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Fachkraft im Fahrbetrieb Am Steuer von Bus und Bahn

Bus, S- und U-Bahn: Fachkräfte im Fahrbetrieb steuern diese Verkehrsmittel sicher, zuverlässig und pünktlich von einer Haltestelle zur nächsten. Die Fahrer tragen große Verantwortung für ihre Fahrgäste. Draufgänger sind am Steuer dieser teuren Fahrzeuge fehl am Platz.

Stand: 26.02.2014

Stefan Bauer beginnt seinen Dienst. Heute hat er die Schicht ab 12 Uhr. Manchmal muss er auch früh morgens oder abends beginnen. Er trägt seine Dienstkleidung: dunkle Hose, weißes Hemd, Krawatte, Jackett. Stefan steuert einen Stadtbus durch Nürnberg. Sein Kindheitstraum, der aber einige Besonderheiten mit sich bringt.

"Man muss halt wissen, dass man Schichtdienst hat, dass man - auch wenn die Freunde am Wochenende feiern sind - arbeiten muss oder auch am Feiertag. Man sollte ein großes Verantwortungsbewusstsein mitbringen, weil man viele Leute im Fahrzeug hat und natürlich nicht irgendwelche Faxen machen sollte. Man sollte sich wirklich bewusst sein, dass man teure Fahrzeuge von ein paar hunderttausend Euro bis zu einer Million durch die Gegend fährt."

Stefan Bauer, Fachkraft im Fahrbetrieb

Der 21-Jährige hat die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb bei der VAG bereits abgeschlossen. Doch auch schon Azubis dürfen einen Bus lenken. Voraussetzung: Sie müssen mindestens ein Jahr lang schon den PKW-Führerschein in der Tasche haben. Stefans Arbeitgeber, die VAG, finanziert angehenden Fachkräften im Fahrbetrieb sogar den PKW-Führerschein.

Bus, S-Bahn oder U-Bahn?

Im Fahrsimulator

Die Entscheidung, ob ein Azubi Bus-, S- oder U-Bahn-Fahrer wird, fällt bei der VAG am Anfang der Ausbildung. Das Unternehmen entscheidet in der Regel, welche Richtung die angehende Fachkraft im Fahrbetrieb einschlagen wird. Es werden zum Beispiel weniger U-Bahn- als Busfahrer benötigt.

"Das U-Bahn fahren ist teilweise sehr monoton und trotzdem muss ich 100 Prozent bei der Sache sein, weil jede Situation ist eine andere. Nichts schlimmeres, als wenn ein Zug mit 600 Leuten im Tunnel  steht und nichts geht mehr. Dann muss der Fahrer in der Lage sein, das Fahrzeug irgendwie mit der höchstmöglichen Sicherheit von der Strecke wegzubekommen, dass den Fahrgästen nichts passiert und dass die Fahrgäste nicht im Tunnel aussteigen müssen."

Helmut Ritter, Ausbilder

Nur zwei Städte in Bayern bilden Fachkräfte im  Fahrbetrieb in der Richtung U-Bahn aus: Nürnberg und München. Ganz gleich, welche Richtung man einschlägt: als Fahrer/-in braucht man eine gute Konzentration, man muss zuverlässig sein und Spaß am Umgang mit Menschen haben.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachkraft im Fahrbetrieb
  • Ausbildungsdauer: drei Jahre
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Unternehmen  des öffentlichen Personennahverkehrs, z. B. kommunale Verkehrsbetriebe
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben; die meisten Betriebe verlangen mindestens den qualifizierenden Hauptschulabschluss
  • Eignung: Bewerber sollten verantwortungsbewusst sein. Sie müssen sich längere Zeit am Stück konzentrieren können, brauchen ein gutes Händchen im Umgang mit den Fahrgästen und Fremdsprachenkenntnisse (Englisch). Um kleinere Störungen zu beheben, bringen sie technisches Verständnis und handwerkliches Geschick mit. Manche Arbeitgeber verlangen medizinische Voruntersuchungen.
  • Perspektiven: Verkehrsfachwirt/-in, Verkehrsmeister/-in, Selbstständigkeit
  • Alternativen: Berufskraftfahrer/-in, Eisenbahner/-in im Betriebsdienst, Binnenschiffer/-in

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kleidung

Fachkräfte im Fahrbetrieb bei kommunalen Unternehmen tragen einheitliche Kleidung. Jeans und Shirt sind während der Arbeit tabu.

Gefahr

Nur eine kleine Unaufmerksamkeit und schon ist ein Unfall passiert. Fachkräfte im Fahrbetrieb tragen große Verantwortung und bewahren auch in gefährlichen Situationen einen kühlen Kopf. Sie bringen die Fahrgäste sicher und zuverlässig an ihr Ziel.

Geld

Die Vergütung variiert je nach Unternehmen. Im ersten Ausbildungsjahr kann das monatliche Gehalt zwischen 350 und knapp 800 Euro liegen. Im dritten Ausbildungsjahr zwischen rund 400 und knapp 900 Euro.


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