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Fachangestellte/r für Markt- und Sozialforschung Mit Fragebogen und Tests Produkte verbessern

Eine neu gestaltete App für ein Smartphone soll getestet werden, bevor sie auf den Markt kommt. Damit beauftragt der Anbieter ein Marktforschungsunternehmen. Hier führt der Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung solche Tests durch, wertet sie aus und präsentiert später dem Auftraggeber die Ergebnisse.

Stand: 30.04.2013

Eine neu gestaltete App für ein Smartphone soll getestet werden, bevor sie auf den Markt kommt. Damit beauftragt der Anbieter ein Marktforschungsunternehmen. Hier führt der Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung solche Tests durch, wertet sie aus und präsentiert später dem Auftraggeber die Ergebnisse. Dafür oder für Umfragen organisiert er Marktstudien und Forschungsprojekte der empirischen Sozialforschung, erhebt Daten, wertet sie aus und bereitet dann Berichte und Präsentationen vor. In der Hauptsache arbeitet der Fachangestellte in Marktforschungsinstituten und Unternehmen, die ihre eigene Marktforschung betreiben.

Was gefällt - was nicht

Präsentation mit Beamer

Die Stadt Roth in Mittelfranken richtet jedes Jahr eine Auto- und Motorradschau aus. Nun will sie wissen, wie die Besucher die Veranstaltung finden, ob sie ihnen gefällt oder nicht, was ihnen gefällt und was nicht. Schüler der Berufsschule für Markt- und Sozialforschung in Nürnberg finden das heraus. Dafür haben Azubi Malte Krökel und die anderen einen Fragebogen entwickelt, Umfragen durchgeführt und die Ergebnisse ausgewertet. Nun steht Malte neben einem Beamer und präsentiert die Ergebnisse dem kritischen Publikum seiner Mitauszubildenden. Eine Übung mit praktischem Hintergrund.

Testbeobachtung im Nebenraum

Nach dem zweiwöchigen Blockunterricht arbeitet der 21-Jährige wieder in München beim Marktforschungsunternehmen UID. Hier testet er eine App. Zwei junge Leute sind eingeladen, sie auszuprobieren - dokumentiert von Kameras und einem Marktforscher, der zwischendurch Fragen stellt. Malte beobachtet alles auf Monitoren in einem Nebenraum.

"Das Beobachten von Menschen macht mir meisten Spaß. Und dann das ganze Equipment zu bedienen, die Kameras aufbauen und so. Und schließlich zu sehen, wie die Menschen, die wir testen, mit der Technik umgehen."

Malte Krökel (21)

Auswerten und dokumentieren

Auswertung der Ergebnisse

Yvonne Gath arbeitet bei der GfK in Nürnberg, einem weltweit agierenden Marktforschungsunternehmen. Sie begleitet ein Projekt vom Anfang bis zum Ende, für das sie Fragebögen auswertet und die Ergebnisse in Charts überträgt. Sind alle Ergebnisse richtig übertragen worden? Dafür sitzt die 25-Jährige mit einem Taschenrechner stundenlang vor dem PC und rechnet alles noch mal nach. Danach bereitet sie einen Workshop vor, indem sie die Tagesordnung festlegt und aufschreibt. Nicht besonders spannend, aber eine Aufgabe, die dazu gehört. Auch Yvonne ist im zweiten Lehrjahr, trägt aber schon durchaus Verantwortung.

"Ich kann ganz viel organisieren. Ich muss über vieles den Überblick behalten. Ich kann auch ganz viel koordinieren. Ich hab' was mit Zahlen zu tun, was für mich ganz wichtig war. Oft passeiert was Unvorhergesehenes, das man dann eben meistern muss. Das ist das, was den Reiz ausmacht."

Yvonne Gath (25)

Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet in Unternehmen und in der Berufsschule statt. Ein Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, aber die Unternehmen stellen erst  ab einem sehr guten mittleren Abschluss ein. Die Aussichten auf eine Stelle sind gut, denn die Marktforscher bilden ganz gezielt ihren eigenen Nachwuchs aus.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachangestellte/r für Markt- und Sozialforschung
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre (kann verkürzt werden auf zwei Jahre)
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Unternehmen und an der Berufsschule
  • Prüfung: Die Prüfung wird an der IHK abgelegt.
  • Ausbildungsorte: Marktforschungsinstitute und -unternehmen, in der Unternehmensberatung, in Werbeagenturen, Fernsehanstalten, in IT-Unternehmen und in Einrichtungen der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung.
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Ein sehr guter mittlerer Schulabschluss wird allerdings mindestens vorausgesetzt.
  • Eignung: Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung sollten gut Deutsch, Englisch und Mathematik können, Planungs- und Organisationstalent haben und kommunikationsfreudig und teamfähig sein.
  • Perspektiven: Nach der Ausbildung kann sich der Fachangestellte spezialisieren, z.B. auf Datenauswertung oder Dokumentation oder den Betriebswirt machen, z.B. in Marketingkommunikation. Mit der dementsprechenden Hochschulzugangsberechtigung ist auch ein Studium möglich, z.B. in Marktforschung.
  • Alternativen: Kaufmann/Kauffrau für Marketingkommunikation, Betriebswirt/in für allgemeine Betriebswirtschaft, Wirtschaftsassistent/in (Werbung), Marketingfachkraft / Marketingassistent/in

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Arbeitszeit

Oft wollen Kunden/Auftraggeber die Ergebnisse von Umfragen, Erhebungen und Forschungen sehr schnell in den Händen haben. Da kann der Arbeitstag schon mal länger dauern.

Mathematik

Statistiken lesen, verstehen und auswerten, Charts zusammenstellen und prüfen - ohne ein gewisses Verständnis für Zahlen geht das nicht.

Team

Viele Vorbereitungen beispielsweise von Präsentationen geschehen im Team. Teamfähigkeit ist also gefragt.


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