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Elektroanlagenmonteur/-in Unter Strom

Die Klimaanlage in einem Bürogebäude ist defekt. Fachleute müssen den Schaden beheben, bevor die Lage unerträglich wird. Ein typischer Einsatz für Elektroanlagenmonteure: Sie installieren, warten und reparieren technische Anlagen.

Stand: 21.04.2015

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Philipp Beiß steht kurz vor der Abschlussprüfung. Morgens, kurz vor acht Uhr, startet er mit einem Kleintransporter in den Arbeitstag. Bundesweit baut und wartet er mit Kollegen Lüftungs- und Klimaanlagen.

"Dann schauen wir mal, was der heutige Tag so bringt. Dass ist das gute an unserem Beruf, weil jeder Tag anders ist. Man fährt jedes Mal zu einem anderen Kunden, hat andere Arbeiten zu erledigen."

Philipp Beiß (20), 3. Lehrjahr

100 Meter lange Anlagen

Meist führt der Weg am Einsatzort direkt in den Keller. Dort befinden sich technische Anlagen, teils bis zu 100 Meter lang. Anhand von Schaltplänen verschafft sich Philipp einen Überblick - wartet Geräte oder sucht nach Fehlern. Schon als Kind hat er alte Fernseher und Haushaltsgeräte zerlegt. Er wollte wissen, wie sie funktionieren. In der Schule hatte er gute Noten in Mathematik und Physik - ideale Voraussetzungen zum Elektroanlagenmonteur. Die Fehlersuche erfordert manchmal viel Geduld und Erfahrung. Zudem muss der 20jährige sorgsam vorgehen. Ein Stromschlag ist schmerzhaft, kann sogar tödlich sein. An vielen Tagen stehen die Profis buchstäblich "unter Strom" - der Zeitdruck ist enorm.

"Schattenseiten sind die ungeregelten Arbeitszeiten. Ich fahre zum Kunden und kann manchmal erst wieder weg, wenn alles wieder funktioniert. Also, es kann schon mal vorkommen, dass man Überstunden macht. Dafür kann man am Freitag auch schon mal früher gehen, wenn man genügend Überstunden gesammelt hat."

Philipp Beiß (20), 3. Lehrjahr

Schaltkästen sind das Herzstück

Während Philipp oft auf Montage ist, arbeitet Gabi ausschließlich in einer großen Werkhalle und verdrahtet Schaltkästen. Sie bilden das Herzstück technischer Anlagen und werden von ihrer niederbayerischen Firma aus in 50 Länder geliefert. Nach einem Praktikum war Gabi klar: Sie will Elektroanlagenmonteurin werden.

"Der erste Eindruck bei mir, der war faszinierend. Das war einfach etwas ganz anderes als Schule. Und das war einfach spannend, das alles zu sehen, wie das so funktioniert. Wie man einen Schaltplan liest und alles verdrahtet."

Gabi Galster (19), 3. Lehrjahr

Verantwortungsvoller Beruf

Gabi hat mehr als 1.400 Kollegen, meist Männer. Erst langsam entdecken Frauen den Beruf für sich. In den großen Hallen ist es oft laut, und ständig ist etwas in Bewegung. Gabi darf sich nicht ablenken lassen. Gabi und Philipp haben sich für einen verantwortungsvollen Beruf entschieden. Sie sorgen in vielen Bereichen für frische Luft, gutes Raumklima und Wärme. Die Branche sucht nach Elektroanlagenmonteuren, denn immer mehr technische Anlagen werden gebaut.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Elektroanlagenmonteur/-in
  • Ausbildungsdauer: drei Jahre
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Prüfung: Die Prüfung wird von der IHK durchgeführt.
  • Ausbildungsorte: Industriebetriebe und Energieversorger
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Die meisten Auszubildenden haben zuvor erfolgreich die Realschule besucht.
  • Eignung: Dieser Beruf erfordert technisches Interesse und handwerkliches Geschick. Im Umgang mit Strom ist Sorgfalt wichtig. Fehler können zu schweren Verletzungen führen.
  • Perspektiven: Die Branche sucht gut geschulte Leute und bietet sehr viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Prüfung zum Industriemeister/-in oder das Studium Elektrotechnik fördert den Aufstieg.
  • Alternativen: Elektroniker/-in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, Elektroniker/-in Fachrichtung Gebäude- und Infrastruktursysteme

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Gefahr

Strom kann für Menschen sehr schmerzhaft und sogar tödlich sein. Deshalb müssen Elektroanlagenmonteure sorgsam arbeiten, damit sie sich und anderen keinen Schaden zufügen.

Handwerkliches Geschick

Löten, verdrahten, stecken - das Zusammenbauen von Geräten erfordert viele Handgriffe.

Mathematik

Formeln und Berechnungen gehören zum Berufsalltag. Auch in der Berufsschule steht Mathe oft auf dem Stundenplan. Hauptschüler haben Chancen in diesem Beruf, sie sollten aber gut in Mathematik und Physik sein.

Arbeitszeit

Kommt es zu Störungen, sind meist viele Menschen betroffen oder wichtige Technik beeinträchtigt. Elektromonteure müssen dann möglichst schnell die Fehler beheben. Daher werden in manchen Bereichen Überstunden, wie auch Bereitschaftsdienste am Wochenende eingefordert.

Info

Der Großteil der Azubis hat einen mittleren Bildungsabschluss


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