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Fachpraktiker Küche Der Küchenprofi

Wenn in einem Betrieb zur Mittagszeit die Gäste hungrig sind, dann herrscht in der Kantine oft Stress pur. In diesen Momenten müssen sich Chefköche auf ihre wichtigsten Helfer blind verlassen können. Die Fachpraktiker Küche erledigen Vorarbeiten und helfen mit, dass die Mahlzeiten rechtzeitig serviert werden können.

Stand: 23.07.2015

Wenn Dominik Fleisch und Gemüse schneidet, dann macht er das wie ein Profi: blitzschnell ist alles klein geschnitten. Und die Finger sind noch dran. Der 24-Jährige steht kurz vor dem Abschluss zu seiner Ausbildung als Fachpraktiker Küche und unterstützt seinen Chef Patrick Bohn, einen erfahrenen Profi und Ausbilder, wenn es wieder mal hoch hergeht in der Küche. Beide arbeiten im Hotel Anders der Rummelsberger Diakonie. Eine Einrichtung, die Menschen mit Behinderungen eine berufliche Chance gibt.

"Das erste war in der Schule, praktischer Unterricht, Kochen, da habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass es mir Spaß macht. Und dann hab' ich das mal im Praktikum ausprobiert. Es ist auch gut verlaufen, und da habe ich mir das noch mal angeschaut in einem anderen Betrieb und dann habe ich beschlossen, dass das mein Beruf ist."

David Rottler, 18, 2. Ausbildungsjahr

Eigenes Restaurant führen

Jede Woche neu - die Speisekarte

Dominik hat sein Handicap überwunden und schmiedet nun große Pläne, will Koch werden und mal selbst ein eigenes Restaurant führen. Doch noch sammelt er täglich viele Erfahrungen. In seiner Ausbildung hat er den Umgang mit Küchengeräten und Maschinen kennengelernt,. Er weiß, wie einfache Speisen zubereitet und angerichtet werden, wie dabei Hygienevorschriften beachtet und wie Speisekarten zusammenstellt werden. Genau wie sein Chef schwört er dabei auf leichte, gut bekömmliche Mahlzeiten. Frisch muss alles sein.

"Sie müssen Interesse am Kochen haben, das ist die Voraussetzung.Dass sie mal neue Gerichte machen, dass sie mal fragen, wie geht das und das. Spaß muss sie ihnen halt machen, die Arbeit."

Christine Königsdörfer, Kantinenchefin

Und doch muss er noch viel lernen: Die verschiedenen Töpfe und ihre Inhalte beim Kochen im Blick haben, das richtige Timing beherrschen, die Wirkung von Kräutern und Gewürzen abschätzen können.    

"Erfahrung sammeln, noch lange, und dann irgendwann selbstständig machen und eigenen Betrieb aufbauen."

Dominik Werner, 24, 3. Ausbildungsjahr, zu seinen Berufsplänen

Dominik hat seinen Beruf gefunden. Mit seiner Begeisterung, seinem Engagement und seinen Ideen wird er später auch Karriere machen.

"Also ganz wichtig: Am Ball bleiben und den Gedanken nicht verlieren, irgendwann die Kochausbildung zu machen."

Patrick Bohn, Küchenchef und Ausbilder

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschick

Für den Umgang mit Küchengeräten wie scharfen Messern benötigt der/die Fachpraktiker/in handwerkliches Geschick, allein um sich nicht selbst zu verletzen. Denn oft muss in der Küche alles sehr schnell gehen.

Gefahr

Die Fritteuse in einer Großküche – ein gefährlicher Arbeitsplatz. Auch hier heißt es konzentriert und vorsichtig arbeiten. Denn heißes Öl oder Fett auf der Haut können zu schweren Verbrennungen führen

Arbeitszeit

Die Arbeitszeiten in einer Großküche bewegen sich zwischen 6.00 und 16.00 Uhr, in Restaurants und Hotels muss man sich auf Früh-und Spätdienste zwischen 6.00 und 23.00 Uhr einstellen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachpraktiker/in Küche
  • Ausbildungsdauer: 2 bis 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule.
  • Ausbildungsorte: Im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation
  • Zugang: Der Fachpraktiker ist ein Ausbildungsberuf für Menschen mit Behinderung. Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
  • Eignung: Vorausgesetzt wird in der Regel eine Eignungsuntersuchung, die durch die zuständige Agentur für Arbeit veranlasst wird. Dazu kommen handwerkliches Geschick, guter Geruchs- und Geschmackssinn sowie Verantwortungsbewusstsein
  • Perspektiven: Fachpraktiker Küche arbeiten in Hotels, Gasthöfen, Pensionen, Restaurants, Kantinen oder bei Catering-Betrieben.
  • Weiterbildung: einjährige Weiterqualifizierung zum Koch/zur Köchin

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