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Altenpfleger/-in Ganz nah am Menschen

Altenpfleger versorgen meist ältere Menschen ambulant daheim in deren Wohnung oder stationär in einem Seniorenheim. Sie unterstützen sie bei der Alltagsbewältigung, sie pflegen und beraten Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen.

Stand: 23.04.2014

Sven (21) kniet vor einer alten Dame in deren Wohnung und wäscht ihr die Füße. Die Frau kann nach einem Sturz auf Glatteis und einer missglückten Operation nicht mehr alleine gehen, ihre Beine machen nicht mit, an einem Fuß will eine Wunde nicht heilen. Sven versorgt diese Wunde und wird dabei von seiner ausgelernten Mentorin Jana angeleitet. Wer nach dem mittleren Schulschluss eine dreijährige Ausbildung in der Altenpflege beginnt, ist nicht auf sich alleine gestellt.

"Man fängt an, dass man erst mal eine Woche mitfährt bevor man selber etwas macht. Man schaut sich die ganze Sache erst mal an, wird überall vorgestellt, dass man erst einmal einen groben Einblick hat. Und dann so nach und nach fangen wir an, dass wir sie mal mitwaschen lassen, oder mal Kompressionsstrümpfe anziehen, und sie dann aber ständig auch anleiten."

Jana Schmidt (28),  Mentorin/Praxisanleiterin in der Pflege.

Altenpfleger unterstützen und motivieren Menschen, dass sie möglichst lange selbstbestimmt ihr Leben gestalten können. Sven macht das Spaß. Er hat nach dem Quali eine Sozialpflegeausbildung gemacht und damit den Mittleren Bildungsabschluss und die Voraussetzung für eine Altenpflegelehre geschafft. Alle Azubis machen in ihrer Ausbildung Erfahrungen in der ambulanten und in der stationären Pflegearbeit. Mario (25) hat sich für die Arbeit im Seniorenheim entschieden. Eine vorherige Ausbildung in einem technischen Beruf hat ihn nicht befriedigt und motiviert. Mario hat bei einem Praktikum im BRK-Seniorenheim Ludwigsstadt gemerkt, dass der Dienst an pflegebedürftigen Menschen "sein Ding" ist. Im dritten Lehrjahr hat er Beziehungen zu Bewohnern im Seniorenheim aufgebaut, bekommt das "Du" angeboten und erhält Zuspruch und Dankbarkeit für seine Arbeit im Schichtdienst, den er auch an Feiertagen und Wochenenden leistet.

"Also das Wichtigste für mich ist einfach ein Lächeln von den Menschen, wenn der bloß ein Lächeln hat, die Arbeit, die ich an ihm gemacht habe, es langt mir, wenn er ein Lächeln zurückgibt. Das erfüllt einen dann schon. Das heißt: Man braucht keine Geschenke weiter, es langt bloß das Lachen. Das ist eigentlich das Wichtigste für mich. Dann sehe ich, dass der Bewohner zufrieden ist und ich habe meine Arbeit gut gemacht."

Mario Stief (25), 3. Ausbildungsjahr

Viel medizinisches Wissen

Neben der praktischen Ausbildung bei einem ambulanten Pflegedienst in einem Seniorenheim oder in einer Klinik besuchen die Azubis Berufsfachschulen für Altenpflege. Deren Lehrkräfte kommen auch regelmäßig in die Ausbildungsstätten und schauen ihren Schülern über die Schulter, leiten sie an und beraten sie. Die schulische Ausbildung ist sehr wichtig, weil der Nachwuchs in diesem Beruf sehr viel medizinisches, rechtliches und soziales Wissen erwerben muss. Außerdem gibt es in der Berufsschule spezielle Puppen aus Kunststoff, an denen sich das Setzen von Infusions-Nadeln , die Versorgung von Wunden, künstlichen Darmausgängen und Ernährungssonden üben lässt - ohne Stress.

"Weil man lernts erst mal an der Puppe, das kostet nicht so die große Überwindung, weil man ihr einfach nicht wehtun kann. Wenn halt der lebende Bewohner kommt, ist man halt schon mal ein wenig darauf vorbereitet, dass es besser funktioniert und dass die Überwindung einfach weg ist."

Lisa Möbius (21) , 3. Lehrjahr

Soziale Fähigkeiten und Schreibtischarbeit gehören zum Beruf

Welche Arznei, in welcher Menge und warum? Das müssen Azubis in der Altenpflege nicht nur wissen, sondern auch alle Anwendungen schriftlich dokumentieren. Auch Daten über den Zustand der Patienten und Heimbewohner werden notiert. Schreibarbeit gehört zum Beruf. Schulkenntnisse in Deutsch und Mathematik sind ebenso wichtig die soziale Fächer. Das Wichtigste aber sind praktische soziale Fähigkeiten eines Bewerbers, Einfühlungsvermögen, Geduld, Kommunikationsfähigkeit. Schließlich begleitet der Altenpflege-Nachwuchs meist Menschen auf dem letzten Abschnitt ihres Lebens bis zum Tod.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Altenpfleger/-in
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Die praktische Ausbildung findet in ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen statt. Die Theorie wird im Blockunterricht an Berufsfachschulen vermittelt.
  • Ausbildungsorte: Berufsfachschulen sowie ambulante und stationäre Altenpflegeeinrichtungen.
  • Zugang: Mittlerer Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung.
  • Eignung: Einfühlungsvermögen, Geduld, Sorgfalt, eigenverantwortliches Arbeiten.
  • Prüfung: Praktisch in der Altenpflegeeinrichtung, schriftlich und mündlich an der Berufsfachschule.
  • Alternative: Gesundheits- und Krankenpfleger/-in

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Team

Altenpfleger/innen arbeiten im ambulanten Einsatz meist alleine, in stationären Einrichtungen eher im Team  mit Ärzten und Physiotherapeuten (Krankengymnasten) zusammen.

Kraft

Bei den sehr unterschiedlichen Therapiemaßnahmen müssen sie körperliche Kraft aufwenden und auch psychische Belastungen aushalten.


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