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Biologielaborant/-in Von Anatomie bis Zellkultur

Zellen, Gene und Bakterien - das ist die Welt von Biologielaboranten. Sie führen im Labor Experimente durch, bedienen Analysegeräte und halten die Ergebnisse schriftlich fest. Und sie verlieren nicht die Geduld, wenn ein Versuch nicht beim ersten Mal gelingt.

Stand: 27.01.2014

Ein Schwein mit Darmkrebs züchten! Das ist der Auftrag von Peggy Müller-Fliedner. Vorsichtig träufelt die Biologielaborantin mit einer langen Pipette ein paar Tropfen Flüssigkeit in eine Petrischale. Peggy trägt einen weißen Laborkittel, Handschuhe und eine Schutzbrille - die Standardausrüstung der Biologielaboranten. In der Pipette ist ein Gen, das im Verdacht steht, Darmkrebs auszulösen. Das gibt sie zu einer Zelllösung in der Schale. Die Zellen nehmen das Gen auf und werden weiblichen Schweinen verabreicht, die - so die Hoffnung - das Gen an ihre Ferkel weitergeben. An den jungen Schweinen könnten dann Wirkstoffe gegen Krebs getestet werden.

Den Auftrag für das Experiment hat Peggy von einer Wissenschaftlerin der Technischen Universität München bekommen. Die Forscher entwickeln die theoretische Grundlage, für die praktische Umsetzung sind dann die Laboranten zuständig. Peggy muss sich schnell in neue Experimente einarbeiten, sie plant die Versuche selbstständig und organisiert die benötigten Geräte und chemischen Substanzen

Bakterien und Pilze unter dem Mikroskop

Anatomie, Mikrobiologie, Zellkultur - an der Berufsschule lernen angehende Biologielaboranten alle Bereiche der Biologie kennen. Die Azubis studieren den Körperbau von Mensch und Tier, bekommen einen Überblick über die Pflanzenwelt und nehmen Bakterien und Pilze unter das Mikroskop. Außerdem üben sie, wie man einer Ratte Blut abnimmt, und analysieren Organe von Tieren - denn auch das kann im Laboralltag mal auf sie zukommen.

Versuche an Pflanzen

Ein Gewächshaus am Stadtrand von München. Wenn die Sonne aufgeht, sind Francis Pfaffenberger und Christopher Beck schon bei der Arbeit. Sie gießen Pflanzen, topfen sie um und befreien sie von Blattläusen. Die beiden machen ihre Ausbildung am Helmholtz-Zentrum, dem Deutschen Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Die Pflege der Versuchspflanzen ist wichtig. Wissenschaftler wollen an ihnen untersuchen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Pflanzenwelt hat: Sie setzen Kartoffelstauden einer erhöhten Ozonbelastung aus und einige Gräser extremer Dürre. Francis und Christopher kommen während ihrer Ausbildung in viele Institute des Forschungszentrums. Sie helfen bei Versuchen mit, stellen Pflanzenextrakte her und halten die Ergebnisse im Laborbuch fest.

Das Wunder des Lebens

Biologielaboranten sind gesucht. Nach der Ausbildung haben sie viele Einsatzmöglichkeiten. Um Karriere zu machen, müssen sie allerdings meistens studieren. Die Arbeit im Labor wird aber auch nie langweilig: Biologielaboranten untersuchen Zellen, Gene und Bakterien - und sehen unter ihrem Mikroskop jeden Tag das Wunder des Lebens!

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Biologielaborant/-in
  • Ausbildungsdauer: dreieinhalb Jahre
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule, zum Teil in Blockform in länderübergreifenden Fachklassen
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Betriebe der chemischen und pharmazeutischen Industrie, Hochschulen, Forschungseinrichtungen
  • Zugang: ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben; die meisten Biologielaboranten haben Abitur
  • Eignung: erber sollten gute Kenntnisse der naturwissenschaftlichen Fächer mitbringen. Im Laboralltag müssen Biologielaboranten genau und sorgfältig arbeiten - und Geduld haben: Die meisten Versuche gelingen nicht beim ersten Mal. Für den Umgang mit Laborgeräten ist technisches Grundwissen nützlich, für das Verständnis der Fachliteratur Englischkenntnisse
  • Perspektiven: Spezialisierung auf bestimmte Tätigkeiten und Einsatzbereiche; Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Biotechnik; Studium, z.B. der Biologie
  • Alternativen: Biologisch-technische/-r Assistent/-in; Chemielaborant/-in; Chemisch-technische/-r Assistent/-in; Physiklaborant/-in; Physikalisch-technische/-r Assistent/-in

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Bei Versuchen im Labor kommt es oft auf Makrogramm und Mikrometer an. Biologielaboranten müssen sehr genau arbeiten.

Info

Einige Versuche werden an Tieren durchgeführt. Biologielaboranten haben es deshalb manchmal mit Blut, Organen, Mäusen und Ratten zu tun.

Geld

Die Bezahlung stimmt! Während der Ausbildung verdienen Biologielaboranten mehr als Azubis in vielen anderen Berufen.


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