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Fachberater Softwaretechniken Programmieren und beraten

Eine übersichtliche Datenbank, eine praktische App oder ein rundum sicheres Computernetz in einem Betrieb - solche Dinge sind in wirklich jeder Branche gefragt. Wenn Firmen nicht genau wissen, woher die Software dafür kommen soll, können sie sich an Fachberater für Softwaretechniken wenden.

Stand: 12.12.2016

IT-Berufe gibt es viele - einer davon ist der "Fachberater für Softwaretechniken". Der spezielle Schwerpunkt liegt auf der Beratung der Kunden. Fachberater für Softwaretechniken konzipieren und programmieren Software, die genau auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten ist. Jede Firma braucht etwas anderes. Das Tätigkeitsfeld ist groß: anwendungsorientierte Programmierung, System- und Organisationsberatung, Projektbetreuung, Vertrieb und Marketing gehören dazu. Außerdem schulen Fachberater ihre Kollegen - wenn es zum Beispiel neue Programme oder Datenbanken im eigenen Betrieb gibt. Ansonsten beraten sie Kunden vor Ort oder am Telefon und helfen weiter, wenn ein Programm mal nicht rund läuft.

Gleich zwei Abschlüsse

Das Besondere an der Ausbildung: Hier bekommt man in drei Jahren gleich zwei Abschlüsse. Einmal den "normalen" zum "Fachinformatiker Anwendungsentwicklung". Dazu  kommt die Zusatzqualifikation zum "Fachberater Softwaretechniken". Die entsprechenden Kurse und Workshops absolviert man in der normalen Ausbildungszeit - zum Beispiel in einem speziellen Ausbildungszentrum in Paderborn/Nordrhein-Westfalen. In der Ausbildung werden Kommunikations- und Methodenkompetenzen sowie IT-Fachwissen vermittelt. Auch technisches Englisch wird gelehrt.

"Wir bilden hier einfach mehr Inhalte in einer kurzen Zeitspanne ab, um die Auszubildenden besser vorzubereiten auf das Arbeitsleben. Wichtig ist, die Qualifikationsniveaus höher zu schrauben, mit mehr Inhalt, mit mehr Praxisbezug. Und das in Kombination Schule plus Ausbildung, dass die Ausbildung noch vertiefende Seminare zusätzlich zur Schule anbietet, um ein Themengebiet zu vertiefen: eine Programmiersprache, ein kaufmännisches Thema. Die  Persönlichkeitstrainings stehen im Vordergrund dabei."

Thomas Doerk, Geschäftsführer ATIW-Berufskolleg

Fachberater Softwaretechniken arbeiten analytisch und sorgfältig. Sie haben viel technisches Verständnis und interessieren sich für 's Programmieren und kreative Problemlösen rund um Software. Kommunikationsfreude sollten sie auch mitbringen.

"Das ist auch im Prinzip das Wichtige, und das macht uns eben zu professionellen Softwareentwicklern, dass wir nicht loslegen und gucken, wo wir ankommen. Sondern wir gehen zum Kunden, nehmen die Anforderungen auf: Wie soll es aussehen, was soll es können? Und dann machen wir es Schritt für Schritt immer konkreter."

Christopher Feder (28), 3. Lehrjahr

Ständige Weiterbildung nötig

Arbeit finden Fachberater für Softwaretechniken fast überall in der IT-Branche, beispielsweise bei Anbietern von Datenbanken oder bei Unternehmen, die im Bereich der Softwareentwicklung und-beratung tätig sind. Die IT-Branche und ihre Technologien verändern sich laufend. Deshalb gilt auch für diesen IT-Beruf: Regelmäßige Weiterbildung in Kursen oder Seminaren muss sein.

"Für mich ist es die Kombination zwischen dem IT-Technischen und dem Menschlichen, dass ich eine Beratung mache und zu jemandem hingehe, zu einem Kunden und mit dem sprechen muss über seine Bedürfnisse, die Wünsche herausfinden muss und die irgendwie umsetzen."

Paula John (21), 3. Lehrjahr

Nach der Lehre spezialisieren sich Fachberater meist auf einen bestimmten Schwerpunkt, beispielsweise auf Software- und Systementwicklung oder Datenschutz. Viele Azubis entscheiden sich gleich für ein duales Studium - drei Abschlüsse in dreieinhalb Jahren: den Fachinformatiken, den Fachberater und den Bachelor. Aber man kann auch nach der Lehre noch studieren (Informatik). Die Berufsaussichten sind glänzend: IT-Fachkräfte werden überall gesucht. Die meisten Azubis werden direkt von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachberater/in Softwaretechniken
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: dual (Berufsschule oder Berufskolleg und Betrieb)
  • Prüfung: Es gibt zwei Prüfungen: vor einem internen Prüfungsausschuss des Bildungsträgers (Fachberater/in) und vor der örtlichen IHK (Fachinformatiker/in)
  • Einsatzorte: Unternehmen der IT-Branche, IT-Fachabteilungen von Firmen in fast allen Branchen
  • Zugang: Die Ausbildung dauert drei Jahre. Mindestvoraussetzung für einen angehenden Fachberater für Softwaretechniken ist die Hochschulreife.
  • Eignung: Kommunikationstalent, analytisches Denken, technisches Verständnis
  • Perspektiven: Dieser Job hat Zukunft. Absolventen werden meist sofort von ihrem Lehrbetrieb übernommen. Wenn nicht, haben sie in der boomenden IT-Branche keine Probleme, schnell eine gute Stelle zu finden. Ein duales Studium oder ein Studium im Anschluss sichert die Karriere doppelt ab.
  • Alternativen: alle anderen IT-Berufe wie Fachinformatiker/-in Systemintegration oder mathematisch-technische/r Softwareentwickler/in

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Team

Die Arbeit an einem Software-Projekt lastet immer auf vielen Schultern. Einsame Programmier-Nerds sind hier fehl am Platz. Teamarbeit ist gefragt.

Info

Die Ausbildung zum Fachberater Softwaretechniken ist eine sogenannte "doppelt qualifizierende Erstausbildung". Sie endet mit zwei Abschlüssen. Zum einen macht der Azubi eine duale Ausbildung als Fachinformatiker der Fachrichtung Anwendungsentwicklung. Die Prüfung legt er vor der IHK ab. Zum anderen absolviert er gleichzeitig spezielle Kurse und Workshops - für den Abschluss zum Fachberater. Hier wird er von der jeweiligen Schule geprüft. Zwei Abschlüsse also in drei Jahren Ausbildungszeit.


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