ARD-alpha - Ich mach's!


6

Automatenfachmann/frau Mechanik, Elektrik, Elektronik - ein Beruf für Generalisten

Es gibt jede Menge Automaten, für Süßigkeiten, Zigaretten, Fahrkarten, Geldspiele… und dann noch von verschiedenen Herstellern. Automatenfachleute kennen sich mit allen Geräten aus. Sie müssen mechanische Bauteile einstellen, reparieren und elektronische Bauteile programmieren und testen.

Stand: 12.07.2016

Marcel kennt sich mit Kaffee- und Kaltgetränkeautomaten aus. Er hat in der Niederlassung der Firma Dallmayr in Bayreuth seine Ausbildung absolviert. Marcel wurde übernommen, denn Automatenfachleute sind gesucht. Die Branche boomt.

"Die Hersteller verwenden alle verschiedene Flaschen. Bevor irgendeine Flasche in einem Schacht platzt, bauen wir den Schacht auf die entsprechende Flasche um."

Marcel Zuber, Automatenfachmann

Ein Beruf mit ganz vielen Facetten

Angehende Automatenfachleute brauchen technisches Verständnis und handwerkliches Geschick. Wenn sie beim Kunden arbeiten, helfen auch selbstbewusstes Auftreten und Einfühlungsvermögen weiter. In der Montage sind Automatenfachleute viel unterwegs - etwa zum Aufstellen neuer Geräte. Dann sind sie meist gern gesehen. Wenn sie allerdings auf Reparatur-Tour gehen, gibt es immer wieder Kunden, die genervt sind, wenn etwas nicht richtig funktioniert. Da müssen die Experten besonnen bleiben, freundlich antworten und schnell den Fehler finden. Marcel lernt auch, wie man mit Lebensmitteln umgeht. Deshalb steht in der Berufsschule auch das Fach "Hygiene" auf dem Stundenplan. Eine Zwischenprüfung gibt es nicht. Die Abschlussprüfung aber besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil nach dem zweiten Lehrjahr geht es um Automatenbetreuung und -bewirtschaftung. Nach dem dritten Lehrjahr werden Wirtschaft- und Sozialkunde, Instandsetzung und Wartungstechnik sowie Netzwerke und Elektrotechnik abgeprüft.

Bis spät in die Nacht

Kaffee-, Süßigkeiten- und andere Automaten für Lebens- und Genussmittel nennt man in der Fachsprache Vending-Automaten. Der zweite große Bereich: die Spielautomaten. Kristina Drobic ist Filialleiterin im Casino Forplay in Neustadt an der Donau. Das heißt aber nicht, dass sie im Büro sitzt und Schreibtischarbeit macht. Kristina arbeitet ganz normal im Service mit. Kaffeekochen und Kunden bedienen gehören da genauso dazu, wie den Spielern die Geräte erklären. Dazu kommen Inventur, Personalplanung und vieles mehr.

"Mir macht der Beruf sehr viel Freude, weil ich für wichtige Tätigkeiten eine große Verantwortung trage."

Kristina Drobic, Filialleiterin

Mitarbeiter in Spielotheken müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Deshalb stellt Kristinas Chef auch Azubis ein, die schon mal eine Lehre abgebrochen haben. Wer in einer Spielhalle arbeitet, muss auch bis spät in die Nacht und am Wochenende ran. Dafür gibt's für pfiffige junge Leute auch Aufstiegschancen. Kristina gehört inzwischen zur Kommission der Industrie- und Handelskammer, die die Azubis prüft. Sie könnte auch noch zur Bezirksleiterin einer großen Spielothekenkette aufsteigen. Automatenfachleute der Fachrichtung Mechatronik haben einen spannenden Beruf, der Aufstiegschancen bietet und viel Abwechslung bringt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Automatenfachmann/ -frau Fachrichtung Automatenmechatronik
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die Berufsschule gibt es in vielen Bundesländern zentral in einer Stadt. Unterrichtsform: Blockunterricht.
  • Prüfung: Eine Zwischenprüfung gibt es nicht. Die Abschlussprüfung  besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil nach dem zweiten Lehrjahr Automaten- betreuung und -bewirtschaftung. Nach dem dritten Lehrjahr dann Wirtschaft- und Sozialkunde, Instandsetzung und Wartungstechnik sowie Netzwerke und Elektrotechnik.
  • Einsatzorte: Automatenfachleute arbeiten in Betrieben, die Lebensmittel-, Getränke- oder Zigarettenautomaten betreiben. Sie können in der Werkstatt eingesetzt werden, im Kundenservice und bei der Reparatur. Automatenfachleute können auch in Spielhallen arbeiten. Dort übernehmen sie neben der technischen Betreuung von Automaten auch Servicearbeiten und das Bedienen von Gästen.
  • Zugang: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die meisten Bewerber haben den Quali oder den mittleren Bildungsabschluss. In Spielhallen ist ein Mindestalter von 18 Jahren gesetzlich vorgeschrieben.
  • Eignung: handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, Sorgfalt, Kunden- und Serviceorientierung, Flexibilität.'
  • Perspektiven: Die Berufsaussichten sind gut. Junge Leute  mit technischem Verständnis und handwerklichem Geschick sind gesucht. Wer darüber hinaus noch mit Kunden umgehen kann und organisatorisches Talent hat, kann schnell aufsteigen.
  • Spezialisierung: Häufig spezialisieren sich Automatenfachleute auf eine Branche, gehen also entweder in eine Spielothek oder zu einem Lebensmittel- oder Zigarettenautomatenbetrieb.

Geld

Automatenfachleute verdienen etwa vergleichbar wie in anderen technischen Berufen. In Spielhallen können Fachkräfte auch deutlich besser verdienen als angelernte Aushilfen.

Kraft

Automatenfachleute müssen auch mal anpacken können. Vor allem, wenn es darum geht Automaten auszuliefern oder wieder abzuholen.


6