ARD-alpha - Ich mach's!


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Fahrzeugpfleger/-in Auf Hochglanz poliert

Ob Roststellen, Teerflecken oder Insektendreck: damit kennen sich Fahrzeugpfleger aus. In zwei Jahren Ausbildung lernen sie, mit welchen Reinigungsmitteln sie welches Problem in Angriff nehmen müssen. Dazu kommt die Pflege, so bleiben Ledersitze, Kunststoffteile und Gummidichtungen geschmeidig.

Stand: 02.10.2014

Aileen (24) schnappt sich den Hochdruckreiniger. Eine komplette Außenreinigung steht auf dem Auftrag. Mit Spezialmitteln behandelt sie die besonders verschmutzen Stellen. Wenn sie mit ätzenden Chemikalien arbeitet, trägt sie Handschuhe und eine Atemschutzmaske. Sie bürstet, schrubbt und dann wäscht sie alles wieder ab.

"Das merkst du schon in den Armen, wenn du viel Außenreinigungen machst !"

Aileen Sommer, 2. Lehrjahr

Dünne Lacke

Auch die Arbeit mit der Poliermaschine ist ein Kraftakt. Mit leichtem Druck soll die Auszubildende das Gerät möglichst gleichmäßig über die Motorhaube führen. Ausbilder Manuel Glumm macht sie auf ein besonderes Risiko aufmerksam: moderne Lacke sind oft so dünn, dass sie an den Kanten schnell bis aufs Blech weg poliert werden können. Da muss Aileen aufpassen. Neben der Technik der Putzgeräte und -maschinen müssen Fahrzeugpfleger natürlich auch die Bedientechnik der Fahrzeuge beherrschen. Der Führerschein ist in diesem Beruf sowieso ein Muss.

"Das geht ja schon los wenn ein Fahrzeugpfleger, der den Führerschein bereits besitzt, das Fahrzeug in die Werkstatt reinfährt, bzw. in die Waschhalle rüberfährt, man muss sich mit der Technik im Fahrzeug auskennen."

Manuel Glumm, Fahrzeugpfleger / Ausbilder

Teure Limousinen und Sportwagen

Eine schwarze Nobelkarosse gleitet elegant über den Parkplatz des Autohauses. Am Steuer sitzt Stephan Riedel. Der Fahrzeugpfleger soll den Neuwagen für eine Präsentation fit machen. Die teuren Limousinen und Sportwagen dieser Marke kosten sechsstellige Eurobeträge. Hier trägt Stephan eine große Verantwortung, denn je höher das Preissegment, desto höher die Ansprüche.

"Unsere Kunden sehen jeden kleinsten Kratzer. Natürlich wollen sie für ihr gutes Geld auch etwas sehr Gutes haben ."

Stephan Riedel, Fahrzeugpfleger

Innen und außen

Stefan gefällt die Arbeit an den hochwertigen Autos. So ein schönes Fahrzeug komplett innen und außen aufzubereiten - da ist er am Ende schon stolz auf sein Werk. In der Chefetage des Autohauses muss die Personalleitung darauf vertrauen können, dass die Fahrzeugpfleger wissen, was sie tun. 

"Also gelernte Mitarbeiter sind für uns ganz wichtig, weil wir wissen, dann haben wir Spezialisten im Hause.  Das Fachwissen, wie gehe ich mit einem speziellen Leder um, welche Pflegemittel muss ich verwenden….Felgen, die mehrere Tausend Euro kosten, mit welchen Mittel kann ich hier rangehen..."

Stefan Schütz, Personalleiter

Neuer Glanz

Die Auszubildende Aileen dagegen mag es eher, wenn die Autos schon in die Jahre gekommen sind, wenn der Lack stumpf ist, der ein oder andere Kratzer längst nicht mehr zu übersehen ist. Das fordert ihren Ehrgeiz heraus, denn da kann sie zeigen, was eine Fahrzeugpflegerin auf dem Kasten hat. Das kostet zwar einige Zeit und ist auch nicht billig, doch so verhilft sie noch der abgewracktesten Familienkutsche zu neuem Glanz.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fahrzeugpfleger/-in
  • Ausbildungsdauer: 2 bzw. 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Zugang: Rechtlich ist keine schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben. Bei Einrichtungen der beruflichen Rehabilitierung erfolgt die Zuweisung der Ausbildungsplätze über die Agentur für Arbeit, oft in Anschluss an berufsvorbereitende Maßnahmen.
  • Prüfung: Bei der 2-jährigen Ausbildung wird vor Ende des ersten Ausbildungsjahres eine Zwischenprüfung durchgeführt. Hier ist eine praktische Aufgabe zu bearbeiten. Die Abschlussprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Es sind drei Prüfungsaufgaben aus berufstypischen Situationen zu beantworten. Dabei werden beispielsweise auch die Prüfungsfächer Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft.
  • Ausbildungsorte: Autohäuser, Werkstätten, spezialisierte Auto-Aufbereiter, Autovermietungen. Wenn die Ausbildung z.B. in einer Einrichtung der beruflichen Rehabilitation absolviert wird, steht den Auszubildenden - je nach Behinderung - pädagogisches und medizinisches Fachpersonal zur Seite.
  • Eignung: Interesse an Autos, Lust am Reinigen und Pflegen, Sorgfalt, Genauigkeit
  • Perspektiven: Gute Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich Autoaufbereitung. Die Kammern bieten Eignungsprüfungen zum Ausbilder an. Spezialisierung im Bereich der Fahrzeuginstandhaltung und des Fahrzeugbaus.

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kraft

Fahrzeugpfleger hantieren mit Geräten wie dem Hochdruckreiniger und der Poliermaschine, vom Autodach bis zum unteren Rahmen des Fahrzeugs. Das ist anstrengend. Sie müssen sich viel beugen, knien und strecken. Muskelkater ist am Anfang der Ausbildung programmiert.

Gefahr

Die Reinigungs- und Pflegemittel enthalten Chemikalien, die dem Fahrzeugpfleger gefährlich werden können. Felgenreiniger zum Beispiel kann Atemwege und Lunge reizen und verätzen. Bestimmte Mittel sind leicht entzündlich oder explosiv. Hier müssen sich Fahrzeugpfleger mit Atemschutz, Handschuhen und Kleidung schützen. Außerdem müssen sie für ausreichende Lüftung oder für Abzugseinrichtungen sorgen.

Genauigkeit

Bei teuren Autos können Fehler bei der Fahrzeugpflege erheblichen Schaden anrichten. Dunkle Lacke zum Beispiel können mit der Poliermaschine ruiniert werden, helle  Ledersitze können durch das falsche Putzmittel Flecken bekommen. Deshalb müssen Fahrzeugpfleger genau arbeiten, sich gut überlegen, welches Mittel wo eingesetzte wird.


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