ARD-alpha - Ich mach's!


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Holzmechaniker/-in Wir (ver)packen das!

Ein Exportland wie Deutschland verschickt riesige Mengen von Maschinen, Spezialtechnik und Qualitätsprodukten in die ganze Welt. Auf dem Transport muss das teure Gut perfekt geschützt sein. Es steht auf Paletten, wird mit Folien und Füllstoff gepolstert und in Kisten gesteckt. Die Fachkräfte dafür sind Holzmechaniker für Bauelemente, Holzpackmittel und Rahmen.

Stand: 19.06.2017

Marco (20) soll Spezialpaletten bauen. Zusammen mit dem Zuschnitt-Meister hat er die richtige Länge der Bretter ausgemessen. Jetzt legt die mächtige Paket-Säge los. Fast 200 Bretter durchtrennt das große Sägeblatt mit einer Bewegung. Marco steht am Joy-Stick. Mit der drei Meter breiten Nagelmaschine heftet er Bretter und Kanthölzer in Sekunden zusammen, ein Roboterarm stapelt die Paletten-Rohlinge aufeinander. Marcos Chef, Johannes Kirchner, rüstet sein Verpackungs-Unternehmen für die Zukunft: Bald sollen alle Maschinen über WLAN mit seinem Büro verbunden sein.

"Die Sägetechnik wird immer moderner und immer genauer. Marco muss mit Computern umgehen können, weil vieles mit Computersteuerung funktioniert. Er muss die Maschinen verstehen. Bei uns in der Produktion sind auch Roboter integriert und damit hat ein junger Mensch natürlich Spaß, wenn er sich dafür interessiert."

Johannes Kirchner

In der Berufsschule in Waldkirchen muss Marco auch Theorie lernen. Mathematik, Technik und Werken gehören ebenso zum Job, wie Wirtschaft und Sozialkunde. Hier üben die Auszubildenden zu Beginn ihrer Lehre die Grundlagentechniken der Holzbearbeitung: sägen, schleifen, fräsen, bohren. Die Kombination von handwerklichem Können und der technischen Ausbildung macht das Besondere am Holzmechaniker aus.

"Grundsätzlich gibt es so gut wie keinen arbeitslosen Holzmechaniker. Fast jeder Betrieb sucht Leute, die diese Fähigkeiten haben, weil man eben schon ein spezielles Wissen braucht. Also die Chancen sind dahingehend gut, dass man einen sicheren Arbeitsplatz hat, dass man relativ gut verdient und man hat auch sehr große Aufstiegschancen."

Michael Anderle, Abteilungsleiter Holztechnik, Staatliches Berufliches Schulzentrum Waldkirchen

Auch Robin (18) darf bei einem großen Sonderauftrag mithelfen. Eine teure Druckmaschine muss nach Kanada exportiert werden. Jetzt hängen die ganzen vier Tonnen erstmal am Kran und Robin steuert sie Zentimeter für Zentimeter auf eine große Palette. Dann kommen Folien um das Maschinenteil herum und alles wird vakuumverpackt. Kein Salzwasser, kein Sand und kein Kratzer darf auf der langen Schiffsreise an das Transportgut heran kommen. Bei dieser großen Verantwortung setzt Robins Chef besonders stark auf Spezialisierung.

"In der Ausbildung im dritten Lehrjahr gibt es einen überbetrieblichen Lehrgang, in dem der Auszubildende genau auf die spezifischen Punkte nochmal zusätzlich ausgebildet wird, was den Kranschein angeht und den Staplerschein. Da geht es auch um Klimaverpackungen und um den Korrosionsschutz."

Dietmar Noack, Noack GmbH Iphofen

Die Holzmechaniker sind auf dem Arbeitsmarkt gefragte Leute. Sie packen gern mit an und arbeiten souverän mit Werkzeugen und Maschinen. Als Fachkräfte bekommen sie die unterschiedlichsten Aufgaben, was viel Abwechslung bedeutet. Und wer sich im Unternehmen bewährt, kann beim Kunden mit der Zeit auch ganz selbstständig Aufträge abwickeln.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Bezeichnung: Holzmechaniker/-in Fachrichtung: Herstellen von Bauelementen, Holzpackmitteln und Rahmen
  • Ausbildungsort: Verpackungsmittelhersteller | Betriebe, die Fenster und Türen herstellen | Betriebe, die Leisten und Rahmen herstellen | Holzkonstruktionsbau, z.B. Fertighäuser, Messebau
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Prüfung: Die Auszubildenden müssen eine Zwischenprüfung ablegen. Bei der Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung werden sie von der Industrie- und Handelskammer geprüft. Die Abschlussprüfung besteht aus: Herstellen eines Bauelementes, eines Holzpackmittels oder eines Rahmens | Fertigungstechnik | Maschinen- und Anlagentechnik | Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Zugang: Es ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Betriebe erwarten mindestens den Hauptschulabschluss, besser noch den qualifizierenden Hauptschulabschluss, außerdem ein Berufsgrundschuljahr im Holzbereich.
  • Eignung: Der Beruf des Holzmechanikers vereint handwerkliche und technische Fähigkeiten. Für die grundlegenden Verfahren der Holzbearbeitung, wie sägen, fräsen, schleifen und bohren, brauchen die Auszubildenden handwerkliches Geschick und ein gutes Augenmaß. Für den Umgang mit mechanischen und computergesteuerten Maschinen brauchen sie technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen.
  • Perspektiven: Holzmechaniker sind sehr gefragt. Durch die vielseitige Ausbildung können sie in ganz unterschiedlichen Bereichen von Industrieunternehmen eingesetzt werden. Als starkes Exportland braucht Deutschland fachkundige Verpackungs-Spezialisten. Der Werkstoff "Holz" ist durch die leichte Bearbeitung, durch die günstigen Kosten und das gute Recycling-Potential ein angesagtes und zukunftsweisendes Material. Holzmechaniker, die gelernt haben damit umzugehen und sich bei Weiterentwicklung der Technik auf dem Laufenden halten, sind auf dem Arbeitsmarkt gefragte Fachleute.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:


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