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Fachpraktiker in der Floristik Menschen eine Freude machen

Es gibt wohl kaum jemand, der sich nicht über einen Blumenstrauß freut. Damit diese kleine Aufmerksamkeit auch gut ankommt, bereitet der Fachpraktiker in der Floristik Pflanzen und Blumen vor, empfiehlt dem Kunden passende Kombinationen und stellt Sträuße und Gestecke zusammen.

Stand: 11.11.2016

Vanessa Edelstein ist im 2. Lehrjahr zur Fachpraktikerin in der Floristik bei der Gesellschaft für Beruf und Bildung in Rostock. Sie hat eine Lernschwäche, besitzt aber viel handwerkliches Geschick und ein gutes Gespür für kreatives Gestalten. Ohne zu zögern greift sie an ihrem Arbeitstisch mit bloßen Händen in ein Bündel Rosen aus dem Großmarkt, pickt sich ein Exemplar heraus und befreit es mit einem scharfen Messer von Blättern und Dornen. Danach folgt noch ein schräger, lang gezogener Schnitt am Stielende, damit die Rosen besser Wasser ziehen können. Das alles geschieht in Windeseile, alle Blumen müssen zur Weiterverarbeitung "geputzt" sein.

"Ich hab's mal ausprobiert im Schülerpraktikum. Und da habe ich erkannt, dass es doch ganz schön ist und dann wollte ich das auch mal werden."

Vanessa Edelstein (20), Auszubildende, 2. Lehrjahr

Farbe, Größe und Form

Zuschnitt mit der Rosenschere

Auch für einen repräsentativen Blumenstrauß braucht Vanessa nicht viel Zeit: zielsicher wählt sie aus einem großen Sortiment passende Blumen aus und legt sie spiralförmig in ihre linke Hand. Dabei verteilt sie die Blumen nach Farben, Größen und Formen. Zu lange Stiele schneidet sie kurz mit der Rosenschere - Vanessas Lieblingsgerät. Mit ihr arbeitet sie fast immer sicher und schnell. Nur einmal hat sie ihre Handfläche zwischen den Griffen gequetscht - aber ihre Blutblase tut jetzt nicht mehr weh.

"Also das, was ich mir am meisten wünsche, ist Lust am Entdecken, also Kreativität. Das ist also, was er am meisten mitbringen sollte. Er muss Spaß daran haben unterschiedliche Materialien auszuprobieren, und Techniken auszuprobieren, weil dadurch auch immer etwas Neues entsteht. Das wäre schön."

Astrid Nitz, Ausbilderin

Herbstliche Dekorationselemente

Kundenberatung im Blumenladen

Sträuße binden und Gestecke zusammenstellen kann sie schon, auch bei der Ausstattung eines Foyers mit herbstlichen Dekorationselementen hat sie schon mitgearbeitet und im Praktikum im Blumenladen Erfahrung mit dem Bedienen von Kunden gesammelt. Und hier sieht sie auch ihre berufliche Zukunft.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachpraktiker/in in der Floristik
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Berufsausbildung, geregelt nach Kammerregelungen gemäß §66 Berufsbildungsgesetz, §42m Handwerksordnung
  • Ausbildungsorte: Betrieb, Berufsschule oder Einrichtung der beruflichen Rehabilitation
  • Zugang: Kein Schulabschluss nötig
  • Eignung: Die Agentur für Arbeit stellt fest, wer sich dafür eignet
  • Perspektiven: Beschäftigung in Blumenfachgeschäften, Gartencentern, Gärtnereien mit Blumengeschäft
  • Weiterbildung: ein bis zweijährige Zusatzausbildung zum Floristen, Spezialisierung auf Hochzeitsfloristik oder Friedhofsfloristik, Selbstständigkeit  zusammen mit Kollegen

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschick

Viele Rosenstiele mit dem Messer entdornen und entblättern, die Enden schräg anschneiden und das noch in hohem Tempo, diese Aufgabe ohne Verletzung zu erledigen, das erfordert Geschick. Dazu müssen die Fachpraktiker oft weiche Stiele mit Draht verstärken oder für aufwendige Sträuße Gestelle bauen.

Kreativität

Schnittblumen und Pflanzen lassen sich immer wieder neu kombinieren, da sind dem Einfallsreichtum des Fachpraktikers keine Grenzen gesetzt. Denn ihre Ware ändert sich mit den Jahreszeiten, und damit auch die Farben und Formen. Auch bei Tischdekorationen oder der Ausstattung ganzer Säle sind Geschmack und Ideen gefragt.

Gefahr

Scharfe Messer und Scheren benötigt der Fachpraktiker in der Floristik ständig. Deshalb muss der Florist ständig konzentriert arbeiten, sonst fließt Blut. Auch Quetschungen durch die Griffe von Zangen und Scheren passieren immer wieder. Und auch die Dornen mancher Pflanzen sind gefährlich. Vorsicht vor Infektionen!


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