ARD-alpha - Ich mach's!


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Agrartechnischer Assistent Alles Käse!

Wer will schon krank werden vom Essen? Keiner! Genau deshalb werden unsere Lebensmittel tagtäglich genau unter die Lupe genommen. Dabei spielt die Arbeit von Agrartechnischen Assistenten/innen, kurz ATA, eine wichtige Rolle: Sie kümmern sich darum, dass Käse, Milch und Co als sichere Lebensmittel verkauft werden können.

Stand: 06.03.2017

Wer ATA werden möchte, muss Spaß an den Naturwissenschaften haben. Während der Ausbildung ist der Stundenplan voll mit Chemie-, Mikrobiologie-, Mathematik- und Physik-Stunden. Anfangs noch in der Theorie, dann geht's schnell in die Praxis. In den Laborräumen der Berufsfachschule lernen die Azubis schnell ihr Fachwissen umzusetzen und mit verschiedenen Instrumenten umzugehen, z.B. mit Spatel, Pipette und Petrischale. Nach den ersten vier Monaten Schule müssen die Auszubildenden dann im Betrieb ran - das einjährige Praktikum steht an. Hier bekommen sie einen Einblick ins echte Arbeitsleben, sammeln Erfahrungen und lernen verschiedene Ablaufmethoden kennen.

Schnell Verantwortung übernehmen

Isabell Maisson absolviert gerade ihr Praktikum bei Nestlé in Biessenhofen. Hier wird vor allem hypoallergene Säuglingsnahrung hergestellt, also Nahrung für besonders empfindliche Babys. Die 21-Jährige hat schon einige Abteilungen durchlaufen. Obwohl sie noch in der Ausbildung ist, darf sie während des Praktikums richtig mitarbeiten. Sie bereitet Proben vor, führt Messungen und Kontrollen durch. Isabell weiß, dass sie im Umgang mit Lebensmitteln sauber und ordentlich arbeiten muss.

Hände waschen nicht vergessen

Hygiene ist in diesem Beruf das A und O. Das geht schon bei der Arbeitskleidung los. Jeder Betrieb hat eigene Regeln. Meist tragen ATA während ihrer Arbeit Kittel oder andere weiße Klamotten. Oft tragen sie Haarnetz und Handschuhe. Außerdem waschen sich ATA nicht nur am Morgen vor Arbeitsbeginn die Hände, sondern immer und immer wieder. Und nach dem Waschen werden die Hände zusätzlich desinfiziert. Auch der Arbeitsplatz wird akribisch gesäubert, bevor es losgeht. Beim Hantieren mit ätzender Säure ist außerdem eine Schutzbrille Pflicht.

"In der Mikrobiologie muss man darauf achten, dass die Arbeitsumgebung möglichst keimfrei ist, damit es keine Kontamination gibt. Wir testen ja das Produkt und wenn da der Operator was von draußen rein bringt, dann ist das Ergebnis einfach falsch. Deshalb ist Hygiene ganz wichtig."

Ferdinand Hellwasser (21), 1. Schuljahr

Job mit Zukunft

Aufgrund seines breiten Fachwissens nach der Ausbildung hat der ATA gute Berufsaussichten: In erster Linie gibt es Stellen in der Lebensmittelindustrie, z.B. in Molkereien. Aber auch in den Bereichen Pharmazie, Medizin oder Forschung sind sie gefragt. Der Agrartechnische Assistent zeichnet sich in seiner Arbeitsweise durch Sorgfalt, Geschick und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein aus - das macht ihn zu einer begehrten Fachkraft. Bei der Ausbildung zum ATA können übrigens vier Schwerpunkte gewählt werden: Neben der Milchwirtschaft und Lebensmittelanalytik gibt es auch die Schwerpunkte Biotechnologie, Pflanzenbau und -analytik sowie Fleischwirtschaft.

"Es gibt viele Möglichkeiten in der Lebensmittelindustrie zu arbeiten. In Molkereien, im Bereich Pharmazie, in der Medizin oder der Forschung. Und dann auch in der Produktentwicklung für Zell- oder Klebstoffe, auch dort gibt es Labore, die unsere jungen Leute einstellen."

Wolfgang Stützle, Leiter Agrarbildungszentrum Landsberg am Lech

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Staatliche geprüfte/r Agrartechnische/r Assistent/in (kurz ATA), Fachrichtung Milchwirtschaft und Lebensmittelanalytik
  • Ausbildungsdauer: 2 Jahre
  • Ausbildungsform: Theorie und Laborpraxis werden an der Berufsfachschule gelehrt. Während des in der Ausbildung vorgeschriebenen einjährigen Praktikums (z.B. in Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie oder Forschungsinstituten) erhalten die Schüler/innen Einblicke in das Betriebsgeschehen. Sie sammeln Erfahrungen in den berufstypischen Arbeitsmethoden und lernen verschiedene Ablaufmethoden kennen.
  • Prüfung: Am Ende der Ausbildung steht eine staatliche Abschlussprüfung, die aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht.
  • Ausbildungsorte: Berufsfachschule und Praktikumsbetrieb
  • Zugang: Die Berufsfachschulen wählen unter den Bewerber/innen nach eigenen Kriterien aus. In der Regel wird dabei Wert auf gute Leistungen in den Fächer Mathematik, Biologie, Chemie und Physik gelegt. Meist wird ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt.
  • Eignung: Wer ATA werden möchte, sollte sich für Naturwissenschaften begeistern, also Spaß an Chemie, Biologie, Mathematik und Physik haben.
  • Perspektiven: Nach ihrer Ausbildung tragen ATA zur Qualitätskontrolle von Lebensmitteln oder zur Entwicklung neuer Produkte und Methoden bei. Sie arbeiten z.B. in der Lebensmittelindustrie, Untersuchungslaboren oder Forschungseinrichtungen.
  • Alternativen: Lebensmitteltechnische/r Assistent/in, Chemielaborant/in

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Hygiene

Hände waschen und desinfizieren gehört ausdrücklich zum Arbeitstag eines/r ATA - und zwar nicht nur am Morgen, sondern vor jeder neue Analyse. ATA tragen außerdem meist einen weiße Kittel, Haarnetz und Handschuhe.

Genauigkeit

Wenn Agrartechnische Assistenten Lebensmittelproben auf Keime, Bakterien oder Pilze untersuchen, müssen sie genau auf die vorgeschriebene Menge, die richtige Temperatur und die passende Beschriftung achten. Jeder Fehler verändert oder verfälscht die Ergebnisse der Analyse und macht sie damit unbrauchbar.

Gefahr

Wenn ATA mit ätzender Säure arbeiten müssen, ist das Tragen einer Schutzbrille vorgeschrieben. Denn auch nur ein kleiner Spritzer ins Auge könnte schlimme Folgen haben.

Mathematik (bzw. Naturwissenschaften)

Chemie, Physik, Mathematik, Mikrobiologie - der Stundenplan ist umfangreich. ATA sollten eine ausgeprägte Leidenschaft für Naturwissenschaften haben. Ihre theoretischen Kenntnisse müssen sie in der Praxis jeden Tag unter Beweis stellen.


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