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Bautechnische Assistenten Energieeffizienz am Bau

Bautechnische Assistenten Gebäude-Energie-Design planen und berechnen den Einsatz von regenerativen Energiekonzepten, kennen sich mit Wärmedämmung aus und verbessern die Heizungs- und Klimatechnik in Häusern.

Stand: 07.07.2015

Unterricht über den Dächern von Berlin. Beyza, Seref, Kevin, Talo und Fachlehrer Thomas Weiske wollen einen Versuch machen. Auf dem Dach der Knobelsdorffschule in Berlin-Spandau steht eine Solarwärmeanlage. Die Auszubildenden befüllen die Solaranlage mit Wasser. In einem Messbecher lassen Sie ein wenig von dem Wasser aus der Solaranlage ab, um die Temperatur am Anfang zu bestimmen. Jetzt geht es darum, genau zu arbeiten: 22,3 Grad. Zwei Stunden später wollen sie wieder kommen und nachmessen wieviel Energie trotz bedecktem Himmel die Sonne in den Wassertank geschickt hat.

Einblick in die Bautechnik

Die Schüler kommen mit einem mittleren Bildungsabschluss und lernen drei Jahre an der Schule. Dann sind sie staatlich geprüfte Bautechnische Assistenten für Gebäudeenergie-Design und haben die Fachhochschulreife. Im zweiten Ausbildungsjahr machen die Schüler sechswöchige Praktika bei Architekten und in Bauunternehmen. Handwerklich geschickt müssen die Schüler nicht unbedingt sein. Es geht darum, dass sie einen Einblick in die Bereiche auf dem Bau bekommen. Selbst Hand anlegen werden sie später eher nicht.

"Das spannende ist, dass wir einiges schon in der Bautechnik gelernt haben. Und das wird mir bei meinem Beruf weiterhelfen, wenn ich später studieren sollte."

Seref Kükükosman, 20, 3. Ausbildungsjahr

Physik und Bautechnikunterricht

Im Klassenzimmer hat der Lehrer ein Modell der sich auf dem Dach befindenden Solarwärmeanlage nachgebaut. Die Schüler färben das Wasser in der Anlage rot ein. Das gefärbte Wasser zeigt den Fließverlauf der Wärme in der Solaranlage an. Eine andere Schülergruppe verkabelt eine Photovoltaikanlage. Das alles sind Prüfungsaufgaben, die in der praktischen Abschlussprüfung vorkommen könnten. Die dreijährige Ausbildung zum Bautechnischen Assistenten Gebäude-Energie-Design findet bis auf die sechswöchigen Praktika in der Schule statt.

"Was mich persönlich interessiert, ist der energieeffiziente Teil, also wie man Energie perfekt und absolut effizient nutzen kann. Und über meinen Vater bin ich schon sehr früh mit der Bauphysik in Kontakt gekommen. Und die bauphysikalischen Aspekte der Ausbildung interessieren mich auch sehr."

Talo Schmidt, 20, 3. Ausbildungsjahr

Inzwischen ist der Versuch auf dem Dach bereit für die zweite Messung. In den zwei Stunden hat sich das Wasser im Solartank um rund vier Grad erwärmt, obwohl der Himmel bedeckt ist. Der Beruf bringt spannende Einblicke in die Bautechnik und die Bauphysik.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Bautechnischer Assistent Gebäude-Energie-Design
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Schulische Ausbildung mit sechswöchigem Berufspraktikum
  • Ausbildungsorte: Klassenzimmer und Schulwerkstätten
  • Zugang: mittlerer Schulabschluss
  • Eignung: Interesse an Physik und Mathematik, technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Interesse an Umwelt- und Klimafragen
  • Perspektiven: Neben der Berufsausbildung erreichen die Schüler die Fachhochschulreife
  • Weiterbildung: Studium Architektur oder Bauingenieurwesen

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geld

Schulgeld müssen die Auszubildenden nicht zahlen, sie bekommen aber auch keine Ausbildungsvergütung.

Genauigkeit

Bautechnische Assistenten Gebäude-Energie-Design müssen genau arbeiten. Gerade wenn Sie Energieberechnungen machen, kommt es oft auf viele Stellen hinter dem Komma an.

Gefahr

Während der Ausbildung sind die Bautechnischen Assistenten Gebäude-Energie-Design auch immer wieder in den Werkstätten der Schule tätig. Dort kann man sich etwa mit scharfen Stemmeisen verletzen. Verletzungsgefahr gibt es auch immer wieder auf Baustellen.


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