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Bodenleger/-in Der Bodenleger sorgt für den Untergrund

Was andere mit Füßen treten, das ist das Geschäft des Bodenlegers. Beläge aus Textil oder Kunststoff, aus Holz oder Kork verarbeitet er zu einer perfekten und haltbaren Fläche. Ob Neubau oder Renovierung - fast jeden Arbeitstag steht der Bodenleger vor neuen Herausforderungen.

Stand: 01.12.2014

Patrick Winkler ist erst 28, aber als Bodenleger ein Profi. Seit vielen Jahren zieht er mit seinem kleinen Lieferwagen los und sorgt in Alt- und Neubauten für neue und perfekt passende Böden. Seine Firma hat den Auftrag erhalten, eine hundert Jahre alte Holztreppe wieder sicher und bequem begehbar zu machen. An vielen Stellen sind die Stufen durchgetreten und die Kanten dünn und ungleichmäßig. Eine Woche hat Patrick Zeit, ein Stockwerk zu sanieren.

Runter mit dem altem Wachs

Die PVC-Fläche wird geschnitten

Als erstes stellt er Geräte, Grundierungen und Klebstoffe und eine große Bahn mit dem bestellten PVC-Belag im Hausflur bereit. Dann geht es los: Zunächst schleift er das Holz ab. Jahrzehnte alte Wachsreste müssen runter. Das ist eine laute und staubige Arbeit. Ohren, Mund- und Nasenschutz sind selbstverständlich. Danach schraubt Patrick Eisenwinkel an die abgenutzten Treppenstufen und sorgt mit Kitt für eine gleichmäßige Fläche auf der Stufe. Nach dieser Arbeit muss Patrick warten, bis der Kitt hart und trocken ist. Doch eine Pause macht der Bodenleger nicht in dieser Zeit, sondern misst schon mal die einzelnen Stufen aus, die im Altbau alle verschiedene Maße haben. Diese Angaben notiert er und schneidet danach die PVC-Fläche zurecht. Dabei benutzt er verschiedene Messer, um das fünf Millimeter starke PVC schneiden zu können.

"PVC ist sehr widerspenstig. Meistens kommen die Treppenhäuser im Winter dran, wenn es sehr kalt ist, dann lässt es sich nicht gescheit verarbeiten. Und beim Reinbiegen in die Ecken und Nischen - dann kann es schon mal sein, dass er bricht. Dann ist er kaputt. Dann könnte man wieder von vorne anfangen."

Patrick Winkler, Bodenleger

Kurzes Zeitfenster

Patrick bringt den Kleber auf

Nach der Grundierung und einer weiteren Trocknungsphase kommt Patricks ganze Berufserfahrung zur Geltung. Mit viel Geschick und großer Genauigkeit passt er den widerspenstigen PVC-Belag jeder einzelnen Stufe an - Schnitt für Schnitt. Dafür braucht er Kraft, das sieht man schon an seinen muskulösen Unterarmen. Schließlich bringt er noch Klebstoff auf. Dann muss alles schnell gehen, denn der Kleber erlaubt nur ein kurzes Zeitfenster für die weitere Arbeit. Schließlich passt alles. Eine Treppenstufe ist geschafft. Auch für die nächsten arbeitet Patrick wieder mit höchster Konzentration.

"Ich seh' den Bodenlegerberuf als sehr attraktiv an, weil man mit ganz vielen unterschiedlichen Materialien umgeht und auch von allem die Kenntnis haben muss, über die Verlegung und auch die Produkteigenschaften - es ist für mich einer der schönsten Berufe, die es da im Ausbauhandwerk überhaupt gibt."

Jörg Schülein, Bodenlegermeister

Ist die Sanierung gelungen, werden die Mieter die Treppe wieder sicher und bequem nutzen können, während Patrick sich neuen Herausforderungen stellt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Bodenleger/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Ausbildungsorte: Im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule
  • Prüfung: Bei der Industrie- und Handelskammer
  • Zugang: keine bestimmte schulische und berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben, Betriebe stellen überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.
  • Eignung: handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, Fitness und Rechenfertigkeiten
  • Perspektiven: Bodenleger finden Beschäftigung im Ausbaugewerbe: Raumausstatter, Trockenbauunternehmen, im Messebau, Existenzgründung als Selbstständiger
  • Weiterbildung: Zum Techniker/in, Fortbildung zum Parkettleger, um den Meister zu machen.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kraft

Der Bodenleger bedient immer wieder schwere Maschinen, die zunächst an ihren Einsatzort geschafft werden müssen. Ein Schleifgerät mit 80 kg in einen Altbau in den 5. Stock ohne Aufzug zu transportieren - dafür brauchen Bodenleger viel Kraft und Fitness. Auch im Umgang mit schweren PVC-Rollen muss ein Bodenleger starke Muskeln haben.

Geschick

Ob antrocknender Klebstoff oder schnell abkühlender Kunststoff - manchmal haben Bodenleger nur ein schmales Zeitfenster, um einen Arbeitsschritt zu erledigen. Und dann muss jeder Handgriff sitzen. Auszubildende müssen ihre ganze Lehrzeit üben, um später beispielsweise das Verschweißen von PVC-Bahnen zu beherrschen.

Genauigkeit

Um Beläge zu verlegen, muss der Bodenleger strategisch vorgehen. Das heißt: Flächen genau ausmessen, Maße notieren und auf das Rohmaterial übertragen, Grundierungen und Klebstoffe passend zusammenmixen, Trocknungszeiten exakt einhalten und das Material schließlich bündig verlegen. Das genaue Einhalten der verschiedenen Arbeitsschritte ist für den Bodenleger sehr wichtig.


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