchem Arbeitsvorgang weiter. Aber insgesamt ist die Schule nicht so wichtig. Das Meiste, was man braucht, lernt man im ersten Jahr der Ausbildung. Da muss man gut aufpassen."

Julia Ruprecht, 4. Lehrjahr (21)

Michael Braunstein beim Schweißen

Diese Ausbildung beinhaltet Schweißtechniken genauso wie das Formen von Rohren, Blechen und Profilen. Auch lernen die Azubis, Werkstoffeigenschaften und deren Veränderungen zu beurteilen und die Werkstoffe richtig handzuhaben. Das alles ist Michael Braunstein schon in Fleisch und Blut übergegangen. Routine, die er allerdings auch tatsächlich jeden Tag braucht. Der 20-Jährige lernt bei der N-ERGIE, einem Energieversorgungsunternehmen in Nürnberg mit 2500 Mitarbeitern. Michael steckt gerade in der Gesellenprüfung. Ansonsten betreut er unter anderem ein Biomasse-Heizkraftwerk. Dafür muss er die Steuerungstechnik beherrschen. Am Computerbildschirm überwacht er alle Abläufe dieses Kraftwerks, das mit Holzhackschnipseln betrieben wird. Wenn da mal was klemmt, muss er ran an die Anlage und auch schon mal hinein. Dann ist der Strom natürlich abgeschaltet. In diesem Fall hat sich ein zu großer Ast zwischen die Schnipsel gemogelt und die Förderung blockiert. Michael zieht den Ast raus und setzt die Anlage dann wieder in Betrieb.

"Also, Spaß macht’s auf alle Fälle. Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, ich würde mich garantiert wieder für diesen Beruf entscheiden."

Michael Braunstein, 4. Lehrjahr (20)

Gehört zur Arbeit: der Umgang mit schweren Bauteilen

Es ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, aber die meisten Betriebe und Unternehmen erwarten mindestens einen einigermaßen guten Hauptschulabschluss. Nach der Ausbildung stehen dem Anlagenmechaniker, der eine ganze Reihe an Fertigkeiten erlernt, viele Türen offen. Solche Allrounder sind gefragt, ob nun  im Behälter- und Apparatebau oder in Unternehmen der Versorgungstechnik.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Anlagenmechaniker/-in
  • Ausbildungsdauer: Dreieinhalb Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb/Unternehmen und an der Berufsschule.
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Ein Hauptschulabschluss wird allerdings meistens vorausgesetzt.
  • Prüfung: Die Prüfung wird an der IHK abgelegt.
  • Ausbildungsorte: Fotofachgeschäft, Fotofiliale, Labor, Fotostudio, Bildagentur
  • Eignung: Anlagenmechaniker sollten handwerklich geschickt sein und technisches Verständnis mitbringen. Außerdem müssen sie teamfähig und verantwortungsbewusst sein.
  • Perspektiven: Nach der Ausbildung kann sich der Anlagenmechaniker zum Techniker weiterbilden oder die Meisterprüfung ablegen. Mit der Hochschulzugangsberechtigung kann der Mechaniker auch studieren und den Bachelor of Engineering machen.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Mathematik

Anlagenmechaniker programmieren CNC-Maschinen und bedienen Steuerungsanlagen. Dafür müssen sie mit Zahlen umgehen können.        

Team

Immer wieder müssen zwei, drei Mann mit anpacken, wenn es zum Beispiel im Behälterbau oder bei der Reparatur von großen Anlagen darum geht, schwere Teile zu bewegen und zu montieren. Das geht nur im Team.

Kraft

Trotz aller technischer und automatischer Hilfen, die dem Anlagenmechaniker bei der Ausübung seines Berufes zur Verfügung stehen, muss er doch immer wieder kräftig zulangen. Ein bisschen Robustheit gehört zum Job, auch bei den Anlagenmechanikerinnen.


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