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Betonstein- und Terrazzohersteller/-in Auf die Mischung kommt es an

Ein Job voller Abwechslung: Betonstein- und Terrazzobauer stellen Betonmischungen her und fertigen Betonteile, Treppenstufen, Fensterbänke, Betoneinfassungen und Dekorationselemente. Für die Betonteile bauen sie Schalungen aus Holz. Dabei muss es genau zugehen.

Stand: 07.08.2017

Philip Heyneck, 19 Jahre, lernt im dritten Ausbildungsjahr in einer Firma in Großpösna bei Leipzig. Immer wieder ist er mit dem Firmenchef unterwegs, nimmt Maße auf der Baustelle oder hilft mit beim Einbau von Betonteilen, die in der Firma gefertigt wurden. Im Betrieb ist er längst mit allen Arbeitsschritten vertraut: Schalungsbau und Volumen berechnen für die Betonmischung. Dann den Betonmischer füllen mit Zement, Wasser und Steinkörnungen. Die fertige Betonmischung darf nicht zu flüssig und nicht zu fest sein.

Schalungstafeln, Zementsäcke oder Betonteile

Bei den fertig ausgehärteten Betonteilen bearbeitet er die Oberfläche. Einzelanfertigungen oder Serienproduktion: Seine Firma stellt Betoneinfassungen und Gehwegplatten her, Dekorationselemente und Treppenstufen. An die Arbeitsbedingungen hat er sich längst gewöhnt: Philip muss immer wieder mal schwer heben - Schalungstafeln, Zementsäcke oder Betonteile. Beim Schleifen und an der Mischmaschine entsteht Staub. Und die Maschinen machen Lärm. Philip hat eine Fünf-Tage-Woche und arbeitet jeweils von 6.30 bis 15.30 Uhr.

"Zuerst wollte ich Zimmermann werden oder Dachdecker. Dann hab ich hier aber ein Praktikum gemacht und das hat mir so gut gefallen, dass ich hier gleich meine Lehre begonnen habe, als sie es mir angeboten haben! Spitze an diesem Beruf ist die Vielfalt - dass man jeden Tag etwas anderes macht, und immer mit seinen Händen was schaffen kann."

Philip Heyneck (19), 3. Lehrjahr

Alte Stahlformen vom Urgroßvater

In Ulm in Baden-Württemberg arbeitet Mischa Roth, 25 Jahre, als Geselle in einer Firma für Betonwerkstein. Gemeinsam mit dem Juniorchef der Firma, Stefan Schick, stellt er Spülsteine mit Terrazzokörnung her, mit alten Stahlformen vom Urgroßvater. Diese dekorativen Bauteile sind seit fünf Jahren der Renner in der Firma - für Küchen, Waschräume, Künstlerateliers. Rund um die Stahlform füllen die beiden die frische Betonmasse in die Holzschalung und verdichten sie mit dem Stampfrüttler. Am liebsten bearbeitet Mischa die Oberflächen fertiger Betonerzeugnisse: Zum Beispiel Fensterbänke einkerben, das heißt "scharrieren". Oder glatte Betonteile aufrauen, "stucken" genannt. Verdichten, walzen, schleifen und polieren - da ist körperlicher Einsatz gefragt.

"Ich brauch' viel Kraft in dem Beruf, ich muss sehr genau arbeiten. Ausdauer braucht man auch, auf jeden Fall - vor allem beim Stocken oder Scharrieren. Das geht ganz schön in die Arme."

Mischa Roth (25), Geselle

Betonstein- und Terrazzohersteller ist ein seltener, aber vielseitiger Beruf! Bundesweit bilden noch wenige Handwerksbetriebe aus. Frauen gibt’s in diesem Beruf selten. Die Auszubildenden lernen in der Berufsschule im Blockunterricht.  Ein bestimmter Schulabschluss als Voraussetzung ist nicht vorgeschrieben - die Mehrzahl bringt den Hauptschulabschluss mit. Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Mit dem Gesellenbrief in der Tasche kann der Betonstein- und Terrazzohersteller dann den Meister oder den Techniker draufsetzen. Mit der Meisterprüfung kann er studieren, zum Beispiel Bauingenieur.

"Ich glaube, Terrazzo hat eine gute Zukunft, denn der Terrazzo erfreut sich wieder erhöhter Beliebtheit bei Architekten, bei Bauherren, und wird immer öfters nachgefragt. Sowohl im denkmalgeschützten Bereich wie auch im privaten Neubau!"

Michael Dorrer, Betonstein- und Terrazzoherstellermeister

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Berufsbezeichnung: Betonstein- und Terrazzohersteller/-in
  • Ausbildungsdauer: drei Jahre
  • Ausbildungsform: (dual) Betrieb und Berufsschule
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Zugang: kein bestimmter Schulabschluss
  • Eignung: Geschick, räumliche Vorstellungskraft, Belastbarkeit
  • Ausbildungsvergütung: 1. Lj.: 570 € / 2.Lj.: 720 € / 3. Lj.: 915  € (Firmenbeispiel),variiert je nach Unternehmen
  • Perspektiven: Meister, Techniker, Studium

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Beim Maßnehmen vor Ort an der Baustelle und beim Bau von Schalungen im Betrieb muss genau gearbeitet werden, sonst passt später das fertige Betonteil nicht!

Kraft

Betonstein- und Terrazzobauer bearbeiten oft Oberflächen, das heißt, sie behauen Kanten oder rauen Flächen auf. Dazu brauchen sie Kraft, genauso wie beim Beton verdichten mit dem Stampfrüttler oder dem Handstampfer.

Geschick

Aufwendige Terrazzoböden enthalten oft eingelegte Muster. Beim Einbau dieser Elemente braucht der Terrazzohersteller Geschick.


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