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Fachpraktiker/-in für Metallbau Wer Eisen, Stahl und Alu bricht...

Fachpraktiker für Metallbau stellen Fensterrahmen und Tore her, sie fertigen Treppen, Fassaden und Überdachungen. Dabei müssen sie genau arbeiten, damit die Bauteile später einwandfrei funktionieren. In der Ausbildung lernen die Azubis die handwerklichen Grundlagen: sägen, bohren, stanzen, feilen und schweißen.

Stand: 06.06.2016

Andreas schnappt sich ein langes Vierkantrohr und spannt es in die Säge ein. Er misst genau einen Meter ab, dann startet er die Maschine - das Sägeblatt frisst sich kreischend in das Metall. Und schon hat Andreas den Rohling für den Pfosten eines Treppengeländers. Als nächstes feilt er die scharfen Kanten ab, dann muss er ein paar Löcher in sein Werkstück bohren.

"Wenn man das richtig lernt, dann sieht man den kleinsten Fehler, ob es beim Winkel ist oder in der Waage…"

Andreas Schrader (20), 2. Lehrjahr

In der Lehrwerkstatt der Diakonie am Campus in Hof hat Andreas genug Zeit, um seinen Geländerpfosten fertigzustellen. Immer wieder übt er die gleichen Arbeitsschritte. Die Azubis hier absolvieren eine besondere Ausbildung. Wer überhaupt Fachpraktiker werden kann, entscheidet nämlich die Agentur für Arbeit. Eine Ausbildung zum Fachpraktiker bekommen junge Leute, die viel Unterstützung und individuelle Förderung brauchen. Andreas besucht neben dem Berufsschulunterricht noch einen Kurs, der seine Konzentration verbessern soll. Dabei muss er spezielle Aufgaben am Computer lösen.

"Ich war vorher ein wenig zappeliger als jetzt im Unterricht. Ich habe mich von jeder Kleinigkeit ablenken lassen."

Andreas Schrader (20), 2. Lehrjahr

Blaue Funken sprühen, als Andreas die Teile seines Pfostens zusammenschweißt. Er trägt jetzt eine komplette Schutzkleidung. Die ist in der Metallbranche sehr wichtig. Der Umgang mit dem harten, scharfen Material und der Einsatz der Maschinen bergen ein nicht geringes Verletzungsrisiko. Andreas weiß, dass er aufpassen muss, doch sein zukünftiger Beruf ist ihm das wert.

"Ja, das schaut klasse aus und da sieht man, dass man etwas geschafft hat."

Andreas Schrader (20), 2. Lehrjahr

Nach der Ausbildung zum Fachpraktiker kann Andreas noch ein Jahr dranhängen und den Abschluss eines Vollberuf machen. In seiner Branche wären das zum Beispiel der Metallbauer, der Konstruktionsmechaniker oder der Zerspanungsmechaniker. Mit seiner Ausbildung hat er gute Chancen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

Die Ausbildung zum/-r Fachpraktiker/-in ist für besondere Personengruppen. Ein Verfahren der Agentur für Arbeit prüft, wer für diese Ausbildung in Frage kommt

  • Ausbildungsorte: Berufsbildungswerke, Berufsausbildungswerke, gewerbliche Metallbaubetriebe
  • Ausbildungsdauer: 3 bis 3,5 Jahre  
  • Prüfung: Die Abschlussprüfung besteht aus mehreren Teilen. Der erste Teil wird bereits im 2. Lehrjahr abgelegt.
  • Zugang: Vor der Ausbildung zum/r Fachpraktiker/-in besuchen die meisten Azubis eine Förderschule und absolvieren ein Jahr zur Berufsvorbereitung. In einem sogenannten "Rehabilitations-Verfahren" prüft die Agentur für Arbeit dann, ob der/die Jugendliche für die Ausbildung zum Fachpraktiker in Frage kommt.
  • Eignung: Fachpraktiker für Metallbau brauchen eine gute körperliche Verfassung, da sie immer wieder schwere Bauteile bewegen. Außerdem sollten sie ein Gespür für das Material haben und mit viel handwerklichem Geschick zu Werke gehen. Sie müssen mit anpacken können - und gleichzeitig auf den Millimeter genau arbeiten.
  • Perspektiven: Fachpraktiker für Metallbau können nach einem weiteren Ausbildungsjahr den Abschluss zum Metallbauer, zum Konstruktionsmechaniker oder zum Zerspanungsmechaniker ablegen.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Gefahr

Metall ist ein unnachgiebiges Material. Scharfe Kanten und spitze Späne führen schnell zu kleineren Verletzungen. Bei Arbeiten wie dem Schweißen müssen die Azubis durch konsequenten Arbeitsschutz Verletzungen vorbeugen.

Genauigkeit

Jede Bohrung und jede Stanze muss genau sitzen, damit Bauteile wie Fenster einwandfrei funktionieren. Auch ein Gewinde müssen die Fachpraktiker exakt ins Metall schneiden, damit sie später die Schraube ganz genau hineindrehen können.

 Kraft

In der modernen Architektur werden die Glasflächen in den Metallrahmen immer größer und schwerer. Fachpraktiker für  Metallbau transportieren solche Teile zur Baustelle und montieren sie - dafür brauchen sie viel Kraft.

Geschick

Um eine Schweißnaht zu überprüfen oder ein Gewinde zu schneiden, sind handwerkliches Geschick und Fingerspitzengefühl erforderlich. Auch für den Umgang mit Bauteilen und Maschinen brauchen Fachpraktiker für Metallbau eine Veranlagung zur praktischen Arbeit. Mit zwei linken Händen kommt hier niemand weiter.


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