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Fachkraft für Beauty und Wellness Wohlfühlen von Kopf bis Fuß

Sich eine Auszeit vom Alltag gönnen: Beauty- und Wellness-Fachkräfte verwöhnen ihre Kunden mit Massagen, Gesichts- sowie Körperbehandlungen und versuchen Schönheit und Gesundheit zu verknüpfen. Sie sind sogenannte Allrounder und beherrschen sowohl klassische Kosmetikanwendungen, als auch verschiedene Wellnessanwendungen.

Stand: 04.11.2016

Früh morgens mischt Arianita Muya Heilerde, warmes Wasser und Macadamiaöl zu einer festen Masse. Die 18-Jährige macht gerade ein Praktikum in der Wellnessabteilung eines großen Hotels. Jeder Tag ist anders: Die Anwendungen stimmt die Auszubildende individuell auf den Gast ab. Dazu macht sie vorher eine Analyse und schaut, was die Haut ihrer Kundin braucht. Erst dann legt sie mit der Behandlung los.

"Man kann ja nicht irgendetwas anrühren und dann einfach auf die Haut klatschen. Jeder Hauttyp ist anders. […] Mir macht das Spaß, dass ich hier so nahe am Menschen arbeite und mich wirklich voll und ganz auf den Kunden einlassen kann. Was braucht er, wie geht es ihm? Ich möchte, dass die Leute für ein paar Stunden ihren Alltag hinter sich lassen und ich ihnen in dieser Zeit etwas Gutes tun kann."

Arianita Muya (18), Auszubildende

Theorie und Praxis im Wechsel

Ein Praktikum ist im Rahmen der Ausbildung vorgeschrieben. Meist führt der Weg zur Fachkraft für Beauty und Wellness über private Berufsfachschulen. Für solche Einrichtungen fallen häufig Schulgebühren an, monatlich mehrere hundert Euro. Als Zugangsvoraussetzung wird der Hauptschulabschluss gefordert. Die Ausbildung findet als einjähriger Vollzeitunterricht im Wechsel zwischen Theorie und Praxis statt.

Unterricht zum Anfassen

Neben dem Theorieunterricht behandeln sich die Schüler gegenseitig im Übungsraum. Schwerpunkt dabei sind Wellnessanwendungen: Shiatsu, Hot Stone, Südsee - über 15 verschiedene Massagetechniken stehen auf dem Stundenplan. Außerdem lernen die Azubis alle Tricks rund um ein gelungenes Make-up und wie sie ihre Kunden typgerecht schminken. Kosmetik, Massage, Wellness - nach ihrer Ausbildung sind Beauty- und Wellness-Fachkräfte in verschiedenen Bereichen einsetzbar. Für Lehrerin Kerstin Liebl ein junger Beruf, der voll im Trend liegt.

"Der Gesundheits- und Wellnessmarkt boomt seit Jahren und hat sich dahingehend verändert, dass der Kunde einfach mehr fordert. 90 Prozent wollen eigentlich eine schöne Massage haben und das ist es auch, worauf die Hotels setzen. […] Hier knüpft die Fachkraft für Beauty und Wellness an, da sie einerseits die Kosmetik mit allen Aspekten wie Gesichtsbehandlung, Maniküre, Pediküre und dergleichen beherrscht. Aber eben zusätzlich dieses große Spektrum an Wellnessmassagen."

Kerstin Liebl, Lehrerin

Vom Kosmetiksalon bis hin zur Selbstständigkeit

Auf ihrem Tablet checkt Nicole Pechmann ihre Termine. Heute stehen zwei Gesichtsbehandlungen und eine Massage im Kalender. Die 27-Jährige ist ausgelernte Beauty- und Wellness-Fachkraft und hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Im niederbayerischen Tittling führt sie seit einem Jahr einen eigenen Kosmetiksalon. Kundenstamm aufbauen, Werbung, Termine checken - das alles macht sie selbst.

"Am Anfang brauch man vor allem Ausdauer. Ich arbeite jeden Tag viel und auch bis in die Abendstunden. […] Es dauert wirklich seine Zeit. Vor allem wenn man neu ist, die Leute müssen einfach erst einmal bemerken, dass man da ist. Man muss regelmäßig in die Werbung gehen, sich mit seinen Behandlungen vor der Masse abheben und die Stammkunden natürlich hegen und pflegen."

Nicole Pechmann, Beauty- und Wellness-Fachkraft

Nach ihrer Ausbildung können Beauty- und Wellness-Fachkräfte in Kosmetikstudios, Hotels oder Kureinrichtungen arbeiten. Viele machen sich selbstständig oder lassen sich in Fitnessstudios oder auf einem Kreuzfahrtschiff anstellen. Auch zusätzliche Seminare und Qualifikationen spielen in dieser Branche eine wichtige Rolle.

Fazit: In diesem Job dreht sich alles um Schönheit, Wohlfühlen und Gesundheit. Beauty- und Wellness-Fachkräfte haben einen abwechslungsreichen Beruf und jede Menge Möglichkeiten. Sie arbeiten nahe am Menschen und viel im Stehen. Einfühlungsvermögen und Flexibilität sind in diesem Beruf besonders wichtig.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachkraft für Beauty und Wellness
  • Ausbildungsdauer: 1-2 Jahre (Vollzeit/Teilzeit)
  • Ausbildungsform: Schulisch, an privaten Berufsfachschulen. Eine Ausbildungsvergütung wird nicht gezahlt. In der Regel verlangen Bildungseinrichtungen ein Schulgeld.
  • Prüfung: Abschlussprüfung mit schriftlichem und praktischen Teil.
  • Einsatzorte: Kosmetikstudios, in Hotel und Klubanlagen, bei Reiseveranstaltern, je nach Schwerpunkt auch in Kureinrichtungen, Bädern mit integriertem Wellnessbereich. Viele machen sich selbstständig und eröffnen einen eigenen Kosmetiksalon.
  • Zugang: Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die Bildungsträger legen eigene Zugangskriterien fest. In der Regel wird mindestens ein Hauptschulabschluss gefordert. Geschicklichkeit, Sinn für Ästhetik, Genauigkeit, Sorgfalt, Kommunikationsfähigkeit.
  • Eignung: Einfühlungsvermögen, Sinn für Ästhetik, Genauigkeit, Sorgfalt, Interesse an medizinischen Grundlagen
  • Perspektiven: Durch die Kombiausbildung aus klassischer Kosmetik und dem Bereich Wellness sind die Berufsaussichten gut. Die Gesundheits- und Wellnessbranche boomt seit Jahren und sucht nach speziellen Fachkräften, die möglichst vielseitig einsetzbar sind.
  • Weiterbildung: Wellnessmanager/in, Kosmetikmeister/in, Spezialisierung (z. B. Visagistik, Permanent Make-up)

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Arbeitszeit

Beauty- und Wellness-Fachkräfte müssen flexibel sein. Die Tage im Hotel oder Kosmetiksalon sind oft lang. Auch Wochenendarbeit gehört in diesem Job dazu.

Geschick 

Oft arbeiten Beauty- und Wellness-Fachkräfte mit verschiedenen Apparaten und Instrumenten. Bei Gesichts- und Körperbehandlungen ist eine ruhige Hand gefragt. Beim Nägel feilen, Augenbrauen zupfen und Wimpern verlängern kommt es auf Genauigkeit an.


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