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Fachkraft für Metalltechnik Die Allrounder in der Fertigung

Am Fließband, in der Gießerei oder in der Motorenmontage, Fachkräfte für Metalltechnik arbeiten in unterschiedlichen Bereichen der Fertigung. Sie dürfen dabei keine Scheu vor körperlich anstrengender Arbeit im Schichtbetrieb haben.

Stand: 01.09.2016

Durim Fazlija montiert den Anlasser in tonnenschwere Dieselmotoren ein. Er macht seine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik beim Maschinenbauunternehmen MAN in Nürnberg. Der Motor wird nur wenige Tage später einen Lastwagen zigtausende Kilometer quer durch Europa, die USA oder Australien antreiben. Der 18-Jährige muss konzentriert arbeiten, denn er hat eine verantwortungsvolle Aufgabe. Macht er Fehler, könnte das Auswirkungen auf die Funktion des Motors haben.

"Der Kunde, der den Motor kauft, verlässt sich auf die Firma und somit auch auf mich. Ich muss in der Motorenmontage konzentriert und sauber arbeiten, denn ich bin mitverantwortlich, dass der Motor später einwandfrei funktioniert."

Durim Fazlija (18), 2. Ausbildungsjahr

In der Lehrwerkstatt hat er sich zuvor mit dem Aufbau eines kompletten LKW auseinandergesetzt. Er und die anderen Azubis haben im Projekt "Mini Truck" kleine Lastwagenmodelle gebaut, die per Fernbedienung sogar fahren können. Ausbilder Volkan Köroglu will den Azubis so die Produktionsschritte für die großen Trucks näher bringen und ihr Verständnis dafür schulen.

Auch Marcel Eberhardt hat es mit großen Maschinen zu tun. Er ist im zweiten Ausbildungsjahr bei der Firma Tadano Faun in Lauf an der Pegnitz. Er und seine Kollegen produzieren hydraulische Mobilkräne. Während seiner Ausbildung durchläuft Marcel verschiedene Stationen in der Fertigung. Er lernt, Bremszylinder an der LKW-Achse einzubauen und wie er die Leitungen und Kabel im Führerhaus für die Installation der Klimaanlage vorbereitet. Mit der Zeit wird diese Tätigkeit ganz schön anstrengend. Marcel sitzt unter der Kabine und arbeitet mit den Händen über seinem Kopf.

"Ich habe letztens mal wieder einen der Kräne gesehen, die meine Firma herstellt. Es ist schon schön, wenn man das Endprodukt mal im wirklichen Leben auf der Straße fahren sieht. Dann ist man auf jeden Fall stolz darauf, dass man sagen kann - ja, da habe ich mitgeholfen"

. Marcel Eberhardt (20), 2. Ausbildungsjahr

Bei manchen Jobs kann es für die Fachkräfte für Metalltechnik auch gefährlich werden. Maximilian Loos, der seine Ausbildung beim Industrieunternehmen Diehl in Nürnberg macht, muss darauf achten, dass er sich beim Schweißen gut schützt. Dazu gehören das Schweißschild zum Schutz der Augen, eine Schürze, Ärmelschoner und Gamaschen, die er über die Schuhe zieht. So verhindert er, dass er durch den Funkenflug Verbrennungen erleidet.

"Beim Lichtbogenschweißen spritzt öfter mal heißes Metall herum und dann will man da nicht verbrannt werden. Man sollte also auf jeden Fall immer seine Schutzkleidung tragen."

Maximilian Loos (20), 2. Ausbildungsjahr

Maximilian steht kurz vor seiner Abschlussprüfung. Sein Ziel ist es, danach noch die Ausbildung zum Industriemechaniker anzuschließen. Als Fachkraft für Metalltechnik braucht er nur anderthalb Jahre zusätzlich, um den differenzierteren Beruf zu lernen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachkraft für Metalltechnik
  • Ausbildungsdauer: zwei Jahre
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung im Betrieb/in der Lehrwerkstatt und an der Berufsschule, oder rein schulisch in Bildungswerken
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie, Bildungswerke
  • Zugang: Die Ausbildung ist grundsätzlich auch ohne Schulabschluss möglich; die meisten Fachkräfte für Metalltechnik haben den Quali
  • Eignung: Die Fachkräfte für Metalltechnik brauchen räumliches Vorstellungsvermögen und ein technisches Grundverständnis. Sie arbeiten viel mit den Händen und sollten sich nicht vor körperlich anstrengender Arbeit scheuen.
  • Perspektiven: Der Beruf Fachkraft für Metalltechnik bietet den Auszubildenden die Möglichkeit, nach relativ kurzer Zeit einen Abschluss in der Tasche zu haben. Die Unternehmen haben schnell qualifizierte Mitarbeiter für einfache Tätigkeiten in der Fertigung. Stellt sich heraus, dass der Azubi während der Ausbildung gute Leistungen bringt, kann er nach weiteren anderthalb Jahren auch noch den Abschluss zum Industrie - oder Fertigungsmechaniker machen.
  • Weiterbildung: Spezialisierungen, Weiterbildungen, Industrie-/ Fertigungsmechaniker

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Gefahr

Fachkräfte für Metalltechnik müssen bei der Arbeit an Maschinen Schutzbrillen tragen, damit ihnen keine Metallspäne ins Auge fliegen. Beim Schweißen reicht eine Brille allein nicht aus. Mit speziellen Schutzanzügen und einem Schweißschild vor dem Gesicht müssen sie Verletzungen durch den Funkenflug vorbeugen.

Genauigkeit

Konstruktionszeichnungen und Montagepläne geben wichtige Daten vor. Die Fachkräfte für Metalltechnik müssen sich genau an die Berechnungen halten, denn schon kleine Fehler können gravierende Auswirkungen auf weitere Produktionsschritte oder den späteren Einsatz beim Kunden haben.

Kraft

Die Arbeit in der Fertigung kann ganz schön an die Substanz gehen, denn bei vielen Tätigkeiten ist voller Körpereinsatz und viel Kraft gefragt. Teilweise müssen Fachkräfte für Metalltechnik schwere Teile per Hand montieren.


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